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Moos-  und  Pflanzendecke  bleibt  das  Wasser  lange  Zeit  vor  Verdunstung  geschützt.  Aus
dem  in  die  Erde  gesickerten  Wasser  bilden  sich  dann  zahlreiche  Quellen,  bie  nach  allen
Seiten  hin  ins  Land  hinabeilen  und  die  durstigen  Gefilde  tränken.

11.  Die  Sudeten  ziehen  sich  auf  der  Grenze  zwischen  Schlesien  einerseits
und  Böhmen  und  Mähren  andrerseits  hin.  Die  wichtigsten  Teile  der  Sudeten
sind  das  Gesenke,  das  Glatzer  Bergland,  das  Waldenburger  Bergland,
das  Riesengebirge  und  das  Lausitzer  Gebirge.

12.  Das  Riesengebirge  ist  nach  der  Sage  die  Heimat  vieler  Riesen.  Schroff
und  steil  wie  eine  riesige  Mauer  steigt  es  aus  der  schlesischen  Ebene  empor.  Der
höchste  Berg  ist  die  Schneekoppe  (Koppe  =  Kopf).  Sie  ist  1600  m  hoch.  Die
Abhänge  des  Gebirges  sind  mit  Fichten  und  Kiefern  bewaldet.  Je  höher  man  aber
emporsteigt,  desto  kälter  wird  es.  Daher  findet  man  dort  oben  statt  der  schlanken
Kiefern  nur  verkrüppeltes  „Knieholz“,  das  sich  mühsam  am  Boden  hinwindet.
Die  höchsten  Gipfel  des  Gebirges  sind  kahl,  nur  das  Moos  und  die  Flechte  fristen
hier  ihr  kümmerliches  Dasein.  Dörfer  findet  man  auf  dem  Riesengebirge  gar  nicht,
wohl  aber  viele  einzelne,  hölzerne  Hirtenhäuser,  Bauden  genannt.  Eine  solche
Baude  enthält  in  der  Regel  2  Zimmer.  In  dem  größern  befindet  sich  der
gewaltige  Kachelofen.  Er  wird  das  ganze  Jahr  hindurch  geheizt.  Außerdem  ist
noch  ein  dritter  Raum  für  das  Vieh  vorhanden.  —  Um  Johannis  treibt  der  Bewohner
  des  Riesengebirges  seine  Herde  „zu  Berge“;  dann  hallt  das  Hochgebirge
14—15  Wochen  von  melodischem  Glockengeläute  wieder.  Mit  Eintritt  des  Oktobers
aber  stellt  sich  schon  Schneegestöber  ein.  Im  Winter  sind  die  Bauden  gänzlich
eingeschneit.  Oft  hat  man  weder  durch  Thüren  noch  Fenster  einen  Ausgang  aus
dem  Hause.  Nur  durch  den  Rauchfang  vermag  man  dann  das  Freie  zu  gewinnen.
Der  Weg  nach  dem  Thale  hinab  wird  in  dieser  Zeit  auf  Schneeschuhen  zurückgelegt.
  Er  ist  dann  durch  hohe  Stangen  bezeichnet.  Stirbt  im  Winter  jemand,
so  muß  das  Begräbnis  bis  gegen  das  Frühjahr  hin  verschoben  werden;  bis  dahin
wird  die  Leiche  im  Schnee  aufbewahrt.

13.  Das  Erzgebirge  bildet  die  Grenze  zwischen  Böhmen  und  dem  Königreiche
  Sachsen.  Während  es  aber  nach  Böhmen  hin  steil  abfällt,  geht  es  auf  der
sächsischen  Seite  in  das  sächsische  Bergland  über,  das  sich  allmählich  zum  Tieflande
senkt.  Der  höchste  Berg  des  Erzgebirges  ist  der  Keilberg  (1240  m).  Hier  im
höchsten  Teile  des  Gebirges  ist  das  Klima  rauh  und  kalt.  Der  Winter  dauert
volle  8  Monate,  und  auf  den  steinigen  Feldern  wollen  kaum  Kartoffeln,  Hafer
und  Lein  gedeihen.  Seinen  Namen  hat  das  Gebirge  von  seinem  Reichtum  an
Silbererzen.  Diese  waren  es  auch,  die  hier  eine  so  dichte  Bevölkerung  hervorriefen,
  wie  sie  kein  andres  Gebirge  in  solcher  Höhe  aufzuweisen  hat.  Die  Bewohner
im  obern  Teile  des  Erzgebirges  ernähren  sich  teils  als  Berg=  oder  Waldarbeiter,
teils  arbeiten  sie  in  Fabriken  aller  Art.  Da  werden  Strümpfe  und  Bänder  gewebt,
Löffel  und  Spielwaren  geschnitzt  u.  s.  w.  In  neuster  Zeit  mehren  sich  die  Fabriken
auch  hier  und  gewähren  den  Bewohnern  sichern,  wenn  auch  geringen  Verdienst.
(Sächsisches  Bergland  S.  115.)

14.  Der  Harz  ist  nächst  dem  Erzgebirge  das  silberreichste  Gebirge  in  Deutschland.
  Der  östliche,  niedrigere  Teil  des  Harzes  heißt  Unterharz.  Er  hat  ein  mildes
Klima  und  ist  daher  meist  mit  Laubwäldern  bestanden.  Seine  schönste  Gegend  ist  das
Bodethal  mit  der  Roßtrappe  und  dem  Hexentanzplatze.  Der  westliche,  höhere
Teil  des  Harzes  heißt  Oberharz.  Er  ist  seines  rauhen  Klimas  wegen  vorherrschend
mit  Fichtenwäldern  bedeckt.  Hier  liegt  der  höchste  Berg  des  Harzes,  der  Brocken.

15.  Der  Brocken  (Blocksberg)  ist  1140  m  hoch.  Von  Wernigerode,  Ilsenburg
  und  Harzburg  führen  gebahnte  Wege  auf  seinen  Gipfel.  Zu  beiden  Seiten
begleiten  uns  hier  hohe  Tannen  und  riesige  Felsblöcke.  Je  höher  wir  kommen,
desto  feuchter  und  kälter  wird  die  Luft