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wenig  schlafen,  ich  bin  noch  gar  zu  müde.“  Dieser  aber  erklärte  rundweg,  es  sei  4  Uhr,
er  könne  sich  nicht  abweisen  lassen,  und  zog  ihm  die  Decke  weg.  „Das  ist  brav“,  rief
der  König  aufstehend,  du  würdest  auch  übel  angekommen  sein,  wenn  du  mich  hättest
liegen  lassen".  Vor  Tisch  ritt  er  gewöhnlich  aus,  immer  im  Trab  oder  Galopp.  Bei
großer  Kälte  ging  er  auch  wohl  zu  Fuß;  aber  sowohl  beim  Reiten  als  beim  Gehen  trug
er  einen  Krückstock  und  war  in  der  Regel  von  drei  bis  vier  Windspielen,  seinen  Lieblingen,
  begleitet.  —  Schlag  12  Uhr  wurde  das  Mittagessen  aufgetragen.  Die  Unterhaltung
  bei  Tische  war  meist  sehr  lebhaft.  Gegen  Abend  veranstaltete  der  König  gewöhnlich
  ein  Konzert  in  seinem  Schlosse;  dabei  spielte  er  dann  die  Flöte.  Erst  um
Mitternacht  ging  er  zu  Bett;  „denn  nichts“,  sagte  er,  „hat  mehr  Ahnlichkeit  mit  dem
Tode  als  der  Müßiggang“.

2.  Die  letzte  Regierungszeit.  Bis  in  sein  höchstes  Alter  war  Friedrich  für
sein  Land  thätig,  und  eine  seiner  größten  Sorgen  war  jetzt,  seinem  Lande  den
Frieden  zu  erhalten.  Gegen  jedermann  war  er  leutselig,  und  so  war  er  denn  der
Liebling  seines  ganzen  Volkes  geworden.  Gewöhnlich  nannte  man  ihn  den  „alten
Fritz“.  So  oft  er  in  die  Stadt  geritten  kam,  war  es  ein  festliches  Ereignis  für
die  Berliner.  Die  Bürger  traten  aus  den  Thüren  und  grüßten  ehrerbietig,  und
er  erwiderte  jeden  Gruß,  indem  er  den  Hut  abzog.  Nicht  selten  liefen  viele  Kinder
vor  und  neben  ihm  her,  riefen  ihm  Lebehochs  zu,  warfen  ihre  Mützen  jubelnd  empor,
  wischten  ihm  auch  wohl  den  Staub  von  den  Stiefeln  und  trieben  sonst  allerlei
Possen.  Friedrich  störte  nie  ihre  Freude,  nur  wenn  sie  sein  Pferd  neckten,  daß
es  scheu  ward,  stieß  er  wohl  einige  Drohungen  aus  und  ritt  dann  ruhig  weiter.
Als  es  einst  die  Buben  gar  zu  arg  machten,  erhob  er  seinen  Krückstock  und  gebot
ihnen  drohend:  „Schert  euch  in  die  Schule,  ihr  Buben!“  Diese  aber  riefen  ihm
jubelnd  zu:  „Etsch,  der  will  König  sein  und  weiß  nicht  einmal,  daß  Mittwoch-Nachmittag
  keine  Schule  ist!“  (Gedicht:  Mittwoch-Nachmittag.)

 

   
 
      
 

 

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Der  alte  Fritz.