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gemein  fruchtbares  Marschland.  Auf  dem  fetten  Boden  schießt  infolge  des  häufigen

Regens  (warum  häufig?  S.  102)  das  Gras  gar  üppig  empor.  Daher  steht  hier

die  Viehzucht  in  großer  Blüte,  und  die  fette  Butter  der  berühmten  ostfriesischen

Kühe  wird  weit  umher  versandt.  —  Die  bedeutendste  Stadt  Ostfrieslands  ist
Emden,  durch  einen  Kanal  mit  dem  Dollart  verbunden.

4.  Die  ostfriesischen  Inseln  liegen  an  der  Nordküste.  Zu  ihnen  gehören  auch
Borkum  und  Norderney,  wegen  ihres  milden  Seeklimas  als  Badeörter  sehr  besucht.
Zur  Zeit  der  Ebbe  ist  das  Land  (Watt)  zwischen  Norderney  und  dem  Festlande
fast  trocken,  so  daß  der  Postwagen  nach  der  Insel  hinüberfahren  kann.  Die  Bewohner
  der  Inseln  verschaffen  sich  hauptsächlich  auf  dem  Meere  ihren  Unterhalt.
Während  des  Sommers  vermieten  sie  gern  ihre  Stube  und  Kammer  an  die  Badegäste.
(Zu  Hannover  gehört  auch  das  von  Oldenburg  an  Preußen  abgetretene  Gebiet
am  Jadebusen,  wo  der  Kriegshafen  Wilhelmshaven  angelegt  worden  ist.)

5.  Die  Torfmoore.  Zu  beiden  Seiten  der  Ems  dehnen  sich  weite  Niederungen
aus,  die  mit  Sümpfen  und  Torfmooren  angefüllt  sind.  Die  steten  Ausdünstungen
in  der  feuchten  Ebene  erzeugen  die  dicken  Nebel,  die  fast  beständig  über  dieser
Gegend  lagern  und  mancherlei  Krankheiten  hervorrufen.  Kein  Baum,  kein  Strauch
will  in  diesen  Torfsümpfen  gedeihen,  und  wo  der  Mensch  ernten  will,  muß  er  si
künstlich  das  Ackerland  dazu  schaffen.  In  manchen  Gegenden  erscheinen  daher  im
Frühlinge  die  anwohnenden  Bauern  mit  Hacke  und  Karst,  lockern  den  Torfboden
auf  und  stecken  ihn,  nachdem  er  hinlänglich  trocken  geworden  ist,  in  Brand.  Dichter
Qualm  verfinstert  dann  den  Horizont.  Das  ist  der  Höhenrauch.  Sein  Dunst  wird
zuweilen  vom  Winde  bis  zu  den  Alpen  und  der  Weichsel  getrieben.  In  die  Asche
sät  der  Bauer  später  Buchweizen;  aber  nur  in  den  ersten  3—4  Jahren  ist  der
Boden  ertragsfähig,  dann  muß  er  20—30  Jahre  ruhig  liegen  bleiben,  bis  er  wieder
abgebrannt  und  besät  werden  kann.  In  neuerer  Zeit  sucht  man  das  Moor  dadurch
fruchtbar  zu  machen,  daß  man  das  Land  durch  Kanäle  entwässert,  den  Torf,  absticht
  und  den  darunterliegenden  Boden  düngt  und  mit  fruchtbarer  Erde  vermischt.
In  diesen  sogenannten  „Fehnen“  entstehen  dann  nach  und  nach  Gärten  und  Felder,
ja,  selbst  Dörfer  und  Städte.  Auch  die  Stadt  Papenburg  ist  so  entstanden.

 

 

 