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halbwilde  Jägervölker,  wie  die  Samojeden  und  Jakuten  (im  Norden),  teils  eingewanderte
  russische  Kolonisten,  teils  von  Rußland  hierher  verbannte  Verbrecher.  —

Die  wichtigsten  Städte  in  Sibirien  sind:  Tobolsk  (20  T.),  die  westliche
  Hauptstadt  und  Hauptniederlage  des  sibirischen  Pelzwerkes,  Tomsk  (44  T.),
der  Mittelpunkt  der  Goldgewinnung,  Irkutsk  (50  T.)  am  Baikalsee,  die  östliche
Hauptstadt,  und  Jakutsk  an  der  Lena,  die  kälteste  Stadt  der  Erde,  fast  nur  von
Pelzjägern  bewohnt.  Da  jetzt  die  Pelztiere  in  den  Wäldern  immer  seltener  werden,
so  wenden  sich  die  Bewohner  vielfach  dem  Berg=  und  Hüttenbau  zu.  Der  Ural
liefert  viel  Gold,  Platina  und  Eisen,  der  Altai  Silber  und  Blei.  Der  Hauptort
für  den  Bergbau  ist  Jekaterinburg  am  östlichen  Abhange  des  Ural.

2.  Kaukasien  liegt  zu  beiden  Seiten  des  Kaukasus,  von  dem  das  Land  den
Namen  erhalten  hat.  An  der  einzigen  fahrbaren  Straße,  die  von  Rußland  über
den  Kaukasus  nach  Persien  führt,  liegt  Tiflis  (100  T.),  die  Hauptstadt  Kaukasiens.
  Von  dort  führt  eine  Eisenbahn  nach  Baku,  am  kaspischen  Meere  gelegen.
Hier  verehrten  eine  Anzahl  Parsen  (Nachkommen  der  Urbewohner  Persiens  und
Feueranbeter)  bis  vor  kurzem  in  einem  Tempel  das  „heilige  Feuer“,  das  ununterbrochen
  Tag  und  Nacht  über  der  Erde  hier  brannte.  Jetzt  ist  der  Tempel  zerfallen,
  in  seiner  Nähe  aber  sind  große  Fabriken  entstanden,  in  denen  man  das  Petroleum
  reinigt,  das  aus  etwa  50  Quellen  gewonnen  wird.  1883  hatte-  man
eine  Quelle  erbohrt,  deren  Strahl  anfangs  über  60  m  hoch  in  die  Luft  stieg.
Man  hatte  gar  nicht  Fässer  genug,  das  Ol  aufzufangen,  und  so  bildeten  sich  in
den  Bodenvertiefungen  bald  große  Olteiche.

3.  Turän  oder  Westturkistan  ist  ein  gewaltiges  Tiefland.  Ehemals  war  es
vom  Meere  bedeckt,  als  dessen  Reste  noch  der  Aralsee  und  das  kaspische  Meer
erhalten  sind.  Das  kaspische  Meer  ist  der  größte  Binnensee  der  Erde.  Er  hat
mehr  Flächeninhalt  als  das  Königreich  Preußen.  Turan  ist  ein  sehr  regenarmes
Land.  Daher  finden  sich  hier  große  Sandwüsten.  Nur  die  bewässerten  Flußthäler
sind  angebaut.  Zwischen  dem  kaspischen  Meere  und  dem  Aralsee  nomadisieren  die
räuberischen  Turkmenen,  nördlich  vom  Aralsee  die  Kirgisen,  deren  Reichtum
in  Pferden,  Rindern  und  großen  Schafherden  besteht.  Die  Hauptstadt  Turans
ist  Taschkent  (120  T.).

23.  Jran.  (4  mal  so  groß  wie  Deutschland  —  14  M.  E.)

JIrän  ist  ein  Hochland,  das  vom  Elburs,  Hindukusch  u.  a.  meist  kahlen
Randgebirgen  eingeschlossen  wird.  Daher  ist  das  Innere  sehr  regenarm,  unfruchtbar
  und  waldlos.  (S.  135.)  In  den  Flußthälern  und  an  den  Abhängen  der  Gebirge
  dagegen  herrscht  ein  ewiger  Frühling,  und  herrliche  Obst=  und  Rosengärten
erfreuen  hier  das  Auge.  Iran  besteht  aus  folgenden  3  Staaten:

1.  Persien.  Es  ist  dreimal  so  groß  wie  Deutschland,  hat  aber  nur  etwa
7½  Mill.  E.  Die  Bewohner  sind  Mohammedaner.  Der  Fürst  heißt  Schah
lschach)t.  Die  Hauptstadt  ist  Teher  än  (150  T.).  In  der  paradiesischen  Umgegend
  von  Schiras  wird  viel  Rosenöl  gewonnen.

2.  Afghanistän.  Die  Hauptstadt  ist  Kabul  an  dem  Flusse  gleichen  Namens.
Durch  das  Thal  des  Kabuls  führt  die  wichtigste  Straße  nach  Indien.  Daher  ist
das  Land  ein  steter  Zankapfel  zwischen  den  Russen,  die  schon  bis  Turkistan  vorgedrungen
  sind,  und  den  Engländern,  denen  Indien  gehört.

3.  Belutschistän  mit  der  Hauptstadt  Kelat,  steht  unter  englischer  Oberherrschaft.


24.  Die  asiatische  Türkei.  (#mal  so  groß  wie  Deutschland  —16  M.  C.)

Sie  umfaßt  Kleinasien,  Syrien,  Armenien  und  Mesopotamien  und
steht  unter  der  Herrschaft  des  türkischen  Sultans.