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Parte  ist  ein  allgemein  bekanntes  und  bei  allen  Landleuten
  gebrauchtes  Wort,  das  dem  gemeinen  Manne  natür--licher
  klingt,  als  "Theil,  daher  er  stets  sagt:  das  ist  mein
Parth  etc.,  während  Theil  ihm  za  vornehm  scheint.  So
heisst  es  auch  im  Schwedischen:  fae  migk  then  parten,  Dänisch
  Anpart,  Anparter,  Antheil,  Ausbeute.  Und  parten,
partiri,  wird  gesagt  für  theilen.

Forsche  ist  bei  uns  die  körperliche  Kraft  und  nur  in
der  gemeinen  Sprache  da,  beim  Lateiner  hat  fortis  —  fortitudo
  den.  Begriff  der  Tapferkeit,

‚  Pur  ist  allgemein  für  unvermischt  gebräuchlich,  purer
Wein,  pure  Seide  etc.,  ganz  das  lat.  purum.

Flennen  sagt  man  in  ganz  Schlesien  und  zum  Theil  am
Rheine  statt  weinen.  Unmöglich  kann  erst  durch  das  lateinische
  fleo  das  Wort  sich  eingeschlichen  haben.

Gewiss  würde,  sammelte  man  in  allen  deutschen  Provinzen
  die  mit  dem  Latein  ähnlichen  Wörter,  die  Ausbeute
sehr  bedeutend  werden,  und  durch  genaue  Beachtung  des
Tones  und  der  Aussprache  liesse  sich  doch  wohl  das  ächt
Deutsche  vom  fremden  und  eingeschwärzten  unterscheiden:
So  ist  z.  B.  auch  Statur,  Figur  ziemlich  allgemein  bekannt;
allein  durch  die  Betonung  der  Schlusssylbe,  welches:  etwas
dem  Deutschen  Widerstrebendes  ist,  verräth  sich  gleich  der
fremde  Ursprung,  wenigstens  der  Form.

Von  der  Flexion

Doch  nicht  nur  die  Wörter  der  lateinischen  Sprache  haben
  ihre  Wurzeln  grösstentheils  aus  dem  Germanischen,  sondern
  man  sieht,  dass  auch  dieBiegung  und  zwar  die  Declination
sowghl  als  die  Conjugation  aus  dem  Germanischen  stamnt.

Das  lateinische  Substantiv  scheint  sich  von  dem  Deut-