—  138  —

Zimmer  und  Säle  und  nimmt  den  Raum  einer  kleinen  Stadt  ein.  Seit  1871
ist  Rom  die  Residenz  des  Königs  von  Italien.  Ihre  vielen  Baudenkmäler
(Kirchen,  Paläste)  und  Gemäldesammlungen  sind  einzig  in  ihrer  Art  und  locken
Künstler  und  Gelehrte  aus  allen  Teilen  der  Welt  herbei.

c.  Unteritalien.  7.  Klima  und  Bodenerzeugnisse.  Unteritalien  hat  ein  äußerst
mildes  Klima.  Schnee  ist  hier  eine  Seltenheit  und  taut,  wenn  er  fällt,  sofort
wieder  auf.  Im  Herbste  und  Frühlinge  regnet  es  häufig,  der  Sommer  aber  ist
fast  regenlos.  Monate  lang  ist  der  Himmel  so  rein  und  blau  wie  bei  uns  nur
in  den  schönsten  Frühlingstagen.  Die  Bäume  bleiben  daher  das  ganze  Jahr
grün,  und  die  herrlichsten  Südfrüchte,  wie  Apfelsinen,  Citronen,  Feigen  u.  s.  w.,
gedeihen  in  üppigster  Fülle.  Der  Olbaum,  aus  dessen  Früchten  (Oliven)  das
Olivenöl  gepreßt  wird,  kommt  hier  so  häusig  vor,  daß  Italien  das  ölreichste
Land  der  Welt  ist.  Ganz  im  Süden  wachsen  auch  afrikanische  Pflanzen,  wie
Dattelpalme,  Zuckerrohr  und  Baumwolle.

8.  Neapel  und  der  Vefuv.  An  einer  Meeresbucht  liegt,  stufenförmig  sich
erhebend,  die  volkreichste  Stadt  Italiens:  Neapel  (  1/2  M.).  Etwa  7  km  von
dieser  entfernt  erblickt  man  den  Vesuv,  einen  feuerspeienden  Berg.  Auf  seinem

—.

 

 

Neapel  und  der  Vesuv.

Gipfel  befindet  sich  der  Krater,  eine  Offnung,  die  man  etwa  in  1  Stunde  umschreiten
  kann.  Unten  in  dem  gewaltigen  Kessel  erhebt  sich  ein  Bergkegel,  aus
dessen  Spitze  beständig  Dampf  aufwallt.  Oft  vergehen  viele  Jahre,  ehe  ein
Ausbruch  stattfindet.  Dann  aber  hört  man  in  dem  Berge  ein  donnerähnliches
Getöse,  und  Feuergarben,  glühende  Steine  und  dichte  Rauchwolken  wirbeln  aus