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schlammes  und  durch  Sinkstoffe  des  Meeres  gebildet.  Da  es  stellenweise  sogar
tiefer  als  der  Meeresspiegel  liegt,  so  wurde  es  in  alter  Zeit  oft  von  der  See
überflutet.  Da  war  „Holland  oft  in  Not“.  Nach  und  nach  aber  haben  die
Bewohner  da,  wo  das  Meer  nicht  durch  Dünen  eingeschlossen  ist,  gewaltige
Deiche  angelegt  und  dadurch  dem  Meere  ein  Stück  Land  nach  dem  andern  abgerungen.
  (S.  87.)  „Gott  hat  das  Meer,  der  Holländer  aber  sein  Ufer  ge—
schaffen,“  heißt  es  im  Sprichwort.  Die  hinter  den  Deichen  liegenden  „Marschen“
sind  äußerst  fruchtbar  und  werden  meistens  als  Wiesen  oder  Weideland  benutzt.
Daher  hat  auch  die  Viehzucht  eine  außerordentliche  Blüte  in  Holland  erreicht.
Besonders  findet  eine  starke  Ausfuhr  von  Rindvieh,  Butter  und  Käse  statt.  Zur
Entwässerung  des  Landes  sind  überall  meilenlange  Kanäle  angelegt.  Ihr
liegt  zuweilen  höhernrn.
als  das  sie  umgebende  —

man  längs  der  Kanäle
zahllose  Windmühlen
durch  die  das  Wasser

in  die  Kanäle  hineingepumpt
  wird.  Die
Kanäle  ersetzen  aber
auch  zugleich  die  fehlenden
  Fahrstraßen,
die  in  dem  weichen
Lehmboden  schwer  anzulegen
  sind.  Kleine
Dampfer  (an  Stelle
der  frühern  Zieh-Personen
  und  Waren

von  einem  Orte  zum

andern.  Durch  die
Kanäle  sind  die  Felder

 

 

 

  
  

  
  

    

in  lauter  Vierecke  ge..3
2.  Im  Norden  Kanal  in  Holland.

des  Tieflandes  bezeichnet  eine  Inselreihe  die  ehemalige  Ausdehnung  der  Küste.
Durch  eine  gewaltige  Sturmflut  entstand  auch  vor  etwa  600  Jahren  die  Zuidersee
  (seudersee,  d.  h.  Südersee,  im  Gegensatz  zur  Nordsee).  Sie  bildete  ehemals
einen  Landsee.  In  diesen  aber  brach  das  Meer  von  Norden  her  ein,  wobei  es
80000  Menschen  verschlang.  An  einer  Bucht  der  Zuidersee  liegt  die  Hauptstadt
Hollands,  Amsterdam  (fast  ½  M.)

Amsterdam  ist  die  erste  Seehandelsstadt  Hollands  und  treibt  ganz  bedeutenden
  Handel  mit  Java-Kaffee.  Da  die  Zuidersee  für  die  neuern,  tiefergehenden
Seeschiffe  zu  seicht  ist,  so  hat  man  die  Stadt  durch  den  Nordseekanal  mit  dem
Meere  verbunden.  Die  bei  Amsterdam  mündende  Amstel  (ein  Arm  der  Vechte)  durchfließt
  die  Stadt  in  vielen  Kanälen,  so  daß  sie  dadurch  in  etwa  100  Inseln  zerlegt
wird.  Die  Kanäle  sind  in  der  Regel  auf  beiden  Seiten  mit  Linden  bepflanzt.  Große
Seeschiffe  fahren  auf  ihnen  mit  ihrer  Ladung  bis  an  die  Niederlagen  der  Kaufleute.
Man  hat  deshalb  die  Stadt  das  „nordische  Venedig“  genannt.

Im  Norden  des  Nordseekanals  liegt  Zaandam.  Dort  wird  uns  noch  das
Haus  gezeigt,  worin  Peter  d.  Gr.  wohnte,  als  er  hier  vor  200  Jahren  den  Schiffs-9#

