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dem  Krater  empor.  Die  Luft  ist  mit  Schwefel=  und  Kohlendämpfen  angefüllt,
und  dickflüssige,  8—10  m  hohe  Lavamassen  schieben  sich  langsam  an  der  Seite
des  Berges  hinunter.  Die  Menschen,  die  an  solchen  bedrohten  Stellen  wohnen,
flüchten  dann  eiligst  mit  ihren  Habseligkeiten.  Nach  wenigen  Stunden  sind  Haus
und  Hof  mit  einer  hohen  Lavaschicht  überzogen,  und  nur  Trümmer  verraten  den
Ort,  wo  sie  ehedem  gestanden.  —  Am  Fuße  des  Vesuvs  liegen  die  beiden  79  n.  Chr.
verschütteten  Städte  Herkulanum  und  Pompeji.  Pompesi  ist  jetzt  aber  zum
größten  Teil  wieder  ausgegraben.

9.  Die  Jusel  Sicilien  wird  durch  die  Straße  von  Messina  vom  Festlande
  getrennt.  Sie  ist  bekannt  durch  ihre  vielen  (4400)  Schwefelgruben.  Im
Osten  der  Insel  liegt  der  Etna,  der  größte  Vulkan  Europas.  Die  Hauptstadt
ist  Palermo,  die  bedeutendste  Handelsstadt  aber  Messina.

10.  Westlich  von  der  Halbinsel  liegen  die  Inseln  Sardinien,  deren
Küstenbewohner  sich  vielfach  vom  Fange  der  Sardinen  und  Sardellen  nähren,
und  Elba,  der  erste  Verbannungsort  Napoleons  I.

21.  Die  Balkanhalbinsel.

1.  Boden,  Klima  und  Bodenerzeugnisse.  Die  ganze  Halbinsel  ist  —  die
wallachische  Tiefebene  abgerechnet  —  von  schönbewaldeten  Bergketten  durchzogen.
Die  hauptsächlichste  davon  ist  der  Balkan.  Das  Klima  ist  im  allgemeinen
milde,  besonders  im  S.,  wo  selten  Schnee  fällt.  Die  Sommer  sind  heiß  und
regenlos,  die  Winter  nur  im  Donauthal  rauh  und  kalt.  Weizen,  Mais,  Tabak
u.  s.  w.  gedeihen  vorzüglich,  und  im  S.  reifen  Oliven,  Feigen  und  selbst
Datteln.  Auch  Baumwolle  wird  vielfach  angebaut,  und  ganze  Acker  sind  nicht
selten  mit  Rosen  bepflanzt,  aus  denen  Rosenöl  gewonnen  wird.

Die  Staaten  der  Balkanhalbinsel  sind:

a.  Die  Türkei.  (Nicht  ganz  2/8  von  Deutschland  —  8½⅛  M.  E.)

2.  Geschichtliches.  Die  Türken  kamen  im  14.  Jahrhundert  nach  Europa
und  eroberten  1453  auch  Konstantinopel,  den  letzten  Rest  des  morschen  oströmischen
Reiches.  An  die  Stelle  des  Christentums  trat  nun  die  mohammedanische  Lehre.
Aber  unter  der  Herrschaft  des  Sultans  und  seiner  Paschas  sank  das  Land  immer
tiefer  von  seiner  frühern  Höhe  herab.  Da  wurde  kein  Weg  angelegt,  keine  Brücke
gebaut.  Die  Mineralschätze  des  Bodens  bleiben  noch  heute  vielfach  unbeachtet  liegen,
und  selbst  die  fruchtbarsten  Gefilde  sind  stellenweise  zur  Einöde  geworden.  Das  Land
ist  daher  in  eine  ungeheure  Schuldenlast  geraten,  und  der  Sultan  gleicht  einem
„kranken  Manne“,  von  dem  ein  Glied  nach  dem  andern  sich  ablöst.  Schon  1821
rissen  sich  die  Griechen  von  der  Türkei  los,  und  durch  den  Berliner  Frieden  von
1878  verlor  die  Türkei  Montenegro,  Serbien  und  Rumänien,  die  für  selbstständige
  Staaten  erklärt  wurden.  Bosnien,  die  Herzegöwina  und  Bulgarien  gehören
  zwar  dem  Namen  nach  noch  zur  Türkei,  doch  werden  die  beiden  erstgenannten
Länder  von  Osterreich  verwaltet,  während  Bulgarien  einen  besonderen  Fürsten  hat.

3.  Städte.  Die  Hauptstadt  der  Türkei  ist  Konstantinopel  (900  T.).

Konstantinopel  liegt  an  der  2½  km  breiten  Straße  von  Konstantinopel.
Das  goldene  Horn,  eine  schmale  Meereszunge,  trennt  die  eigentliche  Stadt  von
den  Vorstädten  Gälata  und  Pera,  wo  vornehmlich  die  „Franken“  (die  nicht  von
der  Balkanhalbinsel  stammenden  Europäer)  und  die  fremden  Gesandten  wohnen.
Einen  schönen  Anblick  gewährt  die  Stadt  vom  Meere  aus.  Gleich  im  Vordergrunde
  erblickt  man  das  Serail  (PHeräj),  den  Palast  des  Sultans,  für  sich  allein
schon  eine  Stadt  voller  Paläste  und  Gärten.  Hinter  dem  Serail  sieht  man
gewaltige  Häusermassen,  aus  denen  sich  zahllose  Kuppeln  prächtiger  Moscheen  und