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lagert.  Auf  diese  Zone  fallen  die  Sonnenstrahlen  nur  äußerst  schräg,  so  daß  fast  das
ganze  Jahr  hindurch  die  grimmigste  Kälte  herrscht.  Am  Nordpol  selbst  verschwindet
die  Sonne  vom  21.  März  bis  23.  September  gar  nicht  aus  dem  Gesichtskreise.
Hier  dauert  also  der  Tag  ein  volles  halbes  Jahr.  In  der  übrigen  Zeit  sieht
man  die  Sonne  gar  nicht,  so  daß  auch  die  Nacht  ein  volles  halbes  Jahr  dauert.

(Wie  ist  es  am  Südpol?)
49.  Dat  Meer.

1.  Ausdehnung  und  Eigentümlichkeiten.  Das  Meer  bedeckt  fast  /  der  Erdoberfläche
  und  wird  in  5  Oceane  geschieden:  das  nördliche  und  südliche  Eismeer,
den  atlantischen,  den  großen  oder  stillen  und  den  indischen  Ocean.  Die  Tiefe
des  Meeres  ist  sehr  verschieden.  Während  die  Nordsee  z.  B.  nur  eine  durchschnittliche
  Tiefe  von  etwa  80  m  hat,  erreicht  der  stille  Ocean  stellenweise  eine  Tiefe  bis
zu  9400  m.  Auf  dem  Meeresgrunde  steigt  die  Temperatur  selten  über  1—26,
und  schon  in  einer  Tiefe  von  etwa  400  m  herrscht  vollständige  Finsternis.  Wo
sich  der  Grund  des  Meeres  bis  an  oder  über  die  Oberfläche  des  Wassers  erhebt,
entstehen  Inseln,  Klippen  und  Sandbänke  oder  Untiefen.  Das  Meerwasser  ist
sehr  salzhaltig,  (3—4%  ))  und  daher  zum  Trinken  nicht  geeignet.  —  Durch  die
Bewegung  des  Windes  werden  die  Meereswellen  hervorgerufen,  deren  Höhe  etwa
6—10  m  beträgt.  Wo  sich  hochgehende  Wellen  an  steiler  Felsenküste  brechen,
entsteht  eine  Brandung.  Die  Kraft  der  hier  turmhoch  brausenden  Wellen  ist  so
groß,  daß  2—3000  kg  schwere  Felsen  mit  fortgerissen  werden.  —  Einen  prachtvollen
  Anblick  gewährt  das  Leuchten  des  Meeres.  Es  findet  besonders  zwischen
den  Wendekreisen  zur  Nachtzeit  statt  und  wird  hervorgebracht  durch  Millionen  sehr
kleiner,  gallertartiger  Tierchen,  die  einen  phosphorähnlichen  Schein  von  sich  geben.

2.  Meeresströmungen.  Das  Meerwasser  bewegt  sich  an  manchen  Stellen
fortwährend  nach  einer  bestimmten  Richtung  hin.  Diese  Strömungen  sind  bisweilen
so  scharf  abgegrenzt,  daß  man  deutlich  sehen  kann,  wie  die  eine  Hälfte  des  Schiffes
im  flutenden  Strome,  die  andre  im  ruhigen  Wasser  schwimmt.  Solche  Meeresströmungen
  haben  ihren  hauptsächlichsten  Grund  in  den  Winden,  die  über  die
Meeresoberfläche  hinwehen.  So  bewirken  die  etwa  vom  30“  der  Breite  ab  gegen
den  Aquator  hin  beständig  über  das  Meer  wehenden  Passate  (Nordostpassat  auf
unfrer  Erdhälfte,  Südostpassat  auf  der  südlichen),  daß  das  Meer  in  der  Umgebung
  des  Aquators  eine  große  Strömung  gen  Westen  annimmt.  Von  dieser
Aquatorialströmung  gehen  besonders  im  großen  und  atlantischen  Ocean,  da  wo
sie  sich  dem  Festlande  annähern,  nach  beiden  Seiten  Abzweigungen  aus,  die  als
warme  Meeresströme  Wärme  vom  Aguator  in  höhere  Breiten  führen.  Von  ihnen
ist  für  uns  Europäer  der  200—400  km  breite  Golfstrom  der  wichtigste.  Er  hat
also  seinen  Ursprung  am  Agquator,  durchströmt  den  Golf  von  Mexico  und  fließt
dann,  sich  immer  mehr  verbreiternd,  nordostwärts  bis  Neufundland.  Von  dort
wendet  er  sich  nordöstlich  nach  Europa,  bespült  hier  die  englischen  und  norwegischen
  Küsten  und  dringt  bis  nach  Spitzbergen  ins  nördliche  Eismeer  hinein.
Sein  warmes  Wasser  ist  für  das  Klima  der  von  ihm  bespülten  Küsten  von  großem
Einfluß.  Die  britischen  Inseln  haben  z.  B.  einen  so  milden  Winter,  daß  selbst
im  Januar  die  Temperatur  durchschnittlich  2  Grad  Wärme  beträgt.  An  Islands
und  Norwegens  Küsten  steigt  die  Kälte  selten  über  15  Grad,  während  wir  in  dem
viel  weiter  südlich  gelegenen  Deutschland  zuweilen  25  und  mehr  Grad  Kälte  haben.