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und  Heiligenbilder  und  Altäre  zu  vernichten.  Da  eilte  er  nach  Wittenberg  und
predigte  8  Tage  lang  so  eindringlich  gegen  Karlstadt  und  seine  Anhänger,  daß
diese  die  Stadt  verlassen  mußten.

7.  Luthers  Tod.  Im  Jahre  1546  machte  Luther  eine  Reise  nach  Eis—
leben.  Dort  starb  er.  Seine  Leiche  wurde  nach  Wittenberg  gebracht  und  dort
in  derselben  Kirche  beigesetzt,  an  deren  Thür  er  einst  die  95  Thesen  ge—
schlagen  hatte.

26.  Der  Bauer  im  Mittelalter  und  der  Bauernkrieg.

1.  Frondieuste.  Ursprünglich  lebten  die  Fürsten  und  Grundherren  von  den
Einkünften  ihrer  eignen  Güter  (Domänen).  Als  sie  aber  später  die  Domänen  ihren
Beamten  und  Dienern  zur  Bewirtschaftung  übergaben,  da  ließen  sie  sich  von  diesen
ihren  „hörigen  Bauern“  nicht  nur  die  Lebensmittel  in  die  Küche  liefern,  sondern
auch  die  Dienste  verrichten,  die  in  der  herrschaftlichen  Haushaltung  vorfielen.

Zu  bestimmten  Zeiten  mußten  die  „Gefälle“  (wie  Gänse,  Hühner,  Schweine,  Fische,
Butter,  Eier,  Korn,  Kessel,  Töpfe  u.  s.  w.)  entrichtet  werden.  In  späterer  Zeit  traten  an
die  Stelle  solcher  Lieferungen  Abgaben  in  Geld,  die  Zins  oder  Steuern  genannt  wurden.
Manche  hörige  Bauern  mußten  am  Hofe  die  Ofen  heizen,  Brot  backen,  Bier  brauen,  Holz
spalten,  Nachtwachen  leisten,  Botengänge  verrichten  u.  dgl.  Zuweilen  auch  mußte  der  Bauer
mit  seinem  Gespann  für  den  Herrn  arbeiten  und  ihm  Holz,  Mehl,  Steine  u.  s.  w.  herbeifahren,
  seinen  Acker  bestellen  oder  die  Ernte  besorgen.

Die  Kinder  eines  hörigen  Bauern  waren  verpflichtet,  bei  ihrem  Grundherrn
in  Dienst  zu  treten.  Ein  Handwerk  zu  erlernen  oder  in  die  Stadt  zu  ziehen,  war
ihnen  ohne  Zustimmung  des  Gutsherrn  nicht  gestatttt.  Der  Bauer  war  zum
Leibeignen  seines  Herrn  herabgesunken.

2.  Bauernelend.  Der  Bauer  war  dazumal  meist  ein  recht  armer  Mann.
Er  hatte  kaum  Zeit,  sein  kleines  Feld  zu  bestellen;  denn  er  mußte  für  seinen
Herrn  3  bis  4  Tage  in  der  Woche  mit  seinem  Gespann  arbeiten.  Dazu  kam
noch,  daß  ihm  seine  Ernte  oft  von  dem  zahllosen  Wilde  fast  ganz  vernichtet
wurde.  Wehe  ihm,  wenn  er  sich's  einfallen  ließ,  ein  Stück  Wild  totzuschlagen!
Ein  Hase  kostete  schon  100  Thaler  Strafe.  Die  schlimmsten  Feinde  des  Bauern
aber  waren  die  fremden  Ritter.  Wenn  diese  mit  einem  Herrn  in  Fehde  lagen,
so  überfielen  sie  meist  seine  Bauern,  trieben  ihnen  das  Vieh  von  der  Weide  und
steckten  ihnen  Haus  und  Hof  in  Brand.

3.  Der  Bauernkrieg.  Als  nun  Luther  von  evangelischer  Freiheit  und
Gleichheit  vor  Gott  predigte,  da  meinten  die  Bauern  an  vielen  Orten,  auch  hier
auf  Erden  müsse  Freiheit  und  Gleichheit  herrschen.  Religiöse  Schwärmer,  wie
Thomas  Münzer  in  Mühlhausen  u.  a.,  bestärkten  das  Volk  in  diesem  Glauben
und  zogen  mit  bewaffneten  Haufen  sengend  und  brennend  im  Lande  umher.
Überall,  wohin  sie  kamen,  erschlugen  sie  die  Fürsten  und  Herren  und  richteten
Gütergemeinschaft  ein.  An  die  Mansfelder  Bergleute  schrieb  Münzer:  „Lasset
euer  Schwert  nicht  kalt  werden  von  Blut!“  Luther,  der  anfänglich  zum  Frieden
geraten  hatte,  forderte  jetzt  die  Fürsten  auf,  mit  dem  Schwerte  dreinzuschlagen
und  kein  Erbarmen  mit  den  räuberischen  und  mörderischen  Bauern  zu  haben.
Bald  zogen  der  Kurfürst  von  Sachsen,  der  Landgraf  von  Hessen  u.  a.  Fürsten
mit  ihren  Scharen  nach  Thüringen,  wo  Thomas  Münzer  mit  seinem  Anhange
arg  gehaust  hatte.  Bei  Frankenhausen  kam  es  (1525)  zum  Kampfe.  Münzer
hatte  8000  Mann  um  sich  versammelt.  Die  Fürsten,  deren  Heeresmacht  weit