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gemildert  wird.  Hier  findet  man  einige  zerstreut  liegende  Höfe  und  selbst  ein  kleines
Städtchen.  Die  Bewohner  treiben  Schafzucht  und  Fischfang,  sammeln  Eiderdaunen
und  jagen  Seehunde.  Ackerbau  ist  auf  der  Insel  nicht  mehr  möglich,  und  außer
einigen  Zwergbirken  findet  man  auch  keinen  Baum.  Als  Brennmaterial  dient  der
reichlich  vorhandene  Torf  sowie  das  an  den  Küsten  sich  sammelnde  Treibholz.
Eine  sehr  wertvolle  Pflanze  hier  ist  das  isländische  Moos.  Es  wird  nicht  nur
als  Arznei  verwendet,  sondern  auch  zu  Brot  verbacken.  Unter  den  vielen
feuerspeienden  Bergen  der  Insel  ist  der  Hekla  der  bedeutendste.  An  einigen
Orten  der  Insel  findet  man  heiße  Quellen.  Die  möchtigste  ist  der  große  Geisir.
Alle  10—15  Tage  schleudert  er  unter  schrecklichem  Donner  und  Getöse  einige
Minuten  lang  seine  3  m  dicke  Wassersäule  30  m  hoch  empor.

14.  Großbritannien  und  Irland.
(Etwa  nur  3/8  von  Deutschland  —  aber  38  M.  E.)

1.  Auf  Großbritannien  bestanden  früher  2  Königreiche,  England  und  Schottland.
  Seit  1603  sind  sie  jedoch  zu  einem  Reiche,  dem  britischen,  vereinigt.  Zu
diesem  Reiche  gehören  außer  Irland  auch  noch  drei  kleinere  Inselgruppen:  die
Hebriden,  die  Orkney=  sorkne)  und  Shetlandinseln.

2.  Das  Tiefland.  a.  Die  Flüsse.  Das  Tiefland  nimmt  vorzugsweise  den
Südosten  des  Landes  ein.  Es  wird  besonders  von  der  Themse,  dem  Humber
lömber]  und  dem  Severn  Sßewwern]  bewässert.  Die  Mündungen  der  Flüsse  sind,
ähnlich  wie  in  Frankreich  und  z.  T.  in  Deutschland,  meist  zu  Meerbusen  erweitert,
so  daß  die  Meeresflut  weit  in  die  Flüsse  hinaufsteigt.

b.  Klima  und  Produkte.  In  keinem  Lande  Europas  ist  das  Seeklima  so
vorherrschend  als  in  England.  Dies  kommt  daher,  daß  es  ringsherum  vom  Meere
bespült  wird  und  an  der  West=  und  Nordküste  der  warme  Golfstrom  entlang  zieht.
Die  Winter  sind  daher  äußerst  mild,  die  Sommer  kühl.  Reichliche  Niederschläge
feuchten  den  Boden.  Schnee  bleibt  selten  längere  Zeit  liegen,  aber  der  dicke  Nebel
lagert  oft  tagelang  über  dem  Lande  und  macht  zuweilen  das  Anzünden  von  Licht
mitten  am  Tage  nötig.  Ganz  besonders  üppig  aber  schießt  in  der  feuchten  Seeluft
  das  Gras  empor,  weshalb  auch  in  England  von  jeher  eine  blühende  Viehzucht
betrieben  wurde.  Fast  überall  lachen  uns  hier  saftige,  mit  lebenden  Hecken  eingefaßte
Wiesen  entgegen,  auf  denen  wohlgenährte  Pferde,  Schafe  und  Rinder  grasen  —
selbst  mitten  im  Winter;  denn  die  milde  Luft  macht  die  Stallfütterung  überflüssig.
Darum  liefert  England  aber  auch  Vieh  von  außerordentlicher  Güte.  Man  züchtet
hier  Ochsen,  die  ein  Gewicht  von  1000  kg  erreichen,  und  Kühe,  die  täglich  30  Liter
Milch  geben.  Berühmt  sind  auch  die  englischen  Vollblutpferde  sowie  die  großen
feinwolligen  Schafe.  Der  Ackerbau  hat  in  England  eine  Blüte  erlangt  wie  in  keinem
andern  Lande  Europas.  Dazu  hat  u.  a.  auch  die  Anwendung  der  mannigfaltigsten
landwirtschaftlichen  Maschinen  sowie  die  ausgedehnte  Benutzung  künstlicher  Düngemittel
  nicht  unwesentlich  beigetragen.  Einen  Bauernstand,  wie  ihn  Deutschland  hat,
giebt  es  in  England  nicht.  Fast  aller  Acker  ist  in  den  Händen  von  Großgrundbesitzern,
  die  ihn  in  einzelnen  Teilen  an  Pächter  abgeben.

c.  Städte  des  Tieflandes.  Die  bedeutendste  Stadt  des  Tieflandes  ist
London,  die  Hauptstadt  des  Königreichs.

London  liegt  zu  beiden  Seiten  der  Themse.  Sie  ist  nicht  nur  die  größte
Stadt  der  Welt  (fast  5  M.  E.),  sondern  auch  eine  Welthandelsstadt  ersten  Ranges.
Das  ist  sie  nicht  bloß  durch  ihre  Lage  in  größter  Nähe  des  europäischen  Festlandes,
sondern  auch  dadurch  geworden,  daß  die  größten  Seeschiffe  durch  die  meerbusenartige

  Erweiterung  der  Themse  (mit  der  Flut)  bis  in  die  Stadt  gelangen  können.
Realienbuch.  B.  9