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Korn=  und  Viehhandels  ist  Chicago  (über  1  M.).  Auch  Cincinnati  (Hinßinnetil
hat  bedeutenden  Fleisch=  und  Getreidehandel,  ebenso  St.  Louis  HSßent  luisl,  fast
½  M.  (inmitten  des  fruchtbaren  Mississippigebiets  gelegen).

Im  siüdlichen  Teile  der  Ebene  begünstigt  das  wärmere  Klima  den  Anbau
von  Tabak,  Zuckerrohr  und  besonders  Baumwolle.  Daher  finden  wir  hier  den
größten  Baumwollenmarkt  der  Erde:  New-Orleans  inju-örlins)  (über  240  T.),
von  wo  aus  die  rohe  Baumwolle  meistens  in  Ballen  nach  England  (Liverpool)
versandt  wird.  Im  Goldlande  Kalifornien  ist  seit  der  Entdeckung  des  Goldes
(1849)  San  Franzisko  (300  T.)  schnell  emporgeblüht.  (Hier  endet  die  von
New-Bork  kommende  Pacificbahn.)  Das  Alleghanygebirge  im  Osten  ist  reich  an
Steinkohlen  und  Eisen.  Hier  ist  daher  eine  sehr  lebhafte  Industrie  (für  Eisenund
  Stahlwaren)  entstanden,  deren  Mittelpunkt  das  ganz  von  Rauch  geschwärzte
Pittsburg  (240  T.)  bildet.  An  den  Häfen  der  Ostküste  finden  wir  die  größten
Handelsstädte  der  Union,  die  die  Erzeugnisse  Amerikas  (Petroleum,  Fleisch,  Häute,
Getreide,  Tabak,  Holz  u.  s.  w.)  nach  Europa  versenden:  New-York  Injus-jorks
(1½  M.),  Brooklyn  fbrüklin)  (830  T),  Philadelphia  (über  1  M.),
Boston  (bostn]  (450  T.),  Baltimore  bböltimor],  (430  T.)  u.  a.

8.  Prärien,  d.  h.  Wiesen,  nennt  man  die  welligen  Steppen,  die  im  Westen
des  Mississippi-Thales  bis  zu  dem  Felsengebirge  wie  auf  einer  schiefen  Ebene
hinansteigen.  Wo  die  Ebene  anfängt,  findet  man  hier,  besonders  in  den  Flußthälern,
noch  dichte  Urwälder.  Je  höher  man  aber  steigt,  desto  seltener  wird  der  Baumwuchs.
  Zuletzt,  auf  der  dürren  Hochebene,  ist  der  Boden  viele  Meilen  weit  nur
mit  fußhohen  Gräsern  bedeckt.  Ehedem  weideten  in  den  Prärien  überall  zahllose
Büffel.  Auf  sie  machten  die  Indianer  Jagd,  um  sich  mit  Nahrung  und  Kleidung
zu  versorgen.  Aber  die  Büffelherden  sind  jetzt  ganz  vernichtet,  und  an  die  Stelle
der  Indianer  sind  Ansiedler  getreten.  Diese  treiben  Viehzucht  und  verwandeln  die
Prärien  mit  dem  Pfluge  in  fruchtbare  Ackerfelder.  Auch  Bäume,  die  hier  zum
Schutze  gegen  die  rauhen  Winde  unentbehrlich  sind,  gedeihen  in  der  Prärie  ganz
vorzüglich  und  werden  jetzt  immer  mehr  und  mehr  angepflanzt.

9.  Die  Indianer  (Rothäute)  bewohnten  ehedem  den  ganzen  Erdteil,  sind
aber  jetzt  nach  dem  fernen  Westen  verdrängt  worden.  Weitaus  die  meisten
Indianer  findet  man  gegenwärtig  in  dem  sogenannten  „Indianergebiet“,  das  ihnen
die  Regierung  überwiesen  hat.  Hier  treiben  sie  vielfach  nach  Art  der  Europäer
Ackerbau  und  Viehzucht,  bauen  sich  Häuser  und  Scheunen  und  schicken  sogar  ihre
Kinder  in  die  ihnen  errichteten  Schulen.  Nur  etwa  ½⅛  aller  Indianer  der  vereinigten
  Staaten  führt  noch  wie  ehemals  ein  Jägerleben  und  wohnt  in  Zelten
(Wigwams),  die  die  Form  eines  umgestürzten  Trichters  haben.  Als  ihre  größten
Feinde  sehen  die  Indianer  die  „Weißen“  an,  die  ihnen  ihr  Jagdgebiet  raubten.
Drum  fallen  sie  auch  nicht  selten  über  die  „Blaßgesichter“  her,  verbrennen  ihnen  die
Farm  und  töten  die  Bewohner  oder  schleppen  sie  als  Gefangene  fort.  Dem  getöteten
Feinde  wird  die  Kopfhaut  (Skalp)  abgezogen,  da  nach  dem  Glauben  der  Indianer
ein  skalploser  Mensch  nicht  in  die  „ewigen  Jagdgründe“  gelangen  kann.  Eine  große
Anzahl  solcher  Skalpe  an  seinem  Gürtel  zu  haben,  ist  der  größte  Stolz  eines  Indianers.

10.  Die  Republik  Mexiko  (mechikol  ist  3¼  mal  so  groß  als  Deutschland,  hat
aber  nur  den  vierten  Teil  seiner  Bewohner.  An  den  sumpfigen  Küsten  (im  Osten  und
Westen)  gedeihen  Zuckerrohr,  Kakao  und  Baumwolle  sehr  gut.  Doch  herrscht  hier
auch  das  gelbe  Fieber,  dem  leider  der  Europäer  sehr  häufig  erliegt.  Steigt  man
von  den  Küsten  zu  den  Hochebenen  empor,  so  kommt  man  in  ein  äußerst  angenehmes
  Sommerklima.  Nicht  selten  sind  ganze  Felder  mit  Kakteen  bepflanzt,  auf
denen  die  Cochenille  (eine  Schildlaus)  zur  Bereitung  der  Purpurfarbe  gezüchtet
wird.  In  den  Wäldern  findet  man  Palmen  und  immergrüne  Eichen,  deren  Stamm