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einer  gemeinschaftlichen  Ursprache.  Allein  wenn  wir  im
Allgemeinen  aueh  eine  Ursprache,  die  'wieder  ein  -Urvolk
voraussetzt,  zugeben  müssen,  so  sieht  man  doch,  dass  zwischen
  diesen  beiden  Sprachen  die  Verwandschaft  viel  näher
liegt,  als  dass  eine  so  grosse  Reihe  von  Jahrtausenden,  -  wie
eine  Ursprache  voraussetzte,  sie  trennen.  sollte.  Und  in  der
That,  scheint  es  wohl  natürlicher,  Völker  von  Tibet’s  fernen
  Höhen  im  Schnellschritt  nach  Italien.  eilen,  als  allmählig
  von  deutschen  Bergen  nach  dem  milden  Appenninenlande
hinabsteigen  zu  lassen,  zumal  da  fast’  jedes  Jahrhundert,  so
weit  die  Geschichte  reicht,  der  Weg  nach:  Italien:  von  deutschen
  Kriegsschaaren  oft  gemacht:  worden  ist.

Eine  nähere  Verwandschaft  findet  also  gewiss’  Statt  :zwischen
  den  Völkern  diesseits  und  jenseits  der  Alpen,  als  zwischen
  denen  Italiens  und  Indiens,  und  also  gewiss  auch  ein
engerer  Zusammenhang  zwischen  der  deutschen  und  lateinischen
  Sprache,  als  man  gewöhnlich  glanbte.  Mit  der  Ursprache
  müssen  alle  Sprachen  verwandt  sein!  "Und:  wie  sehr
verschieden  sind  die  einzelnen  Sprachen  unter  einander.  Findet
  daher  eine  grössere  Ähnlichkeit  zwischen  zwei  Spra+
chen  Statt,  so  muss  auch  die.  Verwandschaft  eine  jüngere
sein.  Wenn  Schmitthenner,  ein  geistvöller  und  verdienter
  Sprachforscher,  die  Idee  einer  Ursprache  der  einer  Ab:
leitung  des  Latein  vom  Germanischen  vorzieht,  so  vermehrt
er  offenbar  die  Schwierigkeit  uad  widerlegt  sich  wiederum
selbst,  wenn  er  diese  Sprachen,  Sprachen  des  indisch  -  teut+
schen  Stammes  nennt.  Denn  erscheinen.  andere  Völker,  wie
z.  B.  die  Lateiner,  nur  als  Nebenglieder  des  deutschen
Stammes,  so  wird  ja  zugleich  auch  die  Sprache:  jener  nur
ein.  Ast  des  grossen  germanischen  Baumes.

Welche  germanischen  Stäsune.  aber  in.  Italien.  sich  niedergelassen
  haben,  igt  nicht  leicht  zu’  sagen,  da  in  den  verschiedenen
  Zeitaltern  auch  verschiedene  deutsche  Völker.  auf-