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Franzosen  geschlagen,  so  von  Kleist  bei  Kulm  (30.  August),  von  Bülow  bei  Dennewitz
(6.  Sept.)  und  von  York  bei  Wartenburg  a.  E.  (3.  Oltober).

8.Die  Völkerschlacht  bei  Leipzig  (18.  Oktober).  In  der  weiten  Ebene  um
Leipzig  kam  es  zum  letzten  großen  Entscheidungskampfe.  Am  16.  begann  der  Kampf
bei  dem  Dorfe  Wachau.  Fünfmal  nahmen  es  die  Verbündeten,  fünfmal  wurde  es
ihnen  wieder  entrissen.  Von  dem  gewaltigen  Kanonendonner  erbebte  die  Erde,  und  in
dem  nahen  Leipzig  zersprangen  die  Fensterscheiben.  Napoleon  glaubte  schon,  den  Sieg
errungen  zu  haben,  und  ließ  in
Leipzig  die  Glocken  läuten.  Aber  Halleg
er  hatte  zu  früh  gejubelt.  Es
kam  zu  keiner  Entscheidung  bei
Wachau.  Dagegen  hatte  Blücher
bei  dem  Dorfe  Möckern  zu
gleicher  Zeit  einen  vollständigen  #  k  %%  Leipzig
Sieg  errungen.  Dreimal  hatte  lm——i  m
er  das  Dorf  mit  Sturm  genom-  *
men,  dreimal  war  er  zurückgeschlagen
  worden.  Als  er  zum
viertenmal  stürmte,  zog  sich  der
Feind  bis  nach  Leipzig  zurück.
Der  folgende  Tag  war  ein  Sonntag,  da  ruhten  die  Waffen.  Aber  früh  am  18.  begann
  der  Kampf  von  neuem.  Napoleon  hatte  seine  Hauptstellung  beim  Dorfe  Probstheida
  und  leitete  die  Schlacht  von  einem  Windmühlenhügel  aus.  Die  verbündeten
Herrscher  standen  auf  dem  Galgenberge.  Es  war  ein  furchtbarer  Kampf.  Vor  Propstheida
  lagen  stellenweise  die  Leichen  so  hoch,  daß  die  Kämpfer  nicht  mehr  darüber  hin—
weg  konnten.  Während  der  Schlacht  gingen  die  Sachsen  und  eine  Abteilung  Württem—
berger  zu  den  Verbündeten  über.  Napoleon  konnte  nun  der  Übermacht  nicht  standhalten
  und  mußte  sich  nach  Leipzig  zurückziehen.  Am  19.  wurde  Leipzig  erstürmt,
und  schon  am  Nachmittag  hielten  König  Friedrich  Wilhelm  und  Kaiser  Alexander  von
Rußland  ihren  Einzug  in  die  Stadt.  Als  Blücher  auf  den  Markt  kam,  umarmte  ihn
der  Kaiser  Alexander  und  sagte:  „Mein  lieber  General,  Sie  haben  das  Beste  gethan,
Sie  sind  der  Befreier  Deutschlands.“  Blücher  aber  entgegnete:  „Majestät,  habe  nur
meine  Schuldigkeit  gethan.“  Der  König  drückte  ihm  gerührt  die  Hand  und  ernannte
ihn  zum  Feldmarschall.

7  Nach  Paris.  Mit  großer  Hast  eilten  nun  die  Franzosen  dem  Rhein  zu.  Blücher
aber  setzte  ihnen  nach.  In  der  Neujahrsnacht  1814  schritt  er  über  den  Rhein.  Unter
fortwährenden  Kämpfen  rückten  die  Verbündeten  langsam  vor,  gerade  auf  Paris  los.  Am
30.  März  wurde  es  erobert,  und  schon  am  nächsten  Tage  (31.  März)  zogen  die  Berbündeten
  in  die  Stadt  ein.  Napoleon  aber  wurde  abgesetzt  und  nach  der  Insel  Elba  verwiesen.

10.  Der  Wiener  Kongreß.  1814—15.  Bald  nach  Beendigung  des  gewaltigen
  Krieges  versammelten  sich  die  verbündeten  Fürsten  in  Wien,  um  den  Länderbesitz
  der  einzelnen  Staaten  festzustellen.  Nach  langem  Streit  kam  endlich  eine  Einigung
zustande.  Preußen  erhielt  alle  Länder  zurück,  die  es  vor  dem  Tilsiter  Frieden  besessen
  hatte,  dazu  die  Hälfte  des  Königreichs  Sachsen  und  das  Großherzogtum  Posen.
Am  Rhein  wurden  ihm  die  Herzogtümer  Jülich  und  Berg,  das  Siegener  Land,  die
ehemals  geistlichen  Gebiete  von  Köln  und  Trier  sowie  andere  kleine  Gebiete  zugesprochen,
  so  daß  hier  eine  neue  Provinz,  die  Rheinprovinz,  gebildet  werden  konnte.
—  An  die  Stelle  des  ehemaligen  deutschen  Reiches  trat  jetzt  der  „deutsche  Bund“;
er  umfaßte  Ostreich  und  Preußen  und  außerdem  noch  37  Staaten.

 

 

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