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viele  Mitglieder.  Um  sie  nun  neu  zu  beleben  und  vor  weiterm  Abfall  zu  bewahren,
  berief  der  Papst  auf  dringenden  Wunsch  des  Kaisers  das  Konzil  zu
Trient.  Hier  wurden  die  Hauptlehren  der  katholischen  Kirche  noch  einmal  bestimmt
  festgestellt  und  in  einer  kurzen  Glaubensformel  zusammengefaßt.  Diese
trägt  den  Namen  „das  tridentinische  Glaubensbekenntnis“.  Auch  wurden  hier
mancherlei  Mißbräuche  abgeschafft,  die  sich  in  die  Kirche  eingeschlichen  hatten,
und  mancherlei  Gesetze  und  Vorschriften  zur  Förderung  der  katholischen  Kirche
gegeben.

5.  Der  schmalkaldische  Krieg.  (Schlacht  bei  Mühlberg  1547.)  Auch
die  protestantischen  Fürsten  waren  zu  dem  Konzil  in  Trient  eingeladen.  Aber
sie  erschienen  nicht,  weil  sie  eine  „unpartelsche"  Kirchenversammlung  wollten.
Ebenso  besuchten  sie  den  Reichstag  zu  Regensburg  nicht,  den  der  Kaiser  1546
abhielt.  Da  sprach  der  Kaiser  über  die  Häupter  des  schmalkaldischen  Bundes,
den  Kurfürsten  Johann  Friedrich  von  Sachsen  und  den  Landgrafen  Philipp
von  Hessen,  wegen  Hochverrats  die  Acht  aus  und  suchte  sie  mit  den  Waffen  zum
Gehorsam  zu  zwingen.  Er  rückte  gegen  den  Kurfürsten  heran.  Bei  Mühlberg
a.  E.  kam  es  1547  zur  Schlacht.  Der  Kaiser  siegte,  und  der  Kurfürst  wurde,
nachdem  er  durch  einen  Hieb  ins  Gesicht  arg  verwundet  worden  war,  gefangen
genommen.

Mit  blutigem  Gesicht  und  Panzer  kam  er  zum  Kaiser,  kniete  vor  ihm  und  redete  ihn
an:  „Allergnädigster  Kaiser!"  „So?“  entgegnete  Karl,  „bin  ich  nun  Euer  gnädigster
Kaiser?  So  habt  Ihr  mich  lange  nicht  geheißen!“  Da  sagte  der  Kurfürst:  „Ich  bin  Ew.
Kaiserlichen  Majestät  Gefangener  und  bitte  um  ein  fürstliches  Gefängnis.“  „Wohl“,  gab
der  Kaiser  zur  Antwort,  „Ihr  sollt  gehalten  werden,  wie  Ihr  es  verdient,“  und  ließ  ihn
ins  kaiserliche  Lager  abführen.

Später  wurde  der  Kurfürst  zum  Tode  verurteilt,  doch  wagte  der  Kaiser
nicht,  das  Urteil  zu  vollstrecken,  sondern  verwandelte  es  in  ewige  Gefangenschaft.
Nach  der  Schlacht  zog  der  Kaiser  als  Sieger  in  Wittenberg  ein,  der  Haupstadt
Kursachsens.  Dort  zeigte  man  ihm  auch  Luthers  Grab  in  der  Schloßkapelle,
und  einer  von  den  kaiserlichen  Feldherren,  der  Herzog  Alba,  riet  ihm,  den  Ketzer
ausgraben  und  verbrennen  zu  lassen.  Der  Kaiser  aber  sprach:  „Er  bleibe  in
Ruhe!  Ich  führe  nicht  Krieg  mit  den  Toten,  sondern  mit  den  Lebendigen."“

6.  Herzog  Moritz  von  Sachsen,  der  Schwiegersohn  Philipps  von  Hessen,
lebte  mit  seinem  Vetter  Johann  Friedrich  von  Sachsen  häufig  in  Streit.  Infolgedessen
  sagte  er  sich  vom  schmalkaldischen  Bunde  los  und  schloß  sich  dem  Kaiser
an.  Dieser  erkor  ihn  bald  zu  seinem  Lieblinge  und  belehnte  ihn  nach  der  Gefangennahme
  Johann  Friedrichs  bei  Mühlberg  mit  dem  Kurfürstentum  Sachsen.
Als  nun  Karl  V.  seinen  Zorn  an  Philipp  von  Hessen  auslassen  und  ihn  gefangen
nehmen  oder  aus  dem  Lande  jagen  wollte,  verwandte  sich  Moritz  für  seinen
Schwiegervater  beim  Kaiser.  Dieser  versprach  ihm  auch,  daß  der  Landgraf
weder  mit  Leibesstrafe  noch  ewigem  Gefängnis  belegt  werden  solle,  wenn  er  fußfällig
  Abbitte  thäte.  Der  Landgraf  fügte  sich  und  begab  sich  nach  Halle  zum
Kaiser.  Hier  kniete  er  vor  ihm  nieder  und  ließ  die  Abbitte  durch  seinen  Kanzler
vorlesen.  Da  er  aber,  wie  man  erzählt,  während  des  Vorlesens  lächelte,  hob
der  Kaiser  den  Finger  drohend  in  die  Höhe  und  sagte:  „Woll,  ick  sall  jü  lachgen
lehren!“  und  ließ  ihn  nach  dem  Abendessen  bei  seinem  General,  dem  Herzog
Alba,  verhaften.  Darüber  aufs  höchste  empört,  wandte  sich  Moritz  wieder  seinen
evangelischen  Glaubensgenossen  zu  und  zog  mit  einem  Heere  plötzlich  gegen  den
Kaiser.  Dieser  hielt  sich  gerade  krank  und  wehrlos  in  Innsbruck  auf.  Um