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chen  bringen  sollten.  Aber  man  denkt  sich  unter  dem  Wort
Eroberung  im  Alterthum  immer  eine  Vernichtung  des  Volkes
  und  Besitznahme  des  Landes  durch  ein  anderes,  was  aber
keinesweges  immer  der  Fall  war.  Curländer  und  Liefländer
sind  russische  Unterthanen  und  doch  keine  Slaven.  So
unterwarfen  sich  auch  die  Slaren  zum  Theil  Schlesien,
  Mähren,  Böhmen,  die  Lausitz,  die  Marken,  Pommern
und  Mecklenburg,  ohne  grade  die  deutschen  Einwohner  zu
vertilgen,  ja  letztere  müssen  in  mehreren  Orten  die  Mehrzahl
  geblieben  sein,  weil  die  deutsche  Sprache  die  herrschende
  blieb,  in  andern  ganz  rein  sich  erhalten  haben,  da
in  solchen  Gegenden  keine  slavischen  Ortsnamen  vorkommen.
Besonders  müssen  sich  die  Deutschen  in  den  Sudeten  und
dem  Erzgebirge  rein  erhalten  haben.  Denn  es  ist  wohl  kein
Zufall,  dass  wenn  man  in  Böhmen  das  Gebirge  verlässt,  oder
aus  Glatz  nach  Böhmen  tritt,  gleich  nach  Deutschen  man
Böhmen  findet,  und  eben  so,  wenn  man  aus  dem  flachen
Lande  Mährens  wieder  ins  mährisch-schlesische  Gebirge
kommt,  nachdem  man  lange  nur  Slavisch  sprechen  hörte,
:  wieder  deutsche  Worte  ‘vernimmt.  Nicht  blos  diesen  bei  den
meisten  Ilistorikern  befindlichen  Irrthum  zu  widerlegen,  führte
ich  diess  an,  sondern  um  zu  zeigen,  wie  man  besonders  von
Gebirgsvölkern  annehmen  kann,  dass  sie  sich  nicht  leicht  verdrängen,
  noch  weniger  ‚aber  vernichten  lassen,  und  dass  man
daher  von  den  meisten  Gebirgsländern  wird  annehmen  können,
  dass  ihre  Bevölkerung  noch  die  nämliche  ist,  wie  vor
zwei  Jahrtausenden.  So  flüchteten  sich  auch  in  Britannien  die
alten  Ureinwohner  bei  Eroberung  des  Landes  durch  Angelsachsen
  nach  Wales  und  in  die  schottischen  Hochlande,  wo
sie  unvermischt  heute  noch  foribestehen  und  ihre  Sprache
erhalten  haben.  —  Ein  solcher  jenem  Gothischen  verwandter
Stamm  nannte  also  auch  jenen  Italischen  Fluss  Alba  oder
Albula.  Der  Name  Tiberis  soll  vom  einem  albanischen  -Kö-