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mit  Zuversicht  zu  entscheiden.  Dass  man  ihnen  die  Frage
vorlegen  würde:  woher  weisst  du  das?  war  ihre  geringste
Sorge.  Wie  vielerlei  dies  liebenswürdige  Volk  sich  selbst
und  Andern  weiss  gemacht,  das  übersteigt  alle  Begriffe.“
„Es  kam  endlich  dahin,“  sagt  der  eben  erwähnte  grosse
Kenner  des  Altertbums  (ad  Virg.  Aen,  VII  Exc.  4.)  „dass
die  Römer  die  schlechtesten  Ausleger  ihrer.  eigenen  Sagen
waren;  und  es  gab  nichts  den  Italikern  so  einheimisches
und  eigenes,  was  sie  nicht  von  Griechen  geholt  hätten.“
Eben  so  deutlich  spricht  sich  v.$o  hl.,  dieser  geistreiche  und
tiefschauende  Gelehrte,  gegen  die  Annahme  von  Autochthonen
ans,  und  sagt  p.  870:  „wahrscheinlich  ist  die  Bevölkerung
Italiens  zu  Lande  von  Norden  her  erfolgt,  und  die  einwandernden
  Völker  baben  sich  allmälig  vorwärts  gedrängt.“
Sollte  mau  nicht  meinen,  dass  Niebuhr’s  und  Schlegel’s
  Forschungen  längst  schon  der  Philologie  eine  andere
Richtung  geben  mussten?  Und  doch  blieb  es  grösstentheils
beim  Alten,  So  gross  ist  die  Macht  der  Gewohnheit  und
eingewurzelter  Vorurtheile!!

Wie  gross  das  Streben  der  Kömer  war,  überall  homerische
Helden  anzubringen,  sieht  man  daraus,  dass  selbstin  des  doch
sonst  so  besonnenen  Tacitus  Germania  von  einem  in
Dentschland  befindlichen  Altar'des  Ulixes,  dem  der  Name
seines  Vaters  Leörtes  beigefügt  wäre,  gesprochen  wird,
Setzt  Tac.  zwarthinzu,  ex  ingenio  suo  quisgus  demas  vel
addat  fidem,  so  zeigt  er  doch  dadurch,  dass  er  es  möglich
denkt,  mnn  könne  solche  Albernheiten  für  wahr  halten,  wie
leichtgläubig  die  Römer  seiner  Zeit  sein  mussten.  Aber  siud
denn  die  Deutschen  unserer  Zeit  viel  besser?  nicht  etwa  das
Volk,  sondern  gerade  die  Gelehrten?  Haschen  sie  nicht  auch
lieber  nach  Fremdem  ?  Scheint  es  ihnen  nicht  gewöhnlich
grösseres  Verdienst  und  höhere  Gelehrsamkeit,  vaterländische
  Sachen  und  Namen  vom  Ausländischen  und  aus  fremden
  Sprachen,  als  aus  dem  Deutschen,  abzuleiten?  Hält
nicht  ein  grosser  Theil  die  Deutschen  für  ein  erst  spät  eingewandertes,
  barbarisches  Volk,  welches  Alles  erst  von  den
Römern  bekommen  und  gelernt  hätte?  Und  doch,  wenn
sie  nur  Tacitus  Germania  ruhig  läsen,  müssten  sie  anderer
  Meinung  sein!  Wären  Germanen  nicht  schon  lange  in
Europa  und  Deutschland  gewesen,  so  hätte  sich  nicht  jede
Erinnerung  an:  ihre  Binwanderung  bei  ihnen  verloren,  uad
Tacitus  würde  sie  daun  nicht  indigenas  —  Landesgeborne
  —  die  aus  keinem  andern  Lande  gekommen  wären  —
nermen.  Erkandigt  hat  dieser  sorgfältige  Forscher  sich  gewiss
  danach,  da  or  ja  weiss,  dass  Deutsche  in  Gesängen,
  die  ihnen  statt  der  Jahrbücher  dienen,  (celobrans  oar-