 

in  große  Not  geraten.  In  seiner
bedrängten  Lage  wandte  er  sich  an
Wallenstein  und  bat  ihn,  ein  neues
Heer  zu  werben.  Darauf  hatte
dieser  gewartet.  Anfangs  benahm
er  sich  kalt,  sagte  aber  endlich  zu.
Wie  durch  einen  Zauberschlag  schuf
er  in  wenig  Tagen  eine  neue
Armee.  „Das  Heer  ist  da,  nun
schickt  einen  Führer!“  schrieb  er  nach
Wien.  Und  nochmals  mußte  ihn
der  Kaiser  bitten,  den  Oberbefehl
selbst  zu  übernehmen.  Wallenstein
sagte  zu,  forderte  aber  unumschränkte
  Gewalt  über  sein  Heer.
Der  Kaiser  bewilligte  alles.

11.  Lützen.  1632.  Mit  dem
neuerworbenen  Heere  stellte  er  sich
Gustav  Adolf  gegenüber.  Bei  Lützen,
nicht  weit  von  Leipzig,  kam  es  zur

 

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V*[  —  8272  dchlacht.  Es  war  ein  harter  Kampf.
“  ——t44  Nach  vierstündiger  blutiger  Arbeit
*  neigte  sich  der  Sieg  auf  die  Seite
Gustav  Adolfs  Tod.  der  Schweden.  Da  erhält  Wallenstein

  Verstärkung  durch  neue  Truppen
und  drängt  die  Schweden  zurück.  Als  Gustav  Adolf  dies  sieht,  eilt  er  in  die
weichenden  Reihen,  um  die  Ordnung  wiederherzustellen.  Sein  kurzes  Gesicht
bringt  ihn  aber  dem  Feinde  zu  nahe.  Da  bekommt  sein  Pferd  einen  Schuß
durch  den  Hals,  ein  zweiter  zerschmettert  dem  Könige  den  linken  Arm,  und
gleich  darauf  erhält  er  einen  Schuß  in  den  Rücken,  der  ihn  tötet.  Sein  blutbeflecktes
  Pferd  jagt  wiehernd  durch  die  Reihen  der  Schweden  und  verkündetihnen
  das  Schicksal  ihres  Führers.  Mit  großer  Erbitterung  über  den  Verlust
ihres  Königs  dringen  diese  von  neuem  auf  Wallenstein  ein.  Aber  erst  die  einbrechende
  Nacht  machte  dem  schrecklichen  Kampfe  ein  Ende.

12.  Wallensteins  Tod.  Nach  dem  Tode  Gustav  Adolfs  wäre  es  Wallenstein
  leicht  gewesen,  die  Feinde  des  Kaisers  einzeln  anzugreifen  und  zu  schlagen.
Allein  er  hielt  sich  geraume  Zeit  ganz  ruhig  in  Böhmen  und  knüpfte  mit  den
Sachsen  und  Schweden  Unterhandlungen  an.  Da  ächtete  ihn  der  Kaiser,  und
Wallenstein,  der  nun  förmlich  von  ihm  absiel  und  mit  den  Schweden  unterhandelte,
  eilte  mit  5  Regimentern  nach  Eger,  um  hier  Schutz  zu  suchen.  Aber
3  Obersten  aus  der  Besatzung  stifteten  eine  Verschwörung  gegen  ihn  an  und  beschlossen,
  ihn  zu  ermorden.  Zuerst  wurden  des  Herzogs  Freunde  abends  beim
Mahle  niedergemacht.  Noch  in  derselben  Nacht  wurde  der  Hauptschlag  vollführt.
Der  Herzog  war  früh  zu  Bett  gegangen,  nachdem  er  sich  vorher  noch  lange  mit
Seni,  seinem  Sterndeuter,  unterhalten.  Es  war  11  Uhr.  Der  Sturm  heulte;
die  Fenster  klirrten.  Da  stürmte  einer  der  Hauptanführer  mit  seinen  Dragonern
die  Treppe  hinauf.  Ein  Kammerdiener  wurde  im  Vorzimmer  niedergehauen,  ein
andrer  entsprang  mit  dem  Schrei:  „Rebellen,  Rebellen!“  Durch  diesen  Lärm