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liefert.  Nicht  nur  die  dortige  Gegend,  sondern  auch  fast  noch  ganz  Norddeutschland
wird  von  hier  aus  mit  Kohlen  versorgt,  und  mehr  als  150000  Menschen  finden
durch  die  Kohlenbeförderung  Brot  und  Verdienst.  Den  Mittelpunkt  des  Kohlen—
bergbaues  bildet  Dortmund  (115  T.).  Als  Zeuge  der  einstigen  Femgerichte
steht  noch  die  Femlinde  in  der  Nähe  der  Stadt.  Auch  Bochum,  Witten,  Hamm
u.  a.  sind  infolge  des  Kohlenreichtums  bedeutende  Fabrikstädte  geworden.

4.  Das  Sauerland  (d.  h.  Süderland)  bezeichnet  den  südlichen  Teil  Westfalens.
  Es  ist  ein  waldiges,  aber  unfruchtbares  Bergland,  das  durch  die  Flüsse
Wupper,  Ruhr,  Lenne,  Eder  und  Sieg  in  viele  Bergketten  zerlegt  wird.
Was  hier  dem  Boden  an  Fruchtbarkeit  abgeht,  das  ersetzt  er  zehnfach  durch  die
in  ihm  ruhenden  Schätze  an  Erzen.  Daher  ist  das  Sauerland  (sowie  das  benachbarte
  Rheinland)  so  dicht  bevölkert,  wie  nur  noch  wenige  Stellen  in  Deutschland.  (Vgl.
Sachsen  S.  1151)  In  allen  seinen  Thälern  hat  sich  eine  Fabrikthätigkeit  entwickelt,
wie  sie  nirgends  größer  —  selbst  in  England  nicht  —  angetroffen  wird.  Das
Thal  der  Sieg  ist  besonders  reich  an  Erzen,  aus  denen  Silber,  Kupfer  und  hauptsächlich
  Eisen  gewonnen  wird.  Uberall  ist  hier  der  Boden  von  Stollen  durchwühlt,
und  von  der  Stadt  Siegen  an  ist  thalaufwärts  eine  Strecke  von  mehr  als  einer
Stunde  dicht  mit  Hüttenwerken  und  Fabriken  besetzt.  Noch  zu  Anfang  dieses  Jahrhunderts
  war  der  Betrieb  dieser  Eisenwerke  aus  Mangel  an  Heizmaterial  auf  bestimmte
  Monate  des  Jahres  beschränkt.  Seitdem  aber  die  Ruhr  ihre  Kohlen  an
die  Sieg  abgiebt  (und  die  Sieg  dafür  ihre  Erze  an  die  Ruhr,  Wupper  und  Lenne),
dampfen  die  Schornsteine  in  allen  Fabriken  jahraus,  jahrein.  Die  wichtigsten  Fabrikorte
  hier,  „wo  der  Märker  Eisen  reckt“  (im  Gebiet  der  Lenne)  sind:  Iserlohn,
Altena  und  Hagen.  Die  Metallwarenfabrikation  daselbst  ist  eine  der  blühendsten
in  der  Welt,  und  zahllose  Sensen,  Messer,  Scheren,  Beile,  Hämmer  u.  s.  w.  gehen
von  dort  in  alle  Welt  hinaus.  —  Im  nordöstlichen  Teile  des  Sauerlandes  liegt
an  der  Ruhr  Arnsberg,  einst  ebenfalls  Sitz  eines  berühmten  Femgerichts.

m.  Die  Rheinprovinz.  (27  T.  ckm  —  5  M.  E.  —  kath.)

1.  Das  Bergland.  Die  südliche  Hälfte  der  Rheinprovinz  wird  von  rheinischen
  Schiefergebirge  (S.  89)  eingenommen,  das  vom  Rhein  mit  seinen  Nebenflüssen
  durchbrochen  wird.  Auf  dem  sonnerwärmten  Schieferboden  und  im  Schutze
gegen  die  rauhen  Winde  gedeiht  hier  ein  vorzüglicher  Wein,  der  für  den  Rheinländer
  eine  nicht  geringe  Einnahmequelle  bildet.  Besonders  viel  Wein  wird  im
Mosel=  und  Nahethale  gebaut.  (Vergl.  den  Rheingau  S.  106.)

Die  Mosel  windet  sich  von  Trier  bis  Koblenz  zwischen  den  Bergen  der
Eifel  und  des  Hundrücks  hindurch  und  macht  daher  ungemein  viele  Krümmungen.
Die  Südabhänge,  in  deren  Felsengeklüfte  die  Sonnenstrahlen  heiß  hineinfallen  können,
erzeugen  den  bekannten  Moselwein.  Da  ist  jedes  Fleckchen  Erde  mit  Reben  bepflanzt.
Stufen  erheben  sich  über  Stufen,  oft  20—30  übereinander.  Auf  mühsamen,  oft
stundenlangen  Bergpfaden  muß  der  Winzer  Erde  und  Dünger  nach  oben  schaffen.
Wohl  ihm,  wenn  eine  reiche  Ernte  seinen  Fleiß  belohnt!

Im  Innern  des  rheinischen  Schiefergebirges  lagert  ein  großer  Schatz  von
Mineralien,  die  für  den  Rheinländer  ebenfalls  eine  bedeutende  Erwerbsquelle  bilden.
Eisen  und  Blei  wird  unter  allen  preußischen  Provinzen  in  der  Rheinprovinz  am
meisten  gewonnen,  und  ihr  Kohlenreichtum  ist  einer  der  größten  in  Deutschland,
besonders  an  der  Ruhr,  bei  Saarbrücken  und  Aachen.  .

2.  Fabrikthätigkeit  im  Hügellande.  Der  Kohlenreichtum  hat  eine  ungemein
große  Fabrikthätigkeit  hervorgerufen.  Ihr  Mittelpunkt  ist  das  Thal  der  Ruhr
und  Wupper.  An  der  Wupper  liegt  die  Doppelstadt  Elberfeld-Barmen  (270  T.),
die  sich  etwa  10  km  lang  im  Wupperthale  ausdehnt  und  durch  ihre  Band=  und