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bau  erlernte.  Im  Süden  des  Kanals  liegt  Haarlem,  berühmt  durch  seine  Tulpen—
zucht.  Durch  Trockenlegung  des  Haarlemer  Meeres  hat  man  einen  sehr  frucht—
baren  Landstrich  gewonnen,  auf  dem  jetzt  14  T.  wohlhabende  Menschen  wohnen.

3.  Der  Süden  des  Tieflandes  umfaßt  das  Mündungsgebiet  des  Rheins,  der
Maas  und  der  Schelde.  Die  Hauptarme  des  Rheins  sind  Waal  und  Leck  sie  vereinigen
  sich  mit  der  Maas,  während  ein  Nebenarm  als  „alter  Rhein“  an  Leyden
vorüber  erst  durch  einen  Kanal  in  die  Nordsee  geleitet  werden  muß.  Die  hier  in
dem  Delta  liegenden  Inseln  gleichen  einem  großen  Schwamme,  der  sich  durch  Ein—
wirkung  der  Flut  und  Ebbe  täglich  zweimal  vollsaugt  und  zweimal  entleert.  Die
feuchte  Luft  erzeugt  viel  Sumpffieber.  An  dem  vereinigten  Gewässer  des  Leck,
der  Waal  und  Maas  liegt  Rotterdam  (240  T.),  das  „Hamburg  des  Rheins“
und  die  zweitgrößte  Seehandelsstadt  Hollands.  Das  auf  dem  Rhein  aus  dem
Spessart  und  dem  Schwarzwalde  geflößte  Holz  geht  meistens  nach  Rotterdam,  wo
es  in  den  großartigen  Schiffswerften  vielfach  Verwendung  findet.  (In  Holland
giebt  es  an  600  Schiffswerften.)  Nördlich  von  Rotterdam  liegt  die  Residenzstadt
  Haag  (180  T.).  Von  hier  führt  eine  prächtige  Allee  nach  dem  berühmten
Seebade  Scheveningen  (scchefeningen).

4.  Das  Binnenland,  etwas  höher  gelegen  als  die  Tiefebene,  hat  vielfach
sandigen  Boden  und  stellenweise  recht  unfruchtbare  Heiden  sowie  ungeheuer  weite
Moorstrecken.  Die  Moore  sind  durch  ihren  unermeßlichen  Torfvorrat  für  das  waldarme
  Holland  wichtig.  Inwiefern?

5.  Das  Klima  Hollands  ist  infolge  der  Ausdünstung  des  Meeres,  der  Kanäle
und  des  nassen  Bodens  vielfach  feucht  und  ungesund.  Der  Erdboden  ist  oft  mit
undurchdringlichem  Nebel  und  der  Himmel  fast  immer  mit  grauen  Wolken  bedeckt.
Die  Folge  dieser  feuchten  Luft  ist,  daß  die  Metalle  leicht  rosten  und  das  Holz  leicht
in  Fäulnis  übergeht.  Dem  aber  sucht  der  Holländer  durch  Pinsel  und  Scheuerbürste
  entgegen  zu  arbeiten.  Fast  zu  allen  Jahreszeiten  sieht  man  Anstreicher,  die
Thüren,  Fenster,  Stakete  u.  s.  w.  mit  recht  grellen  Farben  bemalen.  Denn  der
Holländer  liebt  in  seinem  von  der  Natur  wenig  geschmückten  Lande  das  Bunte.
Geputzt  und  gescheuert  wird  in  Holland  mehr  als  in  irgend  einem  Lande  der  Welt.

16.  Luremburg.  (1/15  von  Brandenburg  —  200  T.  E.)

Das  Großherzogtum  Luxemburg  liegt  auf  den  Ardennen.  Es  wird  von  Belgien,
  Deutschland  und  Frankreich  eingeschlossen.  Die  Hauptstadt  des  kleinen  Ländchens
  ist  Luxemburg  (Lützelburg  d.  i.  kleine  Burg).  Sie  war  bis  1867  deutsche
Bundesfestung,  wurde  dann  aber  geschleift  und  für  neutral  erklärt.

17.  Belgien.  (3¾/  von  Brandenburg  —  6  M.  E.)

1.  Das  Tiefland.  Der  Westen  und  z.  T.  auch  der  Norden  des  Königreichs
Belgien  enthält  Tiefland.  Dieses  besteht  (wie  im  angrenzenden  Holland)  größtenteils
  aus  fruchtbarem  Marschlande.  Seiner  tiefen  Lage  wegen  muß  es  gegenedie
Küste  sowie  gegen  die  breiten  Mündungsarme  der  Schelde  durch  Deiche  vor  Uberschwemmung
  geschützt  werden.  Das  Scheldegebiet  ist  vorzüglich  angebaut.  Es
gleicht,  da  die  Felder  und  Wiesen  überall  mit  Bäumen  eingefaßt  sind,  einem  großen
Obstgarten,  worin  gar  anmutig  viele  Meierhöfe  zerstreut  umherliegen.  Auch  an
fetten  Weideplätzen  fehlt  es  in  Belgien  nicht;  daher  hat  das  Land  auch  bedeutende
Viehzucht.  Berühmt  sind  die  belgischen  Pferde  und  der  Limburger  Käse.  —  An
der  Schelde  liegen  Antwerpen  (260  T.),  die  erste  Handelsstadt  Belgiens,  und
Gent  mit  bedeutender  Spinnerei  und  Weberei.  Von  Gent  führt  ein  Kanal  über
Brügge  nach  dem  Seebade  Ostende.