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Der  Vorsprung  nordöstlich  von  Flensburg  bildet  die  Halbinsel  „Sundewitt“
mit  den  Düppeler  Schanzen.  Ihnen  gegenüber  liegt  die  Insel  Alsen  mit
Sonderburg.  (Gesch.  S.  74.)

5.  Flüsse.  Kaiser-Wilhelms-Kanal.  Der  Hauptfluß  der  Provinz  ist  die
Eider.  An  der  Eider  liegt  Rendsburg.  Im  Süden  fließt  als  Grenzfluß  die  Elbe.
Daran  liegt  Altona  (mit  Ottensen  150  T.),  die  bedeutendste  Fabrik=  und  Handelsstadt
  der  Provinz.  1895  wurde  der  Kaiser-Wilhelms-Kanal  eröffnet.  Er  verbindet
die  Unterelbe  mit  dem  Kieler  Hafen.  (Welche  Vorteile  bietet  er  den  Schiffern?)

6.  Die  nordfriesischen  Inseln  liegen  an  der  Westküste.  Von  ihnen  sind  Sylt
(wegen  seiner  stärkenden  Seeluft  viel  von  Fremden  besucht)  und  Föhr  die  bekanntesten.
  —  Auch  die  kleinen  Halligen  gehören  zu  ihnen.  Alle  diese  Inseln  sind
Überreste  des  ehemaligen  Festlandes,  das  im  Laufe  von  Jahrhunderten  durch  die
stürmische  Nordsee  verschlungen  worden  ist.  Zu  Schleswig-Holstein  rechnet  man
auch  die  Insel  Helgoland.

7.  Die  Hallig  ist  eine  nur  mit  Rasen  bedeckte  kleine  Insel,  die  weder  durch
Dünen  noch  durch  Deiche  gegen  die  Fluten  des  Meeres  geschützt  ist.  Es  ist  daher
nichts  Seltenes,  daß  sie,  namentlich  im  Winter,  überschwemmt  wird.  Auf  der  Hallig
wird  weder  gesät  noch  geerntet.  Nur  Schafe  und  Kühe  weiden  das  feine  Gras
ab  und  gewähren  den  Halligbewohnern  notdürftigen  Unterhalt.  Die  Männer
gehen  meistens  zur  See,  die  Frauen  besorgen  das  Haus  und  das  Vieh.  Die  Häuser,
mit  denen  auch  zugleich  der  Schafstall  verbunden  ist,  stehen  vereinzelt  auf  hohen
„Warfen“  oder  Erdhügeln  und  sind  so  gegen  die  aufbrausende  Flut  geschützt.
Tritt  aber  eine  Sturmflut  ein,  dann  flüchten  die  Bewohner  mit  ihren  Habseligkeiten
  und  ihren  Schafen  auf  den  Boden.  Denn  die  Wogen  dringen  bald  in  die
Stube  ein  und  drohen,  das  Haus  mit  seinen  Insassen  zu  verschlingen.  Das  sind
dann  fürchterliche  Stunden!  Das  Haus  dröhnt  in  allen  Fugen.  Zuweilen  widersteht
  es  der  Gewalt  des  Sturmes  und  der  Fluten;  nicht  selten  aber  wird  es  mit
Mann  und  Maus  in  den  Wellen  begraben.

i.  Drovinz  Hannover.  (38  T.  qkm  —  2,4  M.  E.  —  ½  kath.)

1.  Die  Provinz  Hannover  wird  durch  das  Herzogtum  Braunschweig  in  einen
größern  nördlichen  und  einen  kleinern  südlichen  Teil  getrennt.  Im  nördlichen  Teile
liegt  zwischen  Aller  und  Elbe  die  Lüneburger  Heide.

2.  Die  Lüneburger  Heide  bildet  eine  sandige  Hochebene.  Sie  ist  daher  zum
Ackerbau  wenig  geeignet.  Stundenlang  kann  man  inmitten  der  eigentlichen  Heide
wandern,  ohne  ein  Kornfeld,  ein  Dorf  zu  sehen.  Den  Boden  deckt  überall  die
graubraune  Heide.  Hier  und  da  erheben  sich  wie  dunkelgrüne  Pyramiden  Wacholderbüsche,
  und  an  günstigen  Orten  drängen  sich  auch  Kiefern  zu  kleinen  Wäldern  zusammen.
  Sie  vermögen  mit  ihrem  langen  Wurzelgeflechte  dem  dürren  Boden  noch
Nahrung  zu  entziehen.  (In  neuster  Zeit  werden  große  Flächen  der  Heide  aufgeforstet).
Aber  der  Heidebauer  weiß  aus  seiner  Heide  möglichst  viel  Vorteil  zu  ziehen.  Seinen
leichten  Sandacker  bestellt  er  vielfach  mit  dem  genügsamen  Buchweizen,  der  fast  bei
jeder  Mahlzeit  auf  dem  Tische  erscheint.  In  die  Heide  sendet  er  selbst  zur  Winterszeit)
seine  Schafherde,  die  „Heidschnucken“,  deren  Wolle  ihm  jährlich  ein  gut  Stück  Geld
einträgt.  Auch  die  honigreiche  Blüte  des  Heidekrauts  wird  durch  seinen  „Bienenzaun"
  für  ihn  zu  einer  reichen  Geldquelle,  während  ihm  die  Moore  den  Torf  zum
Brennen  liefern.  —  Durch  die  sandige  Heide  schlängeln  sich  aber  auch  vielfach  kleine
Bäche,  deren  Thäler  fruchtbare  Wiesen  und  Acker  haben.  In  solchen  Thälern  liegen
meistens  die  kleinen  Heidedörfer,  umschattet  von  uralten,  kräftigen  Eichen.  —  Die
wichtigsten  Städte  am  Rande  der  Heide  sind  Lüneburg  (mit  einer  Saline)  und  Celle.

3.  Ostfriesland,  der  nordwestliche  Teil  Hannovers,  hat  an  seinen  Küsten  un-