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c.  Drovinz  Hommern.  (30  T.  akm  —  1,6  M.  E.  —  ⅛#  kath.)

1.  Das  Odergebiet.  Der  Hauptfluß  Pommerns  ist  die  Oder  (S.  10).  Sie
scheidet  die  Provinz  in  Vor=  und  Hinterpommern.  An  der  Oder  liegt  Stettin
(141  T.),  die  Hauptstadt  der  Provinz.  Durch  ihre  vorzügliche  Lage  ist  sie  auch
die  erste  Seehandelsstadt  Preußens  geworden.  Die  Oder  ist  hier  nämlich  so  tief,
daß  selbst  beladene  Seeschiffe  bis  an  die  Stadt  fahren  können.  Dazu  kommt  ferner,
daß  Stettin  der  nächste  Hafen  Berlins  ist.  Die  ausländischen  Waren,  die  nach
Berlin  gehen,  nehmen  daher  meistens  den  Weg  über  Stettin.  —  In  2  Stunden
fährt  man  von  Stettin  aus  mit  einem  Dampfboote  nach  dem  Stettiner  Haff.
Dieses  steht  durch  3  Arme,  Peene,  Swine  und  Dievenow  difenol,  mit  der
Ostsee  in  Verbindung.  Durch  diese  3  Wasserarme  werden  die  beiden  Inseln
Usedom  und  Wollin  gebildet.

2.  Vorpommern  hat  durchweg  recht  fruchtbaren  Boden  und  daher  blühende
Landwirtschaften  und  prächtige  Laubwälder.  Die  bedeutendsten  Städte  sind  hier
Strälsund  (S.  41)  und  Greifswald.  Die  vielen  Meeresbuchten  an  der  vorpommerschen
  Küste  sind  ungemein  fischreich.  Daher  beschäftigen  sich  hier  die  Küstenbewohner
  hauptsächlich  mit  Fischhang.  Namentlich  werden  viel  Heringe  gefangen,
die  dann  hier  an  Ort  und  Stelle  geräuchert,  eingesalzen  oder  gebraten  werden.

3.  Hinterpommern  wird  von  dem  nördlichen  Landrücken  durchzogen.  Er  ist
sehr  reich  an  Seen  und  wird  auch  die  pommersche  Seenplatte  genannt.  Der
Boden  ist  vielfach  sandig.  Daher  treten  hier  sehr  große  Kieferwaldungen  auf,  auch
wird  die  Schafzucht  im  großen  betrieben.  Die  auf  dem  Höhenzuge  entspringenden
kleinen  Flüsse  (Rega,  Persante,  Wipper,  Stolpe)  rauschen  im  engen  Thale
der  nahen  Ostsee  zu.  Die  Küste  ist  hier  —  wenige  Stellen  abgerechnet  —  flach
und  mit  Dünen  besetzt.  Hinter  diesen  haben  sich  infolge  des  aufgestauten  Wassers
viele  Strandseen  gebildet.  Sie  sind  nicht  nur  sehr  fischreich,  sondern  begünstigen
auch  die  Gänsezucht  ungemein.  Die  pommerschen  Gänse  sind  weit  und  breit  berühmt.
Von  Rügenwalde  allein  werden  alljährlich  viele  Tausende  von  „Spickgänsen“
(spicken  =  räuchern)  durch  ganz  Deutschland  versandt.  Die  größte  Stadt  Hinterpommerns
  ist  Stargard  a.  d.  Ihna.  An  der  Persante  liegt  Kolberg,  das  1807
von  Nettelbeck,  Schill  und  Gneisenau  tapfer  gegen  die  Franzosen  verteidigt  wurde,
am  Fuße  des  Gollenberges  Köslin.

4.  Rügen  ist  die  größte  und  schönste  deutsche  Insel.  Durch  einen  3—4  km
breiten  Sund  ist  sie  vom  Festlande  getrennt.  Uberall  dringt  das  Meer  in  die  Insel
ein  und  bildet  viele  Halbinseln  und  Landzungen.  Die  Hauptstadt  Rügens  ist
Bergen.  Der  Glanzpunkt  der  Insel  ist  die  Stubbenkammer.  Das  ist  ein  steiler,
120  m  hoher  Kreidefelsen.  Sein  Gipfel,  der  Königsstuhl,  gewährt  eine  40  km
weite  Aussicht  über  das  Meer.  Etwa  15  Minuten  westlich  von  der  Stubbenkammer
findet  man  in  einem  prächtigen  Buchenwalde  den  „Herthasee“.  Ein  15  m  hoher
Erdwall  und  mehrere  in  der  Nähe  gefundene  „Opfersteine“  deuten  darauf  hin,  daß
sich  hier  ehemals  eine  heidnische  Opferstätte  befand.  In  neuster  Zeit  ist  Rügen
eine  beliebte  Sommerfrische,  besonders  der  Berliner,  geworden.  Die  berühmtesten
Badeörter  sind  Saßnitz,  Putbus  u.  a.

d.  Drovinz  Hosen.  (29  T.  qkm  —  1,9  M.  E.  —  ¾  kath.)

1.  Das  Land.  Posen  liegt  zwischen  der  Weichsel  und  Oder.  Das  Land
ist  ein  wellenförmiges  Flachland,  das  im  allgemeinen  nicht  unfruchtbar  ist.  Die
Flüsse  (Warthe  mit  der  Netze)  haben  sehr  flache  Ufer,  weshalb  sie  zur  Zeit  der
Schneeschmelze  nicht  selten  die  anliegenden  Länderstrecken  überschwemmen.  Als  ein
ödes  Wald=  und  Sumpfland  übernahm  Preußen  diesen  Landstrich.  Aber  Friedrich

  d.  Gr.,  der  bei  der  ersten  Teilung  Polens  das  Netzegebiet  erhielt,  begann
Realienbuch.  B.  7