189

che;  als  ob  Östreich  und  seine  Sprache  nicht  jenen  beige-«zählt
  würden.
Wir  gehen  nun.  zu  den  einzelnen  Völkern  dieses  Stammes
  über.
E—_——___  ________]

Die  Umbrer.

Umbri  werden  bei  Plin.  h.  n.  8,  14.  und  Flor.  1,17,
als  das  älteste  Volk.  Italiens  geschildert,  von  denen  Siculer
und  Liburner  vertrieben  wurden.  Sie  hatten  in  dem  obern
Italien  sich  weit  ausgebreitet,  wurden  aber  durch’  die  Etrusker,
  welche  300  ihrer  Städte  erobert  haben  sollen,  anf  die
östliche  Seite  Oberitaliens  gedrängt  und  beschränkt.  Man  sieht
hieraus,  dass  sie  bei  ‚weitem  früher  nach  Italien  kamen,  als  die
Etrusker,  was  auchHerodot  sagt,  daher  sie  auch  von  Florus
  und  Zenodotus  für  Aborigines  und  Autochthonen  gehalten
  wurden.  Griechen  waren  die  Umbrer.nicht,  da  ihre
Sprache  mit  dem  Griechischen  wenig  gemein  hatte;  daher
auch  die  erwähnte  Abstammung  von  Latinus,_  des  Ulysses
  Sohne,  eine  jener  albernen  :alten  Fabeln  ist,  welche  alle
Völker  von  homerischen  Heroen  ableiten  wollen,  indess  doch
beweist,  dass  Umbrer  und  Lateiner  nicht  sehr  verschieden
gewesen  sein  müssen.  Lange  vor  Homer  und  Ulysses  befinden
  sich  Umbrer  in  Italien,  sie  müssen  daher  zu  Lande
eingewandert  sein,  und  zwar  so  früh,  dass  die  Erinnerung
an  ihren  Zug  sich  verloren  hatte.  Wahrscheinlich  waren  sie
also  auch  über  die  Alpen  gekommen,  Mehrere  Gelehrte  halten
  sie  für  -gallische  Abkömmlinge,  wie  Solinus,  dem  auch.
D’Anvilie  beistimmt.  Seryius  zu  Aen.  12,  758  sagt:,
Sane  Umbros  Gallorum  veterum  propaginem  M.  Antonius
refert.  Eben  so  nennt  Bocchus  sie  G@allorum  veterum  propaginem,
  und  Tzetze  eine  natio  Gallica.  Ihren  Namen