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hende  Felder  und  Wiesen  verwandelten.  (Über  Westpreußen  s.  S.  57  !)  Auch  den  Drömling
  —  eine  sumpfreiche  Gegend  in  der  Altmark  —  ließ  er  entwässern  und  anbauen.

3.  Handel  und  Verkehr.  Sehr  viel  that  auch  der  König  zur  Hebung  des
Handels  und  Gewerbes.  So  ließ  er  z.  B.  in  Schlesien  Spinnschulen  und  in  Berlin
eine  Porzellanfabrik  anlegen.  Alles,  was  in  Preußen  verbraucht  wurde,  sollte  auch
in  Preußen  angefertigt  werden.  Fremde  Waren  (an  400  Arten)  unterlagen  einer
hohen  Steuer.  Wolle  durfte  nicht  ausgeführt  werden.  Alle  Luxusgegenstände  wurden
ebenfalls  hoch  besteuert.  Kaffee  und  Tabak  verkaufte  allein  der  Staat.  Das  Kanalnetz
  vergrößerte  er  durch  den  Bromberger,  den  plaueschen  und  den  Finowkanal.

4.  Recht  und  Gerechtigkeit.  Zwei  Dinge  waren  es  besonders,  die  den  König
zum  Liebling  des  gemeinen  Volkes  machten:  einmal  war  er  der  große  Siegesheld,
und  sodann  war  er  durch  und  durch  gerecht.  Bei  ihm  gab  es  kein  Ansehen  der
Person.  Wehe  dem  Richter,  der  zu  Gunsten  eines  Edelmanns  dem  armen  Bauer
unrecht  gab!  Einst  hatte  ein  Graf  einem  Müller,  Namens  Arnold,  das  Wasser  zu
seiner  Mühle  teilweise  entzogen,  wozu  er  kein  Recht  hatte.  Das  Gericht  aber  gab
ihm  dennoch  recht.  Als  das  der  König  hörte,  schickte  er  die  Gerichtsräte  auf  die
Festung  und  sagte:  „Der  geringste  Bauer,  ja,  der  Bettler  ist  ebensowohl  ein
Mensch  wie  Se.  Majestät,  und  vor  dem  Gericht  sind  alle  Menschen  gleich,  es  mag
sein  ein  Prinz,  der  wider  einen  Bauer  klagt,  oder  auch  umgekehrt“.  Bekannt  ist  auch
die  Sage  von  dem  Müller  zu  Sanussouci.  —  Gleich  beim  Antritte  seiner  Regierung
verbot  Friedrich  die  Anwendung  der  grausamen  Folter.  Gegen  Ende  seiner  Regierung
  ließ  er  ein  Gesetzbuch,  das  „Allgemeine  preußische  Landrecht“,  ausarbeiten.
Es  war  dies  das  erste  Gesetzbuch,  das  in  deutscher  Sprache  geschrieben  war,  und  noch
heute  bildet  es  die  Grundlage  des  preußischen  Rechts.  (S.  60).

5.  Kunst  und  Wissenschaft.  Fürstenbund.  Friedrich  war  selbst  ein  guter
Musiker,  und  darum  wurde  die  Musik  zu  seiner  Zeit  sehr  gepflegt.  Auch  ließ  er
prachtvolle  Bauten  aufführen,  unter  denen  besonders  das  neue  Palais  und  Sanssouci
bei  Potsdam  zu  nennen  sind.  Wie  sein  Vorgänger  sorgte  Friedrich  auch  für  Schulbildung
  in  seinem  Lande.  In  den  Dorfschulen  sah  es  damals  noch  recht  jämmerlich
aus.  Es  fehlte  an  ordentlichen  Schulhäusern,  und  als  Lehrer  wurden  Handwerker,
gewesene  Bediente  und  Unteroffiziere  angestellt,  Leute,  die  zuweilen  selber  kaum  schreiben
und  lesen  konnten.  Friedrich  erließ  daher  gleich  nach  Abschluß  des  Hubertusburger
Friedens  ein  „General-Landschulreglement“,  dem  zufolge  in  allen  Dörfern  besondere
Schulhäuser  gebaut  und  ordentliche  Lehrer  angestellt  werden  sollten.  —  Um  den  Besitzstand
  im  Reiche  zu  sichern  und  sich  vor  östreichischer  Eroberungssucht  zu  schützen,  schloß
er  1785  mit  Sachsen  und  Hannover  den  „deutschen  Fürstenbund“.  Diesem  traten
bald  die  meisten  deutschen  Fürsten  bei.

f.  Friedrichs  Persönlichkeit,  letzte  Regierungszeit  und  Tod.

1.  Persönlichkeit  und  Lebensweise.  Der  große  König  war  von  Gestalt  nur
klein,  im  Alter  etwas  gekrümmt.  Aber  das  Feuer  seiner  Augen  verriet  auch  da  noch
seinen  großen  Geist.  Er  trug  gewöhnlich  einen  blauen,  etwas  abgetragenen  Rock,
lange  bis  über  die  Kniee  reichende  Stiefel  und  einen  dreieckigen  Hut.  Bald  nach
Beendigung  des  2  schlesischen  Krieges  ließ  er  sich  nahe  bei  Potsdam  das  Lustschloß
Saussouci  bauen.  Dort  verbrachte  er  den  größten  Teil  des  Jahres,  jeden  Tag  in
streng  geregelter  Thätigkeit.  „Der  König“,  sagte  er,  „ist  der  erste  Diener  seines
Staates  und  wird  gut  genug  bezahlt  für  sein  Amt,  um  ordentlich  zu  arbeiten“.  Im
Sommer  stand  er  schon  um  3  Uhr,  selten  nach  4  Uhr  auf.  Seine  Diener  mußten  ihn
um  diese  Zeit  wecken  und  erforderlichen  Falls  zum  Aufstehen  nötigen.  Einst  sagte  er
an  einem  kalten,  regnerischen  Morgen  zu  seinem  Kammerdiener:  „Laß  mich  noch  ein