167

2,  19.  und  Val.  Max.  2,  10.  wird  ein  im  Cimbernkriege
gefangener  Germane,  nach  Liv.  Epit.  72.  ein  Gallier  abgeschickt,
  den  Marius  zu  tödien.  Ja  Dio  Cass.  63.  sagt
ausdrücklich  einige  Kelten,  welche  wir  Germanen  nennen.
(Keirav  rıvss,  85  Ön  Tepuavs;  »akovuer.)  Nach  diesen
Stellen  müssen  also  die  nach  Italien:  eindringenden  Kelten
keine  transrhenanischen  Gallier,  sondern  es  können  Germanen
  sein.  Viel  wahrscheinlicher  ist  es  auch,  dass  die  Einwanderungen
  der  Kelten  aus  dem  Nordosten  oder  Deutschland
  Statt  fanden,  als  aus  Westen.  Denn  nicht  nur  gingen
die  meisten  Völkerzüge  südwestlich,  sondern  es  schreibt  auch
Livius  V,  35.  dass  die  Cenomanen  nach  Übersteigung  der
Alpen  bei  Brixia  und  Verona  sich  in  Italien  niederlassen.
Der  Zug  war  also  über  Tyrol  gegangen  und  offenbar  aus  Deutschland
  gekommen.  Nach  Appian  Ecloge  dereb.  Gall.II.  sind
es  Kelten  vom  Rhein,  die  nach  Italien  und  Clusium  kommen.
"Aviotaraı  uoige  Kerirov  Tav  amapı  rov  Prjvov.  Sehen  wir
nun  auf  die  Namen  der  von  ihnen  angelegten  oder  bewohnten
  Örter,  so  werden  wir  finden,  dass  sie  grösstentheils  germanische
  Namen  haben,  so  dass  wir.  auch.  ihre  Bewohner  für
Germanen  halten  müssen.

Die  Cenomani,  Coenomanni.  Polyb.  Tovouavos
sind  kühne  tapfre.  Männer.  Ihre  Städte  sind  Brisis  oder-Brexia.
  Briga  heisst  Burg  und  Brücke;  ja  es  sind  Brig  und
Burg:  gauz  synonym.

Sirmio  =  Sirmion,  im  Itinerarium  Antogini  —  ist  Schirmheim
  —  denn  heim  bedeutet  Haus,  Wohnung.

Die  Euganei  sollen  ein  Zweig  der  Umbrer:  sein,  die
von  den  Cenomanen  aus  Verona  verdrängt  sich  in  die  nächstliegenden
  nördlichen  Gebirge  begeben,  und  dort  deu  Namen
Rhaeti  bekommen  hätten.  Unwahrscheinlich  ist  es,  dass  sie
sich  dahin  begeben  hätten,  von  wo  eben  die  Verdränger  herkamen;
  ja,  dass  sie  im  Stande  waren,  ihren  Wohusitz  in