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6.  Das  Bergland.  Die  Provinz  Hannover  hat  Anteil  am  Teutoburger
Walde,  am  Weserberglande  und  am  Harze.  (An  den  häügeligen  Aus—
läufern  des  Teutoburger  Waldes  liegt  Osnabrück,  bekannt  durch  den  Frieden
von  1648.

7.  abau.  Der  Harz  birgt  in  seinem  Innern  kostbare  Schätze  an  Silber,
Kupfer,  Eisen,  Blei  u.  s.  w.  Darum  wird  auch  im  Harze  viel  Bergbau  getrieben.
Die  bekanntesten  Bergstädte  Hannovers  sind  Goslar,  Klausthal  und  Zellerfeld.
  Sobald  die  „Schicht“  beginnt,  wandern  die  Bergleute  zum  Schachte:  „sie
fahren  an“.  Mit  dem  dunkeln  Grubenkittel  und  dem  kurzen  Lederschurz  bekleidet,
in  der  Linken  das  Grubenlicht  —  so  steigen  sie  mit  einem  fröhlichen  „Glückauf!"
auf  langen  Leitern  in  die  Tiefe.  Unten  im  Bergwerke  finden  sich  eine  Menge
Kreuz=  und  Quergänge,  „Stollen“  genannt.  Diese  sind,  damit  sie  nicht  einstürzen,
mit  Brettern  und  Balken  verzimmert.  Da  unten  ist  die  Luft  feucht;  aber  der
Bergmann  ist  daran  gewöhnt.  Fröhlichen  Mutes  setzt  er  den  „Bohrer“  (Meißel)
in  das  Gestein  und  klopft  mit  dem  „Fäustel“  (Hammer)  tiefe  Löcher  hinein.  Ein
andrer  sprengt  die  widerspenstigen  Felsen  mit  Pulver  oder  Dynamit,  und  der  „Hundejunge“
  fährt  im  „Hunde“  (4rädrigen  Karren)  die  Erze  an  den  Eingang  des  Schachtes.
  Hier  wird  das  Erz  in  eine  große  Tonne  gethan,  die  dann  mittelst  eines  Gewindes
  in  die  Höhe  gehoben  wird.

8.  Die  Flüsse  mit  ihren  Städten.  Die  Hauptflüsse  sind:  Elbe,  Weser  (mit
Aller  und  Leine)  und  Ems.  An  der  Leine  liegen  Hannover  (210  T.),  die
Hauptstadt  der  Provinz,  sowie  Göttingen.  Bei  Hannover  durchbricht  die  Leine
die  Vorhöhen  eines  Berges.  Daher  hat  der  Fluß  hier  hohe  Ufer.  Diesem
Umstande  verdankt  die  Stadt  ihren  Namen.  Denn  Hannover  ist  entstanden  aus
ho-en  over,  d.  h.  hohes  Ufer.  Bis  zu  Hannover  hin  ist  die  Leine  für  Frachtkähne
schiffbar.  Daher  hatte  die  Stadt  einen  lebhaften  Verkehr  mit  Bremen.  Vor  Erbauung
  der  Eisenbahn  war  Hannover  ein  bedeutender  Stapelplatz.  Heinrich  der  Löwe
ließ  die  Stadt  befestigen.  Bis  1866  war  sie  die  Residenz  der  Könige  von  Hannover.
  Auf  dem  Waterlooplatze  steht  das  Waterloodenkmal.  Es  trägt  auf  seiner
Spitze  eine  Siegesgöttin,  und  an  den  Seiten  stehen  die  Namen  der  800  Hannoveraner,
  die  in  der  Schlacht  bei  Waterloo  gefallen  sind.  Im  Nordwesten  der  Stadt  liegt
Schloß  und  Garten  Herrenhausen,  durch  eine  2  km  lange  Lindenallee  mit  der
Stadt  verbunden.  In  neuster  Zeit  ist  die  Stadt  eine  lebhafte  Fabrikstadt  geworden.
Dazu  haben  besonders  die  Steinkohlenlager  im  nahen  Deister  sehr  viel  beigetragen.

An  der  Innerste  (Nebenfluß  der  Leine)  liegt  die  alte  Bischofsstadt  Hildesheim.
  Am  Dome  dort  zeigt  man  den  „tausendjährigen“  Rosenstock.  An  der  Aller
liegen  Celle  und  Verden  (ferden).  Im  Gebiete  der  Elbe  sind  zu  merken:  Harburg
  und  Stade,  beide  am  Rande  fetter  Elbmarschen  gelegen.

Kk.  Drovinz  Hessen-TUassau.  (16  T.  akm  —  1,7  M.  E.  —  ¼  kath.)

1.  Gebirge.  Der  größte  Teil  der  Provinz  ist  gebirgig.  Wir  finden  hier
den  Taunus,  einen  Teil  des  Westerwaldes  und  das  hessische  Bergland.
Manche  Berggegenden  geben  nur  einen  geringen  Ertrag,  sind  aber  dennoch  bis  zu
den  höchsten  Stellen  angebaut.

2.  Der  Taunus  oder  „die  Höhe“  ist  auffallend  reich  an  Mineralquellen,  die
überhaupt  den  größten  Reichtum  der  Provinz  bilden.  Die  bekanntesten  sind  im
Süden  Homburg  und  Wiesbaden,  im  Norden  Selters  und  Ems.  Der  Südwestausläufer
  des  Taunus  führt  den  Namen  „Niederwald“.  Auf  ihm  ist  zur
Erinnerung  an  die  großen  Siege  von  1870—71  ein  Riesendenkmal,  die  Germania
darstellend,  errichtet  worden.  Die  Riesenfigur  steht  auf  einem  25  m  hohen  Unterbau
  und  ist  selbst  noch  10⅛  m  hoch.  —  Südöstlich  vom  Niederwald  finden  wir