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Düne  bei  Schwarzort.
Da  sich  das  Haff  durch  das  Wasser  der  Memel  füllt,  so  erklärt  es  sich
leicht,  weshalb  sein  Wasser  Süßwasser  (Flußwasser)  ist.  An  dem  Memeler  Tief
liegt  Memel,  der  nördlichste  Hafen  Preußens.  Dort  wird  viel  russisches  Holz
verladen,  das  auf  der  Memel  und  dem  Haff  hierhergebracht  wird.  Daher  finden
wir  in  Memel  auch  über  60  Sägemühlen,  in  denen  man  das  Holz  zu  Brettern,
Balken  u.  s.  w.  verarbeitet.  —  Zwischen  dem  kurischen  und  dem  frischen  Haff  liegt
wie  eine  Halbinsel  das  Samland;  an  seiner  Küste  wird  viel  Bernstein  gefunden.

In  das  frische  Haff  mündet  der  Pregel;  an  ihm  liegt  Königsberg.

2.  Königsberg  (175  T.)  ist  die  zweite  Hauptstadt  Preußens.  Ziemlich  in  der
Mitte  der  Stadt  steht  auf  einer  Anhöhe  das  königliche  Schloß.  Mit  diesem  ist  die
Schloßkirche  verbunden,  worin  am  18.  Januar  1701  die  Krönung  Friedrichs  I.
zum  Könige  „in“  Preußen  stattfand.  Königsberg  ist  eine  bedeutende  Handelsstadt.
Dazu  ist  es  durch  seine  Lage  vorzüglich  geeignet.  Die  größern  Seeschiffe  müssen
zwar  schon  bei  der  Festung  Pillau  „gelöscht“  werden  (warumy),  die  kleinern  aber
können  bis  an  den  Packhof  der  Stadt  fahren.  Königsberg  ist  auch  eine  starke
Festung,  durch  die  die  Ostgrenze  Preußens  gegen  Rußland  geschützt  werden  soll.

3.  Litanen.  Der  nördliche  Teil  Ostpreußens  führt  den  Namen  Litauen.
Weite  Sumpfstrecken  sind  hier  durch  den  Fleiß  der  Bewohner  in  fruchtbare  Felder
umgewandelt  worden.  So  gleicht  die  Gegend  um  Trakehnen,  einst  ein  wertloser
  Sumpf,  jetzt  einem  prächtigen  Garten.  Kreuz  und  guer  ziehen  sich  durch
diese  Gegend  dichte  Alleen,  und  auf  den  üppigen  Weideflächen  tummeln  sich,  von
berittenen  Hirten  überwacht,  große  Herden  edler  Rosse.  Auch  die  Tilsiter
Niederung  (westlich  von  Tilsit)  bestand  vor  150  Jahren  nur  aus  Bruch=  und
Moorland.  Jetzt  ist  sie  mit  ihren  üppigen  Kornfeldern,  kräftigen  Rinderherden
und  stattlichen  Bauernhäusern  eine  der  wohlhabendsten  Gegenden  Deutschlands.
Die  Litauer  sprechen  noch  heute  ihre  eigne  Sprache.  Sie  züchten  kräftige  Pferde
und  sind  auch  geschickte  Reiter.  Schon  der  kleine  Knabe  sitzt  auf  dem  kleinen,
muntern  Pferde  ohne  Zaum  und  Sattel  so  fest  wie  ein  Alter.

Die  Hauptstadt  Litauens  ist  Tilsit  an  der  Memel.  Hier  wurde  1807  auf
einem  Floßzelte  der  unglückliche  Friede  zwischen  Napoleon  I.  und  Friedrich  Wilhelm
  III.  abgeschlossen  (nachdem  Preußen  in  den  Schlachten  bei  Pr.  Eylan
und  Friedland  besiegt  worden  war).  Die  zweitgrößte  Stadt  Litauens  ist
Insterburg,  am  Pregel  gelegen.  Gumbinnen  wurde  1723  an  Stelle  eines

frühern  Dorfes  von  Friedrich  Wilhelm  I.  gegründet  und  den  vertriebenen  Salzburgern
  als  Wohnsitz  angewiesen.