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5.  Die  Bewohner  Vorderindiens  (260  Millionen)  gehören  größtenteils  dem
Hindustamme  an.  Nur  etwa  der  siebente  Teil  besteht  aus  Mohammedanern  und
eingewanderten  Christen.  Etwa  12  000  sind  Europäer.

Die  Hindu  bilden  noch  heute  wie  vor  Jahrtausenden  4  Kasten:  1)  Brahmanen
  oder  Priester;  2)  Krieger;  3)  Ackerbauer  und  Gewerbetreibende  und  4)  Knechte.
Zu  keiner  Kaste  gehören  die  Parias.  Sie  sind  so  verachtet,  daß  niemand  sie  berühren
  noch  mit  ihnen  essen  und  trinken  darf.  Die  Hindu  verehren  Brahma  als
den  Schöpfer,  Wischnu  als  den  Erhalter  und  Schiwa  als  den  Zerstörer  der  Welt.
Diesen  Götzen  bringen  sie  in  prachtvollen  Tempeln  (Pagoden)  Opfer.  Nach  ihrem
Glauben  wandert  die  Seele  eines  Verstorbenen  in  den  Leib  eines  andern  Menschen
oder  Tieres.  Daher  scheuen  sie  sich,  irgend  ein  Tier  zu  töten,  ausgenommen  Fische.
Das  Leben  ist  für  den  Hindu  eine  Prüfungszeit,  die  er  auf  jede  Weise  abzukürzen
sucht.  Daher  ziehen  auch  alljährlich  große  Scharen  nach  Benares  und  stürzen  sich
in  die  heiligen  Fluten  des  Ganges.  Gewöhnlich  verbrennen  die  Hindu  ihre  Toten.
Die  Sitte  jedoch,  daß  sich  die  Frau  beim  Tode  ihres  Mannes  mit  ihm  verbrennen
läßt,  ist  von  den  Engländern  ausgerottet  worden.  —  Das  Christentum  findet  nur
langsam  Eingang,  obwohl  viele  Missionare  hier  thätig  sind.

6.  Seit  1857  steht  Vorderindien  vollständig  unter  der  Herrschaft  Englands,
dessen  Königin  seit  1876  auch  den  Titel  „Kaiserin  von  Indien“  führt.  Zu  Vorderindien
  gehört  auch  die  Insel  Ceylon,  auf  der  viel  Thee  und  Kaffee  gebaut  wird.

27.  Hinterindien  (4  mal  so  groß  wie  Deutschland  —  40  M.  E.)
und  die  indischen  Inseln.

1.  Hinterindien.  Von  den  mächtigen  Strömen,  die  das  Land  durchfließen,
ist  der  Mékong  am  bedeutendsten.  Die  Westküste  Hinterindiens  (früher  das  Reich
Birma  oder  Barma)y  ist  im  Besitze  der  Engländer;  ebenso  die  Südspitze  der  Halbinsel
  Malaka  mit  der  Hafenstadt  Singapore.  Die  Ostküste  (früher  das  Reich
Annam  u.  s.  w.)  ist  französisch,  im  Nordosten  auch  das  an  China  angrenzende
Tongking.  Den  übrigen  Teil  Hinterindiens  nimmt  das  noch  unabhängige  Reich
Siam  ein  (mit  der  Hauptstadt  Bangkok,  am  Menam,  200  K.).

2.  Die  indischen  Inseln  liegen  zwischen  Asien  und  Australien.  Sie  bilden
4  Gruppen:  1)  die  großen  Sundainseln  (Sumäatra,  Java,  Börneo,
Celêbes),  2)  die  kleinen  Sundainseln,  3)  die  Molukken  oder  Gewürzinseln,
4)  die  Philippinen.  —  Alle  diese  Inseln  sind  gebirgig.  Viele  von  ihnen  besitzen
  auch  thätige  Vulkane.  Die  Gipfel  der  Berge  sind  meistens  dicht  bewaldet,
in  den  urbar  gemachten  Thälern  aber  baut  man  Reis,  Zuckerrohr,  Tabak  und
ganz  besonders  Kaffee.  —  Die  Sundainseln  und  die  Molukken  stehen  größtenteils
unter  holländischer  Herrschaft,  die  Philippinen  dagegen  sind  im  Besitze  der  Spaniex.
Der  Hauptort  der  Philippinen  ist  Manila  auf  der  Insel  Luzon,  bekannt  durch
seine  Cigarren.  Am  meisten  Wert  und  Bedeutung  für  die  Holländer  hat  die  Insel  Java.
Sie  ist  etwa  fünfmal  so  groß  als  Holland  und  bringt  durch  ihre  Kaffeepflanzungen
reichen  Gewinn.  Der  Hauptort  ist  die  Hafenstadt  Batävia.  Sie  liegt  in  ungesunder
  Sumpfgegend,  weshalb  die  Europäer  die  höher  gelegenen  Vorstädte  bewohnen.

28.  China.  (Etwas  größer  als  Europa  —  350  M.,  fast  ¼  aller  Bew.  der  Erde.)

1.  China,  das  „Reich  der  Mitte“,  besteht  aus  Zentralasien  und  dem
eigentlichen  China  mit  dem  südlichen  Teile  der  Mandschurei.

2.  Zentralasien  umfaßt  das  gewaltige  Hochland  von  Hinterasien,  das  von  dem
Himalaja,  dem  Altai,  den  chinesischen  Alpen  u.  a.  höhern  Randgebirgen  umgeben
  ist.  Infolge  seiner  großen  Regenarmut  (S.  134)  ist  das  Innere  vielfach  dürr