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Daun  verfolgte  er  den  Dänenkönig  Christian,  der  von  Tilly  bei  Luther  am  Baren—
berge  geschlagen  war  und  auf  seine  Inseln  flüchtete.  Da  Wallenstein  ihm  aus
Mangel  an  Schiffen  nicht  folgen  konnte,  so  belagerte  er  Stralsund,  das  sich
weigerte,  eine  kaiserliche  Besatzung  aufzunehmen.  Dieses  aber  wurde  von  der
Seeseite  durch  schwedische  und  dänische  Schiffe  unterstützt.  Deshalb  mußte  Wallenstein
  die  Belagerung  aufgeben.

6.  Wallensteins  Absetzung.  Wallensteins  Scharen  verübten  in  katholischen
wie  in  protestautischen  Ländern  die  größten  Erpressungen  und  Ausschweifungen.
Wohin  sie  kamen,  gingen  Dörfer  und  Städte  in  Rauch  auf.  Was  die  rohen
Soldaten  nicht  verzehren  konnten,  verdarben  sie  aus  Mutwillen.  Immer  lauter
wurden  die  Klagen  der  Fürsten  und  Völker.  Da  berief  der  Kaiser  1630  die
Kurfürsten  nach  Regensburg.  Alle  erhoben  hier  schmerzliche  Klagen  über  Wallenstein
  und  sein  Heer;  alle  verlangten  die  Entlassung  Wallensteins  und  seiner
Scharen.  Da  willigte  der  Kaiser  ein,  und  Tilly  wurde  zum  alleinigen  Feldherrn
des  Heeres  ernannt.  Wallenstein  nahm  seine  Entlassung  scheinbar  gleichgültig
auf  und  zog  sich  auf  seine  Güter  in  Böhmen  zurück.

7.  Gustav  Adolf.  Kaum  hatte  der  Kaiser  Ferdinand  Wallenstein  entlassen
und  damit  auf  seine  militärische  Macht  verzichtet,  da  erschien  ein  neuer  Feind.
Es  war  Gustav  Adolf,  der  König  von  Schweden.  Im  Jahre  1630  landete  er
mit  15000  Mann  auf  der  Insel  Usedom  und  vertrieb  die  kaiserlichen  Truppen
aus  Mecklenburg  und  Pommern.  Durch  Zureden  und  Drohungen  brachte  er
die  Herzöge  dieser  Länder  und  den  Kurfürsten  von  Brandenburg  dahin,  ein
Bündnis  mit  ihm  zu  schließen.  Ebenso  verband  sich  die  Stadt  Magdeburg  mit
ihm.  Fast  alle  übrigen  protestantischen  Fürsten  und  Stände  wollten  sich
üm  einem  Fremden,  nicht  anschließen,  um  gegen  ihre  deutschen  Brüder  zu
ämpfen.

8.  Zerstörung  Magdeburgs.  Tilly  wandte  sich  nun  zuerst  gegen  Magdeburg,
  das  von  dem  schwedischen  Obristen  Dietrich  von  Falkenburg  verteidigt
wurde.  Nachdem  er  mehrere  Wochen  die  Stadt  belagert  und  mit  Kanonen  beschossen
  hatte,  gab  er  eines  Morgens  das  Zeichen  zum  Sturm.  Kaum  hatten
jedoch  seine  Leute  die  Mauern  erstiegen,  da  loderte  an  verschiedenen  Stellen
Feuer  auf,  verborgene  Pulverminen  entzündeten  sich,  und  in  kurzer  Zeit  stand
die  ganze  Stadt  in  Flammen.  Am  Abend  des  Tages  lag  Magdeburg  in  Schutt
und  Asche.  Nur  der  Dom,  ein  Kloster  und  einige  Fischerhütten  an  der  Elbe
waren  übrig  geblieben.  Tilly  brach  beim  Anblick  der  rauchenden  Trümmer  in
Thränen  aus.  Den  Untergang  Magdeburgs  hatte  er  am  meisten  zu  beklagen,
da  ihm  dadurch  ein  wichtiger  Stützpunkt  verloren  ging.

9.  Tillys  Tod.  Von  Magdeburg  zog  Tilly  nach  Sachsen,  um  den  Kurfürsten
  von  Sachsen  zum  Anschluß  an  den  Kaiser  zu  zwingen.  Dieser  aber
schloß  sich  den  Schweden  an  und  rief  Gustav  Adolf  zu  Hilfe.  Tilly  hatte  bei
Breitenfeld  unweit  Leipzig  Stellung  genommen.  Dort  wurde  er  von  den
schwedisch-sächsischen  Truppen  völlig  geschlagen.  Aus  36  Schlachten  war  er  als
Sieger  hervorgegangen;  hier  erlitt  er  die  erste  Niederlage.  Im  folgenden  Jahr
1632  wurde  er  am  Lech  abermals  besiegt  und  dabei  am  Knie  tödlich  verwundet.

Seine  trauernden  Soldaten  brachten  ihn  nach  der  Festung  Ingolstadt,  wo  er
15  Tage  darauf  starb.

10.  Wallensteins  Wiedereinsetzung.  Durch  den  Tod  Tillys  war  der  Kaiser