221

Ant

Dass  man  sich  nicht  blos  in  Felle  kleidete,  zeigen  die
Wörter  vestis,  Wastja,  Mantile  Mantel,  pileus  Filz,  linum
Leinwand.  "Loben  doch  auch  die  Alten,  wie  schon  oben  angeführt
  ist,  die  treffliche  Leinwand  der  Bojer,  welche  diese
Kunst  doch  wohl  aus  Deutschland,  dem  Sitze  dieses  Volkes,
mitgebracht  haben.  Auch  Tacitus  lässt  deutsche  Frauen
sich  in  Leinwand  kleiden.

Die  Menge  der  gleichen  Ausdrücke  für  Gebäude,  Haus
casa,  Thum  dom,  Dach  tect,  Halle  aula,  cella,  cumera  eic.,
die  zum  Theil  auch  im  Persischen  sich  finden,  zeugen  für
das  frühe  Bestehen  auch  dieser  Kunst.

Die  Namen  für  Wagen  und  Fuhrwerk,  petorritum,  veha
etc.,  die  ausdrücklich  keltische  genannt  werden,  zeigen  gleichfalls,
  dass  von  deutschen  Stämmen  diese  Erfiudungen  nach
Italien  verpflauzt  wurden.

Die  Namen  der  Waffen,  lancea,  tela  etc.;  sculum,  scut
—  Schutz  —  von  schützen,  Schwed.  siydda,  Altd.  schuten,
clipeus  —  clip,  Schwed.  Hlif  —  von  lifa  —  schützen,  bedecken
  etc.,  verraten  germanischen  Ursprung  und  den  kriegerischen
  Sion’  des  Volks  schon  in  früher  Zeit,

Die  Wörter  Volk  —  vulg-us  —  ‘Dorf,  turb-a,  zeigen
schon  die  Verbindungen  mehrerer  Menschen  zu  einer  Gesammtheit
  und  rec-s  —  (rer)  Recke  —  duc  (s)  (dur)
(Her)zog  —  von  duco  —  ziehe;  Schwed.  toga,  bekunden,
dass  man  frülı  schon  Vorsteher  sich  wählte.

‘Dagegen  kennen  die  Stämme  bei  ihrer  Trennung  noch
nicht  grössere  und  befestigte  Wohnsitze  oder  lieben  sie  nicht.
Daher  sind  die  Namen  für  dieselben  bei  den  verschiedenen
germanischen  Volksstämmen  verschieden,  wenn  auch  überall
die  germanische  Wurzel  sich  zeigt.  Daher  bildet  sich  im
Latein  von  wurdban  —  einen  Kreis  ziehen,  einer  tuscischen
Sitte  nach  Varro  d.  |,  I.  V,  32,  (Oppida  condebaht  in