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sie  streckenweise  zum  Flößen  des  Holzes  benutzen.  —  Im  Süden  Schwedens
finden  wir  drei  große  Seen:  den  Wener-,  Wetter=  und  Mälarsee.  Den  Wenerund
  Wettersee  verbindet  der  Götakanal,  der  aus  der  Nord=  in  die  Ostsee  führt.

3.  Schweden  und  Norwegen  sind  zwei  ganz  selbständige  Königreiche.  Jedes
hat  ein  eignes  Ministerium  und  seinen  eignen  Reichstag,  doch  werden  beide  von
demselben  Könige  regiert.

4.  Das  Königreich  Norwegen  (2  M.  E.)  nimmt  den  Westen  der  Halbinsel
  ein.  Die  Küste  steigt  hier  stellenweise  bis  zu  700  m  aus  dem  Meere  empor.
In  die  engen  Spalten  der  Küste  dringt  das  Meer  überall  ein  und  bildet  so  die
100—200  km  langen  Fjorde.  Auffallend  ist  das  milde  Klima  der  Westküste.
Nach  der  nördlichen  Lage  des  Landes  müßte  man  ein  kaltes  Klima  erwarten.  Infolge
  des  warmen  Golfstroms  (S.  165)  aber,  der  auch  weit  in  die  Florde  eindringt,
  bleibt  die  Küste  selbst  im  Winter  bis  zum  Nordkap  eisfrei.  Der  Sommer
dagegen  bringt  (infolge  der  Ausdünstung  des  Meeres)  so  häufig  Regen,  daß  die
Stadt  Bergen  die  regenreichste  Stadt  Europas  ist.  Aus  diesem  Klima  erklärt
sich  die  große  Fruchtbarkeit  der  Westküste.  In  den  geschützten  Thälern  gedeiht
vorzügliches  Obst,  und  stellenweise  sindet  man  Kirschbäume,  deren  Stamm  ein
Mann  kaum  zu  umspannen  vermag.  An  den  Ufern  der  Fijorde  drängen  sich  daher
die  Bewohner  dicht  zusammen.  Da  findet  man  langgestreckte  Dörfer  und  selbst
einige  Städte,  von  denen  Bergen  (wegen  seines  großartigen  Fischhandels  „das
nordische  Hamburg"“  genannt)  und  Drontheim  die  bekanntesten  sind.

Im  hohen  Norden  liegt  Hammerfest,  die  nördlichste  Stadt  der  Erde.  Im
Winter  läßt  sich  die  Sonne  hier  10  Wochen  lang  gar  nicht  sehen,  kaum,  daß  es  um
Mittag  etwas  dämmert.  Zwar  wird  diese  endlose  Nacht  durch  den  Schnee,  den
Mond,  die  Sterne  und  das  Nordlicht  etwas  gemildert;  dennoch  muß  im  Dezember
und  Januar  bei  jeder  Arbeit  in  der  Wohnung  Licht  gebrannt  werden.  Mitte  Januar
  fängt  es  an  zu  dämmern,  und  dann  nimmt  der  Tag  schnell  zu.  Im  Hochsommer
  verschwindet  die  Sonne  etwa  10  Wochen  gar  nicht  vom  Horizonte,  so  daß
man  selbst  um  Mitternacht  noch  im  Freien  lesen  kann.  —  Die  Stadt  liegt  auf
einer  öden  Felseninsel.  Nirgends  grünt  ein  Baum  oder  Strauch.  Die  Häuser
sind  vielfach  aus  Holz  erbaut.  Die  Bewohner  (etwa  2000)  ernähren  sich  meistens
als  Fischer.

Vor  der  Westküste  liegen  zahlreiche  kahle  Felseninseln,  „Schären“  genannt.
Es  sind  Reste  des  ehemaligen  Küstenlandes.  Hier  sind  die  besten  Fangplätze  für
Heringe,  Dorsche,  Lachse,  Schellsische  u.  a.,  da  diese  in  großen  Scharen  an  die
Inseln  kommen,  um  dort  zu  laichen.  —  Die  Hauptstadt  Norwegens  ist  Christiania
  (148  T.).

5.  Die  norwegischen  Bauern  wohnen  meist  auf  einzeln  gelegenen  Höfen,  da
in  den  engen  Thälern  für  geschlossene  Dörfer  kein  Raum  ist.  Während  des  langen
Winters  ist  der  Bauer  ganz  allein  auf  sich  angewiesen.  Eis,  Schnee  und  tiefe
Schluchten  sperren  ihn  von  allen  seinen  Nachbarn  ab.  Er  ist  daher  gezwungen,
sein  eigner  Handwerker  zu  sein.  —  In  den  entlegensten  Teilen  des  Landes  hatte
man  früher  meist  sogenannte  Wanderschulen.  Da  wanderte  der  Lehrer  von  Hof  zu
Hof  und  unterrichtete  die  Kleinen  alljährlich  einige  Wochen.  Während  der  übrigen
Zeit  des  Jahres  aber  setzte  die  Mutter  —  so  gut  sie  eben  konnte  —  den  Unterricht
  fort.  Jetzt  aber  verschwinden  die  Wanderschulen  mehr  und  mehr,  und  feststehende
  Schulen  treten  an  ihre  Stelle.

6.  Das  Königreich  Schweden  (5  M.  E.)  nimmt  den  Osten  und  Süden  der
Halbinsel  ein.  Im  Süden  finden  wir  viel  Tiefland  und  so  fruchtbaren  Boden,
daß  von  hier  aus  viel  Getreide  nach  dem  Norden  ausgeführt  werden  kann.  Das
Tiefland  ist  verhältnismäßig  stark  bevölkert.  Hier  finden  wir  daher  auch  die