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dienten  ihn  die  Herzöge.  Der  Herzog  Eberhard  von  Franken  war  der  Truchseß  und  stellte
die  Speisen  auf  den  Tisch;  der  Herzog  von  Schwaben  diente  als  Mundschenk;  der  Herzog
von  Bayern  war  Marschall  und  hatte  als  solcher  für  die  Unterkunft  der  Ritter  und  ihrer
Pferde  zu  sorgen;  der  Herzog  von  Lothringen  ordnete  als  Kämmerer  die  ganze  Feier.

2.  Heiurich.  Otto  hatte  einen  jüngeren  Bruder,  mit  Namen  Heinrich.  Dieser
war  geboren,  als  sein  Vater  schon  die  Königskrone  trug,  während  Otto  schon  vorher
das  Licht  der  Welt  erblickt  hatte.  Deshalb  meinte  Heinrich,  daß  ihm  von  Rechts  wegen
die  Königskrone  gebühre.  Aufgewiegelt  von  dem  aufsässigen  Herzog  Eberhard  von
Franken,  verband  er  sich  mit  diesem  und  seinem  Schwager,  dem  Herzog  Giselbert  von
Lothringen.  Es  kam  zu  einem  3  jährigen  Kriege,  worin  Otto  siegte  und  Eberhard
  und  Giselbert  ihren  Tod  fanden.  Heinrich  aber  warf  sich  bei  einer  Weihnachtsfeier
  im  Dome  zu  Frankfurt  im  Büßergewande  dem  schwer  gekränkten  Bruder  zu
Füßen  und  bat  um  Verzeihung;  sie  wurde  ihm  auch  gern  gewährt.

3.  Befestigung  und  Ausdehnung  der  kaiserlichen  Macht.  Gleich  seinem
Vater  strebte  Otto  dahin,  die  verschiedenen  Stämme  des  deutschen  Reiches  zu  einem
Ganzen  zu  vereinen.  Zu  seiner  Zeit  entstand  für  ihre  Gesamtheit  zuerst  die  Benennung
  „deutsches  Volk“,  und  auch  ihre  gemeinsame  Sprache  wurde  als  „deutsch“
bezeichnet.  Die  Herzöge  machte  er  noch  mehr  wie  sein  Vater  zu  bloßen  Lehnsträgern
des  Kaisers.  Er  setzte  sie  ein  und  ab,  und  wenn  er  sie  mit  der  befahnten  Lanze  belehnte
  (berührte),  dann  mußten  sie  ihm  mit  zusammengelegten  Händen  geloben,  daß
sie  ihm  allezeit  treu  und  gehorsam  sein  und  ihm  folgen  wollten,  wohin  er  sie  entbiete.
Im  Osten  seines  Reiches  stellte  er  die  Marken  wieder  her  (Nordmark,  Lausitz  rc.)  und
setzte  hier  den  Kampf  gegen  die  Slaven  fort.  Dadurch  gewann  er  das  Land  zwischen  Elbe
und  Oder.  Hier  gründete  er  Bistümer  (Havelberg,  Brandenburg,  Meißen  2c.),  durch  die
christliche  Lehre  und  deutsche  Sitte  unter  die  heidnischen  Slaven  verpflanzt  wurden.  —

4.  Adelheid.  In  Italien  war  König  Lothar  gestorben  und  hatte  eine  Witwe,
Adelheid,  hinterlassen.  Nun  wünschte  der  Markgraf  Berengar,  daß  sie  seinem  Sohne
die  Hand  gäbe.  Da  sie  sich  aber  weigerte,  ließ  sie  der  Markgraf,  wie  die  Sage  erzählt,
in  einen  grauenhaften  Kerker  werfen.  Nachdem  es  ihr  jedoch  mit  Hilfe  eines  Priesters
gelungen  war  zu  entfliehen,  rief  sie  Otto  um  Hilfe  an.  Dieser  eilte  sofort  mit  einem
Heere  nach  Italien,  unterwarf  ihren  Bedrücker  und  ließ  dann  durch  Gesandte  um  ihre
Hand  werben.  Adelheid  willigte  freudig  ein,  und  so  ward  zu  Pavia  die  glänzende
Hochzeit  gefeiert.  Durch  diese  Heirat  wurde  Otto  auch  König  von  Italien.

5.  Die  Schlacht  auf  dem  Lechfelde.  995.  Während  Ottos  Regierung  kamen
die  Ungarn  noch  einmal  nach  Deutschland.  In  ungeheurer  Zahl  drangen  sie  durch
Ostreich  in  Bayern  ein.  „Nichts  soll  uns  aufhalten“,  so  prahlten  sie,  „es  müßte  denn
der  Himmel  einstürzen  oder  die  Erde  sich  aufthun,  uns  zu  verschlingen.  Unsere  Rosse
werden  eure  Flüsse  und  Seen  austrinken  und  eure  Städte  mit  ihren  Hufen  zerstampfen.“
  Sie  kamen  bis  vor  Augsburg;  dort  lagerten  sie  am  Lech  und  suchten  die
Stadt  einzunehmen.  Indes  rückte  Otto  mit  einem  Heere  heran  und  schlug  auf  der
linken  Seite  des  Flusses  sein  Lager  auf.  Am  Morgen  des  Schlachttages  ließ  Otto
im  ganzen  Heere  einen  Gottesdienst  halten  und  nahm  das  Abendmahl.  Dann  wurde
das  Heer  zum  Kampfe  aufgestellt.  Als  das  die  Ungarn  sahen,  konnten  sie  die  Zeit
des  Angriffs  nicht  erwarten  und  schwammen  mit  ihren  Pferden  durch  den  Lech.  Zuerst
brachten  ihre  Pfeilschwärme  die  Deutschen  etwas  in  Verwirrung,  bald  aber  gewannen
die  Deutschen  die  Oberhand.  Besonders  that  sich  Herzog  Konrad  hervor.  Dieser  hatte
sich  nämlich  früher  gegen  den  König  Otto,  seinen  Schwiegervater,  empört  und  wollte
jetzt  dieses  Unrecht  wieder  gut  machen.  Wie  ein  Löwe  stürzte  er  auf  die  Feinde  und
trieb  sie  in  Scharen  vor  sich  her  in  den  Lech  hinein.  Als  er  in  der  Hitze  des  Gefechts