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großen  Garten.  Unter  den  Händen  der  Spanier  aber  sind  weite  Strecken  verödet
und  zu  Heiden  geworden.  Wo  jedoch  die  Wasserwerke  erhalten  sind,  breiten  sich
auch  heute  noch  —  oft  unmittelbar  an  der  Heide  —  die  fruchtbarsten  und  daher
bevölkertsten  Gefilde  aus.  In  den  Gärten  Andalusiens  prangt  fast  das  ganze
Jahr  hindurch  die  Apfelsine.  Die  Dattelpalmwäldchen  auf  den  Hügeln  sowie  die
Zuckerrohr-  und  Baumwollenfelder  in  den  Thälern  erinnern  uns  an  das  nahe
Afrika.  —  Die  bedeutendsten  Städte  am  Guadalquivir  sind  Sevilla  [bevilja],  zur
Zeit  der  spanischen  Herrschaft  in  Amerika  der  wichtigste  Hafenort,  und  Cördoba
(kordowal,  die  früher  über  eine  Million  zählende  Hauptstadt  der  Mauren  —  jetzt
55  T.  Unweit  der  Mündung  des  Guadalquivir  liegt  Xeres  scheres],  bekannt
durch  seinen  Wein,  den  Sherri.  In  Hochandalusien,  am  Nordfuße  des  Schneegebirges
  und  an  einem  Nebenflusse  des  Guadalquivirs,  finden  wir  Granäda  mit
der  Alhambra,  dem  prachtvollen  Palaste  der  maurischen  Könige.

5.  Die  Küste  des  Mittelmeers.  An  der  Südspitze  Spaniens,  etwa  20  km
von  Afrika  entfernt,  liegt  die  englische  Felsenfestung  Gibraltar.  Durch  sie  beherrscht
  England  den  Zugang  ins  mittelländische  Meer.  Der  Wald  bei  Gibraltar
ist  der  einzige  Ort  in  Europa,  wo  Affen  wild  leben.  Nordöstlich  von  Gibraltar
liegt  Mälaga,  der  Hauptausfuhrhafen  für  den  hier  reifenden  feurigen  Wein  und
für  die  Korkrinde,  die  hier  von  der  immergrünen  Korkeiche  gewonnen  wird.  Die
Küstenlandschaften  von  Murcia  und  Valencia  bildeten  zur  Zeit  der  Araber  das
„maurische  Paradies“.  Auch  jetzt  noch  gleicht  das  Land,  soweit  die  von  den  Arabern
angelegten  Wasserwerke  erhalten  sind,  einem  herrlichen  Lustgarten.  Ganz  im  Nordosten
  liegt  Barcelona  (270  T.),  „Spaniens  reichste  und  sauberste  Stadt“,  reich
durch  ihren  Seehandel  und  die  großartigen  Webereien  in  Wolle,  Baumwolle  und  Seide.

20.  JItalien.  (Etwa  ½2  von  Deutschland  —  33  M.  E.)

1.  Die  Halbinsel  Italien  wird  der  ganzen  Länge  nach  von  den  Apenninen
durchzogen  und  daher  auch  die  apenninische  Halbinsel  genannt.  Sie  erstreckt  sich
in  Form  eines  Stiefels  weit  in  das  mittelländische  Meer  hinein.  Der  Lage  nach
unterscheidet  man  Ober-,  Mittel=  und  Unteritalien.

a.  Oberitalien.  2.  Die  lombardische  Tiefebene.  Am  Südfuße  der  Alpen
breitet  sich  die  lombardische  Tiefebene  aus.  Sie  ist  durch  den  Po  und  die
Etsch  mit  ihren  zahlreichen  Nebenflüssen  reich  bewässert  und  erhält  durch  die  Alpen,
die  die  kalten  Nordwinde  abhalten,  ein  recht  mildes  Klima.  Beide  Umstände  begünstigen
  den  Ackerbau.  Die  Felder  werden  gewöhnlich  zweimal  im  Jahre  bestellt,
zuerst  mit  Weizen  und,  wenn  dieser  abgeerntet  ist,  noch  einmal  mit  Mais.  In
dem  Po-Delta  gedeiht  sogar  der  Reis.  Aus  seinem  zähen  Stroh  verfertigen  die
Italiener  Besen,  Bürsten  und  grobe  Strohhüte.  Das  Gras  wird  in  guten  Jahren
5—  Gmal  gemäht.  Die  Grenzen  der  einzelnen  Felder  sind  mit  Maulbeerbäumen
(zum  Seidenbau)  und  Kastanien  bepflanzt,  an  denen  sich  Weinreben  emporranken.
Dadurch  erhält  das  Land  ein  gartenähnliches  Aussehen.  Die  größte  Stadt  der
Lombardei  ist  Mailand  mit  seinem  weißen  Marmordome.  Am  Golfe  von  Genua
liegt  das  prächtige  Genua,  dessen  Handel  durch  die  Gotthardbahn,  die  hier  endet,
mächtig  aufgeblüht  ist.  Am  Po  liegt  das  wundervolle  Turin,  an  der  Etsch
Verona,  südlich  davon  Mantua  (Hofer).

3.  Die  Ostküste  der  lombardischen  Tiefebene  ist  von  zahlreichen,  ausgedehnten
  Sümpfen  bedeckt.  In  diese  werden  durch  den  Po,  die  Etsch  u.  a.  Alpenflüsse
  alljährlich  große  Massen  von  Schlamm,  Schutt  und  Sand  geführt.  An
manchen  flachen  Küsten  bildet  das  Meer  aus  diesen  Sinkstoffen  lange,  dünenartige
  Wälle  oder  Inseln  (Lidi,  Einzahl  Lido),  durch  die  große  Strandseen  oder