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die  aber  das  Land  weit  und  breit  überschwemmen  und  oft  mehr  schaden  als  nützen.
(Wie  kommt  es,  daß  die  Jahreszeiten  Australiens  den  unsrigen  entgegengesetzt  sind  ))

3.  Bewässerung.  Infolge  der  großen  Regenarmut  im  Innern  Australiens
mangelt  es  auch  an  größern  Flüssen,  die  das  ganze  Jahr  hindurch  gleichmäßig
Wasser  führen.  Schneereiche  Gebirge,  die  Hauptquellen  der  Bäche,  sind  fast  gar
nicht  vorhanden,  und  auch  an  dichten  Wäldern,  die  die  Feuchtigkeit  anhalten,  ist
großer  Mangel.  Es  giebt  im  Innern  nur  wenige  und  meist  ganz  flache  Seen.
Bleibt  der  Regen  lange  aus,  so  trocknen  diese  Seen  sowie  auch  die  Flüsse  meistens
aus.  Der  einzige  das  ganze  Jahr  hindurch  Wasser  führende  Fluß  ist  der  Murray
lmörre]  mit  dem  Darling.

4.  Pflanzenwelt.  Aus  der  Regenarmut  und  Dürre  im  Innern  Australiens
erklärt  sich  leicht  die  dortige  Pflanzenarmut.  Große  Wüstenstrecken  im  Innern
sind  teils  vollständig  kahl,  teils  mit  harten  Gräsern  oder  undurchdringlichen  Gesträuchdickichten
  bedeckt,  die  kaum  durch  Feuer  zu  vertilgen  sind.  An  der  reichlicher
benetzten  Ostküste  dagegen  findet  sich  ein  besserer  Pflanzenwuchs.  In  den  Urwäldern
  wächst  sogar  der  höchste  Baum  der  Erde,  der  über  100  m  hohe  Gummibaum.
  Meistens  ist  aber  der  australische  Wald  ganz  licht.  „Alle  15—20  Schritte
steht  ein  häßlicher  Gummibaum,  darunter  spärliches  Gras,  und  hier  und  da  ein
Busch!“  Nur  wenige  Bäume  verlieren  alljährlich  ihre  Blätter,  wohl  aber  werfen  die
meisten  ihre  Rinde  ab.  An  fruchttragenden  Bäumen  und  Pflanzen  ist  großer
Mangel.  Das  Land  vermochte  daher  nur  wenig  Menschen  zu  ernähren.  Erst
durch  die  Europäer  wurden  Getreide,  Kartoffeln,  Obstbäume  u.  s.  w.  eingeführt.

5.  Die  Tierwelt  Neuhollands  ist  noch  dürftiger  als  die  Planzenwelt.  Kein
Hirsch,  kein  Elefant,  kein  Büffel  durchstreift  die  Wälder.  Nur  das  Geschlecht  der
Beuteltiere  ist  hier  stark  vertreten.  Zu  ihnen  gehört  auch  das  für  die  Eingebornen
wichtigste  Tier,  das  Känguruh,  dessen  Fleisch  sie  essen.  Von  Raubtieren  findet  man
nur  den  Dingo  oder  wilden  Hund.  Unter  den  Vögeln  ist  der  Kasuar  am  merkwürdigsten.
  Er  hat  borstenartige  Federn  und  nur  kleine  Flügelansätze,  so  daß  er
nicht  fliegen  kann.  Das  sonderbarste  Tier  aber  ist  das  Schnabeltier,  daß  sich  in
einigen  Seen  Australiens  findet.  Obwohl  Sängetier,  legt  es  doch  Eier.  Durch  die
Einwanderung  sind  nach  und  nach  alle  europäischen  Haustiere  eingeführt  worden.
Man  findet  hier  jetzt  die  größten  Viehherden  der  Welt.  (Schafe,  Rinder,  Pferde.)
Hieraus  erklärt  sich  auch  die  starke  Ausfuhr  von  Wolle,  Fleisch  und  Häuten.

6.  Die  wichtigsten  Kolonien  in  Australien  sind  Biktoria,  Neu  Süd-Wales
luäls  und  Südaustralien.  Ihre  Hauptstädte  Melbourne  (melbörn]  (1'  M.),
Sydney  idne])  (380  T.)  und  Adelaide  seédeled]  haben  sich  in  kurzer  Zeit  —
Melbourne  z.  B.  in  50  Jahren  —  aus  einem  Haufen  von  Hütten  und  Zelten  zu
prachtvollen  Städten  entwickelt.  Mit  ihren  breiten  Straßen,  feinen  Häusern  und
prachtvollen  Läden  geben  sie  keiner  europäischen  Großstadt  etwas  nach.  Die  Kolonisten
im  Innern  treiben  zum  Teil  auf  ihren  Farmen  Ackerbau,  der  Mehrzahl  nach  aber
sind  sie  Squatters  (skuotters!),  d.  h.  Schafzüchter,  da  sich  das  Land  mit  seinen
Grasebenen  vorwiegend  zur  Viehzucht  eignet.  Ein  „Schafbaron“  besitzt  nicht  selten
100  000  und  mehr  Schafe.  In  der  heißen  Jahreszeit  gehen  zuweilen  ganze  Herden
aus  Mangel  an  Wasser  zu  Grunde.

Zu  dem  von  England  in  Besitz  genommenen  Festlande  rechnet  man  auch  die
im  Süden  des  Festlandes  gelegene  Insel  Tasmänia.

7.  Die  australische  Inselwelt  umfaßt  alle  Inseln,  die  östlich  und  nordöstlich
von  Australien  im  stillen  Ocean  liegen:  Neu-Seeland,  Neu-Guinea  (ginêa),
die  Karolinen,  die  Samoainseln,  die  Gesellschafts  inseln,  die  hawaischen
Inseln  u.  a.

8.  Deutsche  Kolonien.  In  der  Südsee  besitzt  Deutschland  folgende  Kolo-Realienbuch.
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