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Als  Waffen  dienten  ihnen  ein  kurzes  Seitengewehr,  2  Pistolen,  eine  5  m  lange  Pike
oder  statt  dieser  eine  Muskete.  (S.  32.)

5.  Reichssteuer.  Zur  Erhaltung  dieses  Heeres  legte  Maximilian  eine  Reichssteuer,
  den  sogenannten  „gemeinen  Pfennig“,  auf.  Jeder,  der  über  15  Jahr  alt
war,  mußte  von  je  1000  Gulden  seines  Besitzes  1  Gulden  zahlen.  Mit  der  Einnahme
  dieser  Steuer  waren  die  Pfarrer  beauftragt.

VII.  Leben  im  Mittelalter.  Erfindungen  u.  Entdeckungen.

10.  Städte  im  Mittelalter.

1.  Bauart.  Die  Städte  waren  zum  Schutze  gegen  die  Feinde  mit  einer  hohen,
oft  doppelten  Mauer  umgeben,  auf  der  sich  runde  oder  eckige  Wehrtürme  befanden.
An  einzelnen  Stellen  führten  durch  die  Mauer  enge  Thore  in  die  Stadt,  die  nachts
durch  mächtige  Thorflügel  geschlossen  wurden.  Die  Feldmark  der  Stadt  war  noch
von  einem  besondern  Walle  oder  Graben  umzogen,  der  an  den  Wegen  mit  hohen
Warttürmen  besetzt  war.  Von  ihnen  verkündeten  spähende  Wächter  durch  Trompetenstoß
  den  nahenden  Feind.  Die  Straßen  der  Stadt  waren  ungepflastert,  gekrümmt
und  so  eng,  daß  man  über  sich  den  blauen  Himmel  oft  kaum  zu  sehen  vermochte.
Die  Häuser  waren  mit  überstehenden  Stockwerken  gebaut  und  mit  zierlichen  Ecktürmchen,
  Holzbildern  und  frommen  Sprüchen  geziert.  Meistens  standen  ihre
Giebel  nach  der  Straße  hin.  Das  Dach  war  oft  mit  Schindeln  oder  Stroh  gedeckt
und  die  Hausthür  quer  in  der  Mitte  geteilt.  Auf  den  Straßen  fand  man  Brunnen
mit  Rolle,  Kette  und  Eimer.

2.  Ackerbau,  Handel,  Künste.  Mit  großer  Vorliebe  trieb  der  Städter  Ackerbau;
daher  behielten  die  Städte  auch  lange  Zeit  hindurch  das  Aussehen  eines  großen  Dorfes.
Vor  dem  Hause  lag  in  der  Regel  ein  großer  Düngerhaufen,  und  die  Schweine  liefen
fast  den  ganzen  Tag  frei  auf  der  Straße  umher.  Des  Morgens  „.tutete"  der  Hirt
die  Kühe  und  Schweine  zusammen  und  trieb  sie  dann  auf  die  gemeinschaftliche  Weide.  —
Den  Haupterwerbszweig  des  Städters  bildeten  jedoch  Handel  und  Gewerbe.  Die
Seestädte,  besonders  Genug  und  Venedig,  holten  die  Schätze  des  Morgenlandes
herbei;  diese  wurden  dann  auf  Saumtieren  durch  die  Alpenpässe  nach  Augsburg
und  Nürnberg  gebracht  und  von  hier  aus  in  alle  Teile  Deutschlands  verkaust.
Mit  dem  Handel  wuchs  die  Macht  und  der  Reichtum  der  Städte.  Die  Augsburger
Bürger  waren  so  reich  wie  Fürsten.  In  ihren  Häusern  strahlte  alles  von  Gold.
Die  vornehmsten  Familien  in  den  Städten  hießen  „Geschlechter"“.  In  ihren  Händen
lag  meist  die  Verwaltung  der  Stadt.  —  Unter  den  Künsten  blühte  vornehmlich  die
Baukunst.  Der  Kölner  Dom  und  das  Straßburger  Münster  geben  noch  heute  Zeugnis
davon.  Auch  die  Goldschmiedekunst  und  die  Kunst  des  Siegelschneidens  wurden  eifrig
betrieben.  In  vielen  Städten  pflegten  die  Handwerker  auch  die  Dichtkunst  und  den
Gesang.  Allsonntäglich  kamen  sie  zusammen  und  sangen  in  den  Singschulen  ihre
selbstgedichteten  Lieder.  Man  nannte  sie  „Meistersänger".  Der  berühmteste  unter
ihnen  war  Hans  Sachs  in  Nürnberg,  ein  „Schuh—macher  und  Poet  dazu“.

3.  Zunftwesen.  Um  sich  gegenseitig  Schutz  und  Hilfe  zu  leisten,  traten  (namentlich
  im  13.  Jahrhundert)  die  Handwerker  zu  besondern  „Innungen“  (d.  h.  Einigungen)
oder  Gilden  (Zünften)  zusammen.  Die  einzelnen  Zünfte  unterschieden  sich  äußerlich
durch  Fahnen,  Abzeichen  und  besondere  Bräuche.  An  der  Spitze  einer  jeden  Zunft
stand  der  Zunftmeister  (Innungs-,  Gilde=  oder  Altmeister).  Dieser  genoß  ein  hohes
Ansehen  und  hatte  oft  Sitz  und  Stimme  im  Rate.  Die  Innungsgenossen  hielten  meist
brüderlich  zusammen.  Sie  wohnten  gern  in  derselben  Gasse,  verkehrten  in  derselben