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Bergschlösser  und  wühlten  selbst  die  Leichen  eines  Söhnleins  und  eines  Bruders
des  Kaisers  aus  den  Grüften  hervor.  Diese  Frevelthat,  die  von  den  sächsischen
Großen  einstimmig  mißbilligt  wurde,  empörte  die  süddeutschen  Fürsten,  und  mit
ihrer  Hilfe  besiegte  Heinrich  endlich  die  Sachsen.  Als  er  aber  einige  Bischöfe  und
weltliche  Fürsten  gegen  sein  gegebenes  Wort  gefangen  hielt,  verklagten  ihn  die
Sachsen  beim  Papste,  der  damals  von  allen  Christen  als  oberster  Schiedsrichter  auch
in  weltlichen  Dingen  anerkannt  wurde.

3.  Gregor  VII.  Um  diese  Zeit  saß  Gregor  VII.  auf  dem  päpstlichen  Stuhle.
Dieser  verfolgte  mit  unbeugsamer  Kraft  das  hohe  Ziel,  die  Kirche  vollständig  unabhängig
  zu  machen  von  der  weltlichen  Macht  und  alle  Mißbräuche,  die  sich  in  die
Kirche  eingeschlichen  hatten,  daraus  zu  entfernen.  Deshalb  gebot  er,  daß  kein  geistliches
  Amt  um  Geld  verkauft  werden  sollte.  Ferner  erklärte  er,  daß  der  Papst
allein  und  kein  Fürst  das  Recht  habe,  Bischöfe  zu  ernennen  und  ihnen  das  Zeichen
ihrer  Würde,  Ring  und  Stab,  zu  geben.  Auch  erneuerte  er  das  Cölibatgesetz,
wonach  kein  Geistlicher  verheiratet  sein  durfte.

4.  Heinrich  im  Banne.  Da  nun  Heinrich  IV.  die  Bischofsstühle  nach  Belieben
  besetzte,  ja,  an  die  Meistbietenden  verkaufte  und  die  erwählten  Bischöfe  und
Abte  mit  Ring  und  Stab  belehnte,  so  geriet  er  in  Streit  mit  Gregor  VII.  Und
als  nun  auch  die  Sachsen  sich  mit  Klagen  an  den  Papst  wandten  und  Heinrich
seine  Mahnungen  zur  Milde  unbeachtet  ließ,  lud  ihn  der  Papst  zur  Verantwortung
nach  Rom.  Heinrich  aber  ließ  den  Papst  auf  einer  Versammlung  deutscher  Bischöfe
absetzen.  Da  sprach  Gregor  den  Bann  über  ihn  aus.  Anfangs  lachte  Heinrich
darüber.  Bald  aber  erklärten  die  deutschen  Fürsten,  einen  andern  König  wählen
zu  wollen,  wenn  er  nicht  binnen  Jahresfrist  vom  Banne  gelöst  sei.

5.  Reise  nach  Italien.  Da  entfiel  dem  sonst  so  übermütigen  Kaiser  aller
Mut.  Er  beschloß  nach  Rom  zu  gehen  und  sich  mit  dem  Papste  auszusöhnen.
Im  Winter  des  Jahres  1077  trat  er  mit  seiner  edeln  Gemahlin,  seinem  dreijährigen
  Söhnlein  und  einem  kleinen  Gefolge  die  harte  Reise  über  die  Alpen  an.
Das  war  ein  furchtbarer  Weg.  Die  hohen  Bergrücken  waren  mit  ungeheuern

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Heinrich  IV.  auf  dem  Wege  nach  Kanossa.

Schneemassen  bedeckt,  und  ein  eiskalter  Wind  riß  den  Reisenden  die  Haut  von
Gesicht  und  Händen.  Unter  Todesgefahr  hatte  man  endlich  den  Gipfel  erreicht.
Aber  das  Schlimmste  sollte  erst  noch  kommen.  Denn  die  Seite  nach  Italien  zu