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und  ihr  Wasser  zu  erwärmen.  Im  Winter  friert  deshalb  das  Wasser  der  Ostsee
auch  teilweise  zu.  Wenn  längere  Zeit  ein  starker  Nord=  oder  Nordostwind  weht,
dann  sind  die  Bewohner  der  Südküste  leicht  der  überschwemmung  ausgesetzt,  da  die
Wogen  zuweilen  die  18—20  m  hohen  Dünen  überfluten  oder  durchbrechen.

4.  Rettungsstationen.  Die  Küsten  der  Ost=  und  Nordsee  sind  mit  ihren  Dünen
und  Sandbänken  der  Schiffahrt  sehr  gefährlich.  In  dem  Jahre  1879—80  allein
haben  112  Schiffe  durch  Sturm  und  Strandung  hier  ihren  Untergang  gefunden.
Zur  Rettung  der  Mannschaften  solcher  gestrandeten  Schiffe  hat  man  am  Strande
der  Nord=  und  Ostsee  schon  mehr  als  100  Rettungsstationen  errichtet.  Das  sind
große  Wachtbuden,  in  denen  die  Rettungswerkzeuge  aufbewahrt  werden.  Stets  hält
ein  Mann  Wache.  Sobald  er  ein  gestrandetes  oder  in  Not  befindliches  Schiff  entdeckt,
ruft  er  die  Rettungsmannschaften  aus  dem  Dorfe  herbei.  Schnell  wird  das  eiserne
Rettungsboot  an  die  betreffende  Stelle  gefahren  und  ins  Wasser  gebracht.  Gelingt
es  nicht,  dem  Schiffe  mit  dem  Boote  zu  nahen,  so  schießt  man  auch  wohl  eine
Rakete  mit  einer  daran  befestigten  Leine  auf  das  Schiff.  Die  Schiffbrüchigen  fangen
die  Leine  auf  und  ziehen  mit  ihr  ein  dickes  Tau  vom  Strande  herbei.  Dieses  wird

 

 

 

 

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an  dem  Mastbaume  festgebunden,  und  dann  versuchen  die  Schiffsleute,  mit  den
Händen  am  Seil  weitergreifend,  sich  durch  die  Wogen  hindurch  zu  arbeiten.  —
Durch  die  Rettungsstationen  wurden  1881  an  den  deutschen  Küsten  113  Menschen
vom  sichern  Tode  errettet.

5.  Dünen.  Die  Küste  der  Ostsee  ist  an  einigen  Stellen  hoch  und  steil  (Steilküste),
an  den  meisten  dagegen  flach  und  sandig  (Flachküste).  An  den  Flachküsten  schafft  sich  das
Meer  selbst  einen  Damm:  die  Dünen.  Das  sind  Sandberge,  die  der  Wind  aus  dem
trocknen  Ufersande  nach  und  nach  hier  angehäuft  hat.  Sie  sind  gewöhnlich  nur
3—18  m  hoch,  doch  erreichen  sie  an  manchen  Stellen  eine  Höhe  von  60  m  und
darüber.  Zum  Teil  sucht  man  die  Dünen  durch  Anbau  von  Sandhalm  und  Strandhafer
  zu  befestigen.  Sobald  sie  etwas  fest  geworden  sind,  bepflanzt  man  sie  auch  wohl
mit  Kiefern,  Weiden,  Erlen,  Pappeln,  Birken  u.  s.  w.  Manche  Dünen  aber  sind
ganz  kahl.  Diese  werden  bei  Nordweststürmen  nicht  selten  ins  Land  getrieben,
wo  sie  dann  Acker  und  Wiesen,  ja,  selbst  Häuser  und  Dörfer  verschütten.