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und  ansehnliche  Dörfer;  im  Gebirge  dagegen  bestehen  die  Dörfer  aus  vereinzelt
liegenden  niedern  Häusern  mit  weitüberspringendem  Schindel-  oder  Strohdache.  Der
Reichtum  des  Schwarzwälders  ist  der  Wald.  Die  mächtigen  Baumstämme  werden
zu  Flößen  vereinigt  und  auf  dem  Neckar  und  Rhein  nach  Holland  gebracht.  Aber
auch  daheim  wird  nicht  gefeiert.  Dort  sitzen  in  ihren  niedern  Hütten  die  fleißigen
Arbeiter  und  Arbeiterinnen  und  flechten  Strohhüte  u.  dgl.  Ebenso  werden  die  weltberühmten
  „Schwarzwälder  Uhren"  hier  von  kunstgeübter  Hand  angefertigt.  —  Die
Thäler  des  Schwarzwaldes  zeichnen  sich  durch  berühmte  Heilquellen  aus.  Am  bekanntesten
  sind  Baden-Baden  und  Wildbad.

24.  Die  oberrheinische  Tiefebene  (S.  92)  ist  in  ihrem  südlichen  Teile  vielfach
  mit  Sand  und  Gerölle  angefüllt  und  daher  wenig  fruchtbar.  Mitten  in  der
Ebene  liegt  der  „Kaiserstuhl“,  eine  Gruppe  von  40—50  Bergkuppen.  Ihre
Abhänge  und  Thäler  sind  mit  üppigen  Obstbäumen,  Wäldern,  Wiesen  und  Feldern
bedeckt.  Je  weiter  nach  Norden,  desto  fruchtbarer  wird  die  Ebene.  Da  sie  auch
durch  Berge  gegen  die  rauhen  Winde  geschützt  ist,  hat  sie  das  mildeste  Klima  in
ganz  Deutschland.  Schon  anfangs  April  stehen  daher  Kirschen,  Pflaumen  und  Aprikosen
  in  voller  Blüte,  und  im  Juni  hat  man  bereits  reife  Kirschen.  Zu  den
schönsten  Stellen  der  Ebene  gehört  vor  allem  die  „Bergstraße".  Sie  zieht  sich  am
Fuße  des  Odenwaldes  durch  Obst=  und  Nußbaumhaine  von  Heidelberg  bis  nach
Darmstadt  hin  und  verleiht  der  Gegend  das  Aussehen  eines  großen  Obstgartens.

25.  Die  bayrische  Hochebene  liegt  zwischen  den  Alpen  und  der  Donau.  Sie
ist  die  höchstgelegene  Ebene  Deutschlands.  Schon  dieser  Umstand  läßt  auf  ein
rauhes  Klima  schließen.  (S.  89.)  Verschärft  aber  wird  dieses  rauhe  Klima  besonders
  noch  dadurch,  daß  die  warmen  Südwinde  durch  die  Alpen  zurückgehalten
werden,  während  die  kalten  Nordwinde  ungehindert  in  die  Ebene  eindringen  können.
Da  das  Landklima  vorherrscht,  so  sind  die  Winter  eisig  kalt,  die  Sommer  nicht
selten  drückend  heiß.  Im  Süden,  wo  die  Hochebene  8—1100  m  über  dem  Meere
liegt,  wird  das  Getreide  nicht  reif,  das  Gras  dagegen  wächst  sehr  üppig  und  begünstigt
  die  Viehzucht  ungemein.  Weiter  nach  der  Donau  zu  finden  sich  weit  ausgedehnte
  Sumpfniederungen,  „Möser“  oder  „Riede“  genannt,  an  der  Donau  selbst
aber,  besonders  östlich  von  Regensburg  an,  zieht  sich  eine  äußerst  fruchtbare
Gegend  hin,  die  eigentliche  „Kornkammer“  Bayerns.

.  Flüsse.

26.  Die  Hauptflüsse  Deutschlands  sind  Weichsel,  Oder,  Elbe,  Weser,
Rhein  und  Donau.  Die  Zahl  aller  schiffbaren  Flüsse  aber  beträgt  etwa  60.

27.  Die  Weichsel  entspringt  auf  den  Karpaten,  fließt  dann  in  einem  großen
Bogen  durch  Polen  (an  Warschau  vorbei)  und  tritt  oberhalb  der  Festung  Thorn
in  Westpreußen  ein.  Hier  durchbricht  sie  den  nördlichen  Landrücken  und  fließt  in
einem  8—  15  km  breiten,  tief  eingeschnittenen,  aber  äußerst  fruchtbaren  Thale  dem
frischen  Haff  und  der  Ostsee  zu.  Die  freundlichen  Weichselstädte  (Thorn,  Kulm,
Graudenz,  Elbing  u.  s.  w.)  liegen,  um  vor  Überschwemmungen  gesichert  zu  sein,
nicht  im  Thale  selbst,  sondern  auf  den  steilen  Anhöhen  zu  beiden  Seiten  desselben.
Oberhalb  Marienburg  teilt  sich  die  Weichsel  in  die  eigentliche  Weichsel,  die  der
Ostsee  zufließt,  und  in  die  Nogat,  die  ins  frische  Haff  mündet.  Beide  Flüsse
teilen  sich  vor  der  Mündung  in  viele  kleine  Arme  und  bilden  ein  sogenanntes  Delta
(nach  der  Form  des  griechischen  Buchstaben  &amp;  Delta  =  D).  (Ein  Delta  entsteht
vor  der  Mündung,  wenn  der  Strom  viele  feine  Schlammteilchen  zu  Boden  sinken
läßt.)  —  Die  Weichsel  dient  hauptsächlich  zum  Transport  des  polnischen  Getreides
und  Holzes  nach  Danzig.  Während  des  Sommers  ist  daher  der  breite  Strom

von  zahlreichen  Dampfern,  großen  Kähnen  mit  blendend  weißen  Segeln  und  mächtig
langen  Holzflößen  belebt.