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herum  pfiffen  die  Kugeln,  und  er  war  in  großer  Lebensgefahr.  Dies  merkte  sein  Stallmeister
Froben.  „Herr  Kurfürst,“  ruft  er,  „Euer  Schimmel  ist  schen,  gebt  ihn  mir  und  besteigt  meinen
Braunen.“  Der  Kurfürst,  nichts  ahnend,  geht  auf  den  Tausch  ein.  Wenige  Minuten  später
sinkt  der  edle  Froben,  von  einer  Kugel  tödlich  getroffen,  vom  Pferde.  Er  war  ein  Opfer
seiner  Treue  geworden.  (Ob  Sage,  ob  Wahrheit,  ist  noch  unentschieden.)

10.  Friede.  Der  Kurfürst  hatte  einen  glänzenden  Sieg  gewonnen.  Im  nächsten
Winter  vertrieb  er  die  Schweden  gänzlich  aus  Pommern;  er  hoffte  nun,  dieses  Land
ganz  zu  bekommen.  Aber  beim  Friedensschlusse  erhielt  er  nur  einen  kleinen  Landstrich
am  rechten  Oderufer.  Durch  den  Sieg  bei  Fehrbellin  war  jedoch  Brandenburg  mit
einem  Schlage  eine  geachtete  Macht  in  Europa  geworden.  Die  Franzosen  aber  hörten
mit  ihren  Räubereien  auch  jetzt  noch  nicht  auf.  Mitten  im  Frieden  überfielen  sie  1681  die
freie  Reichsstadt  Straßburg  und  raubten  sie.  (Wann  hat  sie  Deutschland  wieder  erobert?)

11.  Kolonie.  Noch  im  Alter  brachte  der  Kurfürst  seinen  Lieblingsgedanken  zur  Ausführung:
er  gründete  eine  Kolonie.  Nachdem  er  sich  mit  Hilfe  der  Holländer  nach  und  nach  eine  Flotte  verschafft
  hatte,  schickte  er  diese  1682  nach  der  Westküste  Afrikas.  Dort  wurde  mit  einigen  Negerhäuptlingen
  ein  Vertrag  abgeschlossen  und  dann  die  Feste  Großfriedrichsburg  errichtet.  (Do  diese
Kolonie  aber  nicht  gedeihen  wollte,  verkaufte  sie  Friedrich  Wilhelm  I.  später  an  die  Engländer).

12.  Als  Christ.  Tod.  Der  Kurfürst  war  ein  frommer  Christ.  Sein  Wahlspruch
  war:  „Gott  meine  Stärke“,  und  diesem  Wahlspruche  gemäß  lebte  er  auch.
Jeden  Tag  hielt  er  knieend  in  seinem  Schlafgemache  sein  Morgen=  und  Abendgebet.
Die  Kirche  besuchte  er  jeden  Sonntag,  und  oft  nahm  er  teil  an  der  Feier  des  heiligen
Abendmahls.  Als  in  Frankreich  die  Hugenotten  unterdrückt  wurden,  bot  er  ihnen
Brandenburg  als  Zufluchtsstätte  an  und  nahm  an  20  000  in  sein  Land  auf.  —  Als
er  sein  Ende  nahen  fühlte,  versammelte  er  die  Seinen  um  sich,  um  Abschied  zu  nehmen.
Seine  letzten  Worte  waren:  „Ich  weiß,  daß  mein  Erlöser  lebt,  und  der  wird  mich