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material  liefert  allen  diesen  Fabriken  das  große  Steinkohlenlager  im  Waldenburger
  Berglande.  Infolge  des  Kohlenreichtums  hat  sich  im  Waldenburger  Bezirk
eine  sehr  lebhafte  Fabrikthätigkeit  entwickelt.  In  den  Thälern  finden  sich  zahlreiche
Heilquellen  (Warmbrunn,  Salzbrunn,  Reinerz,  Landeck  u.  a.).  Tausende
von  Kranken  suchen  und  finden  hier  alljährlich  Heilung.  —  Am  Fuße  der  Sudeten
liegt  die  Festung  Neiße,  im  Gebirge  die  Festung  Glatz,  beide  an  der  Glatzer  Neiße.

4.  Die  Tarnowitzer  Höhen  erheben  sich  im  Südosten  der  Provinz  am  rechten
Oderufer.  Auf  dem  feuchten  und  kalten  Sandboden  will  der  Ackerbau  nicht  so  recht
lohnen.  Der  größte  Teil  des  Bodens  ist  daher  mit  Kiefern,  Fichten,  Buchen  und
Eichen  bestanden,  die  Forsten  von  riesiger  Ausdehnung  bilden.  Im  Schoße  dieser
Berge  aber  finden  sich  unermeßliche  Schätze  von  Steinkohlen,  ebenso  von  Erzen,  aus
denen  Eisen,  Zink,  Blei  u.  s.  w.  gewonnen  wird.  Der  Mittelpunkt  dieser  dicht
bevölkerten  Gegend  ist  Königshütte,  eine  Stadt,  die  heute  45.000  E.  zählt,  vor
30  Jahren  aber  noch  ein  Dorf  mit  einigen  Hundert  Bewohnern  war.

f.  Drovinz  Brandenburg.  (40  T.  akm  —  4,5  M.  E.  —  ½  kath.)

1.  Bodenbeschaffenheit.  Brandenburg,  „die  Streusandbüchse  des  h.  römischen
Reiches“,  hat  viel  Sandboden,  besonders  im  Nordwesten  (Priegnitz)  und  Nordosten
(Neumark).  Daher  sind  hier  auch  weite  Strecken  mit  dürrem  Kieferngehölz,  den
ebrandenburgischen  Wäldern“,  bewachsen.  Die  Provinz  wird  vom  nördlichen  und
südlichen  Landrücken  durchzogen.  Der  nördliche  Landrücken  hat  fruchtbares  Ackerland
  und  herrliche  Buchenwälder;  der  südliche,  hier  Fläming  genannt,  dagegen
ist  sandig  und  unfruchtbar.  Da,  wo  diese  Höhenzüge  von  Flüssen  durchbrochen
werden,  ist  die  „Sandbüchse"  mit  lieblichen  Thal=  und  Hügellandschaften  geschmückt,
z.  B.  bei  Potsdam,  Schwedt  u.  s.  w.  Zwischen  den  Höhenzügen  breiten  sich  große,
muldenförmige  Senkungen  aus,  die  mit  zahlreichen  Seen  und  Sümpfen  angefüllt
sind.  Daher  die  vielen  Moore  und  Brüche  in  der  Provinz,  wie  z.  B.  der  Spreewald;
  daher  erklärt  sich  auch  der  Torfreichtum  Brandenburgs,  wie  z.  B.  im
Rhinluch  bei  Oranienburg.

2.  Das  Odergebiet.  Der  Hauptfluß  der  Provinz  ist  die  Oder  mit  der
Warthe,  die  Lausitzer  Neiße  und  der  Bober  (S.  10.)  An  der  Oder  liegen
Frankfurt  und  die  Festung  Küstrin.  Bei  Küstrin  beginnt  der  fruchtbare  Oderbruch,
  den  schon  Friedrich  der  Große  trocken  legen  ließ.

3.  Das  Havel=  und  Spreegebiet.  Der  zweitgrößte  Fluß  ist  die  Havel,
die  sich  in  den  weiten  Sumpfniederungen  oft  seenartig  erweitert.  An  der  Havel
liegen  Spandau,  eine  starke  Festung,  Potsdam  (Sanssouci,  neues  Palais),
Brandenburg,  Havelberg  u.  a.  Bei  Spandau  nimmt  die  Havel  die  Spree  auf.

4.  Der  Spreewald.  Zwischen  Lübben  und  Kottbus  dehnt  sich  der  etwa
45  km  lange  Spreewald  aus.  Die  Spree  hat  nämlich  hier  sehr  wenig  Gefälle
und  teilt  sich  daher  in  zahllose  Arme,  die  netzförmig  die  moorige  Senke  durchziehen.
Bei  hohem  Wasserstande  wird  die  ganze  Niederung  überschwemmt.  Die  höher
gelegenen  Stellen  sind  durch  Abzugsgräben  in  fruchtbares  Wiesen=  und  Gartenland
verwandelt  worden.  Die  Sümpfe  aber  sind  mit  dichten  Wäldern  bestanden,  in
denen  die  Erle  vorherrscht.  Die  vielen  Flußarme  und  Gräben  vertreten  im  Spreewalde
  die  Stelle  der  Straßen.  Alles,  was  anderswo  zu  Fuß,  zu  Pferd  oder  zu
Wagen  abgemacht  wird,  verrichtet  man  hier  in  Kähnen.  Im  Kahne  fährt  der
Bauer  aufs  Feld,  und  im  Kahne  bringt  er  seine  Ernte  nach  Hause.  Ein  Kahn
trägt  die  Kinder  zur  Schule,  die  Erwachsenen  zur  Kirche,  das  Kind  zur  Taufe,
die  Leiche  nach  dem  Kirchhofe.  Aus  dem  Kahne  überreicht  der  Postbote  den  Brief,
und  zu  Kahne  verfolgt  selbst  der  Förster  den  Holzdieb.  Die  Bewohner  des  Spreewaldes
  sind  Nachkommen  des  einst  so  mächtigen  Volksstammes  der  Wenden.  In

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