lectis  comparata,  welches  Werk  ich  nicht  erhalten  konnte,
manches  Ähnliche  anführen  mag,  so  stehet  es  immer  dahin,
‚ob  dies  nicht  zum  Theil  Germanisches  sein  kann,  da  nach
Grimm  die  slavischen  Sprachen  eine  sehr  bedeutende  Anzahl
  deutscher  Wörter  aufgenommen  haben,  was  sich  aus
dem  langen  Verkehr  dieser  Nationen  und  ‚der  Verpflanzung
mancher  Künste  und  Wissenschaften  von  Deutschen  zu  Slaven
  sehr  leicht  erklären  lässt.  Und  ist  wirklich  mehreres
8Slavische  im  Latein,  so  müsste  es  dem  Einfluss  der  Veneter,
  Illyrier,  Japyger,  Messapier  und  Apulier  zugeschrieben
werden,  und  würde  beweisen,  dass’  diese  Völker  wirklich
Wenden  waren,  dass  also  aucli  dieser  Volksstamm  länger,
als.  man  gewöhnlich  glaubt,  in  Europa  ist.  Noch  muss  ich
bemerken,  dass  ich  nicht  mit  der  vorgefassten  Meinung  den
Ursprung  der  lateinischen  Sprache  aus  dem  Germanischen
abzuleiten,  sondern  nur  ein  germanisches  Element  in  der
lateinischen  Sprache  aufzusuchen,  an  die  Untersuchung  ging,
und  daher  erst  auf  die  andern  Elemente,  die  ich  im  Latein
  vorherrschend  hielt,  wie  z.  B.  das  Geallische,  meine
Aufmerksamkeit  richtete,  aber  dann,  als  ich  zu  HResultaten
  gelangte,  welche  meine  Erwartungen  bei  weitem  überstiegen,
  meine  Ansichten  änderte,  so  dass  also  diese  -Abhandlung
  und  ihr  Titel  nicht  aus  vorgefasster  Meinung
entsprungen,  sondern  als  dag  Resultat  einer  vorurtheilsfreien
  Prüfung  betrachtet  werden  muss,  Wäre  jedes  einzelıe
  schon  von  Bedeutung,  um  wie  viel  mehr  beweisen
  diese  Gegeustände  vereint,  ja  selbst,  wenn  man  die
eine  Hälfte  der  bemerkten  Ähnlichkeiten  striche,  wäre  die
andere  hinreichend,  eine  engere  Verbindung  beider  Völker
schon  in  einer  frühern  Zeit  zu  begründen  und  die  Unhaltbarkeit
  der  Ansicht  darzuthün,  nach  welcher  germauische
Völker  im  hohen  Alterthume  in  den  Nordosten  verwiesen
werden.  Man  führe  ja  nicht  gegen  die  Verwandschaft  der