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ort  wählten  sie,  und  der  Name  Boji  änderte  sich  ein  wenig;
  sie  hiessen  Bejoarier  (  Bojoarii  ),  welches  später  in  Bavers
  oder  Bayern  zusammengezogen  ward.  Sind  nun  die
Baiern  Nachkommen  der  alten  Bojer,  so  möchte  ich  doch
wissen,  wie  man  ihnen  die  deutsche  Abstammung  streitig
  machen  könnte,  die  auch  Leibnitz,  Coccejus,
Dithmar,  Müller  und  andere  schon  dargethan  haben.  Für
der  nach  Italien  vorgedrungenen  Bojer-  germanischen  Ursprung
  spricht  aber  auch  die  Sitte,  gleich  den  alten  Deutschen
  die  Hirnschale  des  getödteten  Feindes  bei  festlichen
Mahlen  als.  Pokal  zu  gebrauchen.  Livius  erzählt  C.  XXII,
24.*)  dass  als  der  Consul  Postumius  im  Lande  der  Bojer,
nicht  weit  von  Bononia'  in  der  silva  Litana  geschlagen  und
gefallen  war,  sie  das  abgeschnittene  Haupt  des  Feldherrn  in
den  heiligsten  Tempel  gebracht,  gereinigt,  den  Schädel  mit
Gold  verziert  und  als  heiliges  Gefäss  gebraycht  hätten;  woraus
  man  bei  Festlichkeiten  libirte,  und  ihn  als  Becher  für
Priester  und  Tempeldiener  benutzte.

Einer,  ihrer  Fürsten  heisst  Liv,  3%,  46  Bojorix,  mit
einer  deutschen  Endung.

Diese  italischen  Bojer  müssen  schon  Kunstfleiss  gehabt
  haben,  da  Polybius  ihre  Silberarbeiten  erwähnt  und
Plinius  ihre  Leinwand  als  die  vorzüglichste.  lobt,  auch
Strabo  von  der  zahlreichen  Bevölkerung  und  ihren  ansehnlichen
  Städten  spricht.  Sie  hatten  in  Italien  112  Tribus.

Ihre  Städte  waren:
Parma,  vielleicht  von  Barm,  Schooss.
Brezillum,  zusammengesetzt  aus  Brücke  und  Sal  —  Saal,

*)  Caput  ducis  praecisum  Bojiovantes  templo,  quod  sanctissimum  ess
apud  eos,  intulere;  purgato  inde  capite,  ut  mos  üs  est,  calvam
auro  caelavere  ;  idque  sacrum  vas  ls  erat,  quo  solennibus  Ibarent;
  poculumqgue  idem.  sacerdoti  esse  ac  sempli  antistisibus.