Einleitung.

Wie  der  denkende  Mensch  gern  zurückschaut  auf  die  Jahre
seiner  Kindheit  und  die  ersten  Spuren  des  erwachenden  Bewusstseins
  verfolgt,  so  freuet  es  ihn  auch  einen  Blick  zu  werfen
in  die  frühern  Zeiten  des  menschlichen  Geschlechts  und  vorzüglich
  auf  das  Volk,  aus  dem  er  selbst  hervorging  und  in
dem  sein  Dasein  wurzell.  Aber  wie  die.  Quelle  unsers  Daseins
  uüs  unerforscht  bleibt  und  aus  den  ersten  im  -Schlammer
  der  Bewusstlosigkeit  verlebten  Jahren  nur  einige  Momente
hervortreten,  so  deckt  auch  die  frühste  Völkergeschiehte  eine
tiefe  Nacht,  in  welche  nur  hie  und  da  einige  Strahlen  falleiı.
Ihnen  zu  folgen  und  nichts  zu  übersehen,  was  dazu  dienen
kann,  die  frühern  Schicksale  und  den  Zusammenhang  der
einzelnen  Völker  kennen  zu  lernen,  ist  des  Forschers  Sache,
der  es  freilich  bedauert,  dass  der  leitenden  Steme  so  weırfige
sind  und  sie  oft  nur  undeutlich  schimmern.  Denn  die  Schreibekunst
  ist  nicht  alt  und  zu  vielen  "besonders  den  nördlichen
Völkern  rpät  erst  gedrungen;  die  Sage  selbst,  sonst  von  Bedeutung,
  ist  jetzt  verstummt;  andere  Denkmale  sind  theils
verwittert,  theils  schwer  zu’  deuten.  Dennoch  steigt  der  wissbegierige
  Mensch  selbst  in  die  Gräber  und  macht  von  den
Urnen  des  Todes  Schlüsse  auf  das:  Leben  der  Völker.  Aber
es  giebt  ein  Erzeuguiss  des  menschlichen  Geistes,  welches
an  Deutlichkeit  und  Sicherheit  alle  überstrahlt,:  an  Alter  hin-1
