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in  der  Provence  ist  Marseille  smarßäj]  (400  T.),  die  größte  Seehandelsstadt
Frankreichs  (vermittelt  besonders  den  Handel  nach  Algier).  Weiter  östlich  liegen
Toulon,  ein  Kriegshafen  ersten  Ranges,  sowie  der  klimatische  Kurort  Nizza.

19.  Die  pyrenäische  Halbinsel  oder  Spanien  und  Portugal.

(Etwas  größer  als  Deutschland  —  aber  nur  23  M.  E.)

1.  Bodengestalt.  Die  Halbinsel  ist  größtenteils  von  der  kastilischen  Hochebene
  angefüllt,  die  nur  durch  das  aragonische  (am  Ebro)  und  das  andalusische
  Tiefland  unterbrochen  wird.  Den  Nordrand  der  Halbinsel  bilden  die
Pyrenäen,  deren  höchste  Gipfel  3400  m  hoch  sind.  Den  Südrand  bildet  das
Küstengebirge  von  Andalusien.  In  der  Mitte  liegen  das  kastilische  und  das
andalusische  Scheidegebirge.

2.  Die  kastilische  Hochebene  ist  von  höhern  Randgebirgen  umgeben.  Diese
sind  für  das  Klima  der  Hochebene  von  großem  Einflusse.  Sobald  nämlich  die
Regenwolken  heranziehen,  erkalten  die  in  ihnen  enthaltenen  Wasserdämpfe  über  dem
Randgebirge  und  fallen  als  Regen  nieder.  (S.  87.)  Ehe  die  Wolken  die  Ebene
erreichen,  haben  sie  sich  gewöhnlich  abgeregnet.  Der  Himmel  ist  hier  meist  wolkenlos.
Die  Sonne  vermag  daher  am  Tage  und  im  Sommer  das  Land  schnell  zu  erwärmen,
  in  der  Nacht  und  im  Winter  aber  kühlt  es  sich  schnell  ab.  Trotz  der
Nähe  des  Meeres  herrscht  hier  deshalb  Landklima:  heiße  Tage  —  kalte  Nächte;
heiße  Sommer  —  kalte  Winter.  Aus  dem  Regenmangel  besonders  erklärt  es
sich,  daß  in  der  Hochebene  große  Dürre  herrscht  und  kein  Wald,  keine  Wiese  das
Auge  erfreut.  Ehedem  war's  besser.  Seitdem  man  aber  die  Berge  vielfach  entwaldet
  hat,  ist  manches  rieselnde  Bächlein  verschwunden.  An  1500  Ortschaften,
die  hier  ehemals  blühten,  stehen  jetzt  größtenteils  öde  und  verlassen  da.  Meistens
sind  die  Heiden  herrenlos  und  werden  als  Weideplätze  für  die  Merinoschafherden
benutzt.  Solche  Herden  bestehen  nicht  selten  aus  30—40000  Schafen.  Sie  werden
von  einem  Oberhirten  und  vielen  Unterhirten  geleitet.  Diese  ziehen  mit  ihren
Herden  von  einer  Heidefläche  zur  andern  und  sind  jahraus,  jahrein  im  Freien.  Während
der  Nacht  werden  die  einzelnen  Herden  mit  Netzen  umhürdet  und  von  Hunden
gegen  die  Wölfe  geschützt.  —  Hier  in  Kastilien  lebt  der  echte  Spanier.  In  seinen
Adern  fließt  heißes  Blut.  Gar  leicht  stößt  er  seinen  Feind  mit  dem  Dolche  nieder.
Das  wilde,  aufregende  Stiergefecht  bildet  sein  Hauptvergnügen.  —  Mitten  in  der
Hochebene  liegt  Madrid  (½  M.),  die  Hauptstadt  Spaniens.  Vor  der  Stadt  befindet
sich  ein  großer  Zirkus,  worin  wöchentlich  zweimal  Stiergefechte  abgehalten  werden.

3.  Die  Hauptflüsse  mit  ihren  Städten.  Von  den  Flüssen  Spaniens  durchströmen
  drei  die  Hochebene:  Duêro,  Tajo  und  Guadiana  lgwadiänal.  Zur
Winters=  und  Frühjahrszeit  sind  sie  hoch  angeschwollen  und  fließen  dann  in  dem
tiefeingeschnittenen  Bette  reißend  schnell  dahin.  Im  Sommer  aber  sind  sie  seicht
und  trocknen  stellenweise  ganz  aus.  Daher,  besonders  aber  auch,  weil  sie  zahlreiche
Stromschnellen  haben,  sind  sie  zur  Schiffahrt  fast  bis  zu  ihrer  Mündung  hin  nicht
geeignet.  An  der  seenartigen  Ausmündung  des  Tajo  liegt  Lissabon  (300  T.),
die  Hauptstadt  Portugals;  an  der  Mündung  des  Duero  Porto,  bekannt  durch
die  Ausfuhr  des  feurigen  Portweins.  Der  Hauptfluß  der  andalusischen  Tiefebene
ist  der  Guadalquivir  (gwadalkiwirl.  In  der  aragonischen  Tiefebene  fließt  der
wasserarme  Ebro.  An  ihm  liegt  Zaragoza  (gossal.

4..  Die  andalusische  Tiefebene  wird  vom  Guadalquivir  durchflossen.  Er  ist
für  die  Schiffahrt  des  Landes  der  wichtigste  Fluß.  Denn  seine  Zuflüsse  aus  den
schneereichen  Hochgebirgen  des  Südens  versorgen  ihn  auch  im  Sommer  mit  Wasser.
Zur  Zeit  der  Araber,  wo  die  Ebene  künstlich  bewässert  wurde,  glich  sie  einem