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Herberge,  hatten  gemeinschaftliche  Feste,  einen  gemeinschaftlichen  Trinkbecher  und
eine  gemeinschaftliche  —  Totenbahre.  Auch  bildeten  sie  einen  besonderen  Teil  des
Bürgerheeres  und  kämpften  auf  den  Stadtmauern  gegen  feindliche  Überfälle  unter
Anführung  ihrer  Zunftmeister.  Der  Innung  gehörten  Meister,  Geselle  und  Lehrling
an.  Nach  beendeter  Lehrzeit  erhielt  der  Lehrling  von  der  Innung  einen  „Lehrbrief“.
Der  Geselle  konnte  ohne  Einwilligung  der  Innung  nicht  Meister  werden,  auch  war
es  einem  fremden  Meister,  bevor  er  Mitglied  der  Innung  geworden  war,  nicht  gestattet,
  sein  Handwerk  in  der  Stadt  zu  treiben.  Um  das  Handwerk  vor  überfüllung
zu  schützen,  hatten  die  Zünfte  festgesetzt,  daß  jeder  Meister  nur  einen,  ein  junger
Meister  gar  keinen  Lehrling  halten  durfte.

4.  Die  Hansa.  Zur  Zeit  des  Faustrechts  lauerten  die  Raubritter  nicht  selten
den  vorüberziehenden  Kaufleuten  an  der  Heerstraße  auf  oder  plünderten  ihre  Schiffe,
die  den  Rhein  und  die  Elbe  befuhren.  Da  vereinigten  sich  Lübeck  und  Hamburg
(1241)  und  beschlossen,  sich  gegen  diese  Räuber  zu  schützen.  Sie  schufen  sich  ein  eignes
Heer  und  rüsteteten  Kriegsschiffe  aus,  die  die  Kauffahrer  auf  der  Elbe  in  Schutz
nahmen.  Diesen  Bund  nannte  man  die  Hansa.  Bald  traten  nun  auch  noch  andre
Städte  diesem  Bündnis  bei,  wie  Braunschweig,  Stralsund,  Stettin,  Köln,  Frankfurt
  a.  O.,  Königsberg,  Magdeburg  u.  s.  w.,  im  ganzen  60  Städte,  und  es  dauerte
nicht  lange,  so  zitterte  alles  vor  der  Macht  der  Hansa.  300  Jahre  lang  war  die
Hansa  in  voller  Blüte.  Im  15.  Jahrhundert  aber  zerfiel  sie  allmählich,  weil  die
Fürsten  selbst  mehr  für  Ordnung  und  Sicherheit  sorgten.

20.  Lehnswesen.  ZRecht  und  Gesetz.

1.  Lehnswesen.  Aus  dem  Frankenlande  hatte  sich  das  Lehnswesen  (S.  6)  nach
und  nach  über  ganz  Deutschland  ausgebreitet.  Der  Kaiser  war  gewöhnlich  der
Lehnsherr  der  Fürsten,  Erzbischöfe  und  anderer  Großen,  und  diese  teilten  wieder
kleinere  Lehen  aus,  z.  B.  Städte,  Burgen,  Wälder,  Fischereien,  Brauereien,  Mühlen,
Ackerhöfe  2c.  Selbst  das  Amt  eines  Schultheißen,  Grafen  rc.  war  vielfach  ein  Lehen.
Besonders  häufig  wurden  die  Klöster  an  weltliche  Große  als  Lehen  abgegeben.  Dafür
mußten  diese  dann  gewisse  Gegendienste  thun,  z.  B.  den  Abt  zu  Pferde  begleiten,  den
Klosterwagen  gegen  Räuber  schützen  2c.  Aus  den  Lehnsleuten  ist  ein  großer  Teil  des
Adels  hervorgegangen.

2.  Strafen.  An  die  Stelle  des  früher  gezahlten  „Wergeldes“  trat  nach  und
nach  eine  Bestrafung  an  Gut  und  Ehre,  Leib  und  Leben.  Die  Strafen  waren  im
allgemeinen  sehr  hart.  So  heißt  es  z.  B.  im  Salzburger  Stadtrecht:  „Wer  ein
Falschmünzer  ist,  der  wird  verbrannt  oder  versotten.  Wer  meineidig  ist,  dem  soll  die
Zunge  hinten  zum  Nacken  herausgerissen  werden.“  Ungetreue  Frauen  wurden  lebendig
begraben,  Mordbrenner,  Kirchenräuber,  Grabschänder  u.  a.  lebendig  verbrannt.
Landesverräter  wurden  gevierteilt,  indem  an  jeden  Arm  und  Fuß  ein  Pferd  gespannt
und  so  der  Leib  auseinander  gerissen  wurde.  Sehr  beliebt  war  auch  das  Verstümmeln.
So  wurden  die  Nasen  und  Ohren  abgeschnitten,  die  Hand  oder  der  Fuß  abgehauen,
die  Augen  geblendet  2c.  Daneben  waren  noch  allerlei  Ehrenstrafen  in  Gebrauch.  So
mußten  z.  B.  Obstdiebe,  Verleumder  u.  a.  mit  dem  Halseisen  am  Pranger  stehen.
Betrüger,  falsche  Spieler,  Bäcker,  die  zu  kleines  Brot  gebacken  hatten,  u.  a.  wurden
mit  der  sogenannten  Prelle  (einem  gitterartigen  Kasten)  im  Wasser  untergetaucht  und
dann  wieder  emporgeschnellt.

3.  Femgerichte.  Aus  den  alten  Volksgerichten  der  Franken  entstanden  nach
und  nach  die  Femgerichte.  Diese  verbreiteten  sich  in  den  schutz=  und  rechtslosen  Zeiten
des  Mittelalters  durch  ganz  Deutschland.  Sie  gewährten  jedem  Freien  den  sichersten