Gesetz  über  Erwerb  und  Verlust  der  Reichs=  und  Staatsangehörigkeit  127

gründet,  nicht  nur  „zum  Schutze  des  Bundesgebietes  und  des  innerhalb
desselben  gültigen  Rechtes“,  sondern  auch  „zur  Pflege  der  Wohlfahrt
des  deutschen  Volkes“.  Diese  Verheißung  braucht  auch  für  das  Anslanddeutschtum
  kein  leerer  Schall  zu  bleiben.  Es  wird,  streng  im  Rahmen
einer  völkerrechtlich  zulässigen  Einwirkung,  für  das  „Größere  Deutschland“
  schon  manches  getan  und  es  kann  noch  mehr  getan  werden.  Das
Reich  stellt  den  Auswanderer  unter  seine  fürsorgende  Obhut.  Es  erleichtert
  wirksam  die  Uberseeverbindungen.  Das  Reich  hat  ferner  einen
wachsenden  Anteil  an  der  Pflege  der  Auslandschulen  auf  sich  genommen
Diese  Schulen  wirken  anerkanntermaßen  vortrefflich.  Es  sind  Musteranstalten,
  die  nicht  nur  die  Erziehung  des  deutschen  Nachwuchses  in
deutschem  Geiste  gewährleisten,  sondern  weit  darüber  hinaus  dem  Deutschtum
  Ansehen  und  Anerkennung  gewinnen.

Regierung  und  Reichstag  haben  die  Möglichkeit,  über  das  bisher  Geleistete
  noch  hinauszugehen.  Man  wird  in  erster  Linie  an  eine  Erhöhung
der  Auslandsschulfonds  denken  dürfen.  Der  Etatsposten  ist  vor  kurzem
unter  vollster  Einhelligkeit  der  Volksvertretung  auf  1000000  Mark  gebracht
  worden.  Frankreich  und  Italien  leisten  sehr  viel  mehr  für  den
gleichen  Zweck.  Eine  weitere  namhafte  Steigerung  des  Etatstitels  wäre
von  außerordentlichem  Nutzen  und  dürfte  im  Reichstag  auf  bereitwilligste
  Zustimmung  zu  rechnen  haben.  Sicherlich  bleibt  noch  manches
andere  zu  wünschen.  Einiges  ist  im  Laufe  der  Erörterungen  gestreift.
Man  darf  vertrauen,  daß  mit  der  zunehmenden  Erkenntnis  der  Bedeutung
  des  Auslanddeutschtums  den  sich  aufdrängenden  Bedürfnissen  mehr
und  mehr  Genüge  geschehen  wird.

Das  Beste  leistet  das  Reich  durch  sein  eigenes  Dasein.  Der  Deutsche
war  mißachtet  und  verhöhnt  in  den  Zeiten,  da  Deutschlands  politischer
Jammer  für  alle  Welt  offenkundig  war.  Je  stolzer  das  Reich  voranschreitet,
  je  sicherer  geordnet  die  inneren  Verhältnisse  sind,  je  kraftvoller
und  ach  unggebietender  sein  Machtbau  sich  gestaltet,  um  so  besser  dient
es  allen  Deutschen  draußen.  —  Neben  dem  Staat  hat  die  Kirche  ein
lebendiges  Interesse  und  einen  rühmlichen  Anteil  an  der  Pflege  des
Auslanddeutschtums.  Die  kirchliche  Versorgung  deutsch-protestantischer
Auslandgemeinden  durch  unseren  Oberkirchenrat,  die  gleichgerichteten
Bemühungen  protestantischer  Vereine  sowie  die  ebenso  eifrige  und  hingebende
  Tätigkeit  katholischer  Verbände  und  Orden  sind  in  nationaler
Hinsicht  auf  das  freudigste  zu  begrüßen.  Was  da  in  mannigfaltiger  Weise
von  Staat  und  Kirche  geschieht,  das  dient  dem  Auslanddeutschtum  in