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Darunter  liegt  eine  Honigdrüse  verborgen.  Den  Honig  suchen  die  Insekten  auf.
Da  die  Blüten  mit  ihrer  gelben  Farbe  weithin  leuchten,  so  zeigen  sie  den  Insekten
gleichsam  den  Weg  zum  leckern  Mahle.  (Zu  welchem  Zwecke?  S.  175.)

4.  Himmelsweizen.  Früchte  bringt  das  Scharbockskraut  nur  selten  hervor.
Es  blüht  nämlich  so  früh,  daß  die  Insekten  der  Kälte  wegen  seine  Blüten  nur
wenig  besuchen.  Daher  können  sie  auch  die  Bestäubung  nur  selten  besorgen.
(S.  175.)  Die  Vermehrung  geschieht  deshalb  durch  Knollen.  Auch  in  den  Blattwinkeln
  bemerken  wir  kleine  Knollen.  Sie  sind  den  Weizenkörnern  nicht  unähnlich.
Nach  dem  Absterben  der  Pflanze  fallen  sie  auf  den  Boden  und  liegen  dort  oft
in  großer  Menge  bei  einander.  Manche  Leute  wußten  sich  diese  Erscheinung  nicht
zu  erklären.  Sie  meinten  sogar,  es  habe  Weizen  vom  Himmel  geregnet,  und
nannten  die  Knollen  „Himmelsweizen“.  Während  des  Winters  schlummern  diese
Körnchen  unter  dem  Schnee.  Im  Frühlinge  entwickeln  sie  sich  zu  kleinen  Pflanzen.

V.  Das  Himmelsschlüsselchen  oder  die  Schlüsselblume.

1.  Ihr  Name  rührt  vielleicht  daher,  daß  sie  uns  als  eine  der  ersten  Blumen
gleichsam  den  Frühlingshimmel  aufschließt.  Früher  glaubte  man,  die  Blume  sei
ein  Wunderschlüssel,  mit  dem  man  verborgene  Schätze  heben  könne.  So  fand  einst
ein  Kuhhirt  in  Schwaben  zu  ungewöhnlicher  Zeit  eine  Schlüsselblume  in  der  Nähe
einer  verwünschten  Ruine.  Er  pflückte  sie  und  steckte  sie  an  seinen  Hut.  Hier
verwandelte  sie  sich  in  einen  silbernen  Schlüssel.  Da  erschien  eine  Jungfrau  und
sprach:  „Nimm  den  Schlüssel  und  öffne  damit  die  Thür  jenes  Berges!  Von  den
Schätzen  stecke  so  viel  zu  dir,  wie  du  willst.  Vergiß  aber  „das  Beste“  nicht!“  Der
Hirt  that,  wie  ihm  gesagt  war,  vergaß  aber  die  aufschließende  Blume,  die  zwischen
den  Schätzen  blühte,  und  so  blieb  ihm  der  Weg  aus  dem  Berge  verschlossen.

2.  Wie  es  kommt,  daß  es  so  früh  blüht.  Das  Himmelsschlüsselchen  blüht
sehr  früh.  Die  Bäume  sind  dann  noch  unbelaubt,  und  die  Sonnenstrahlen  können
deshalb  leicht  bis  auf  den  Boden  dringen.  Sie  locken  daher  die  Blüten  bald  hervor.
Im  Stengel  ist  nämlich  bereits  im  Sommer  Nahrung  aufgespeichert.  Im  Herbste
schon  bilden  sich  Knospen  an  ihm,  die  den  Winter  überdauern.  —  Wer  den  Stengel
nicht  kennt,  findet  ihn  nicht  so  leicht.  Er  liegt  in  der  Erde.  Dort  ist  er  geschützt
vor  Frost.  Gräbst  du  ein  Himmelsschlüsselchen  aus  der  Erde,  so  bemerkst  du
nämlich  einen  bleifederdicken  Körper  mit  Wurzeln.  Dieser  Körper  selbst  ist  keine
Wurzel;  denn  er  treibt  nach  oben  Blätter,  was  keine  Wurzel  thut.  (S.  166.)  Er
ist  vielmehr  der  Stengel.  Da  er  aber  in  der  Erde  wächst,  so  nennt  man  ihn
„unterirdischen  Stengel“  („Wurzelstock“).  Nach  oben  hin  treibt  er  alljährlich
äußerst  kurze  Stengelglieder;  von  unten  her  stirbt  er  dagegen  ab.  Auf  diese  Weise
verjüngt  er  sich  jedes  Jahr.

3.  Blätter.  Die  Blattfläche  läuft  zu  beiden  Seiten  des  Blattstiels  herab.  Der
Stiel  heißt  deshalb  „geflügelt“.  Er  bildet  so  eine  Rinne,  worin  das  Regenwasser
bequem  zur  Wurzel  laufen  kann.  Die  Blätter  sind  (wie  bei  den  meisten  Waldblumen)
  groß,  damit  sie  recht  viel  Sonnenstrahlen  zwischen  den  Bäumen  auffangen
  können.  (Vergl.  auch  S.  1801)  An  schattigen  Orten  stehen  sie  aufgerichtet,
an  sonnigen  liegen  sie  wie  eine  Rosette  ausgebreitet.  (S.  206.)  Die  obern  verdecken
  die  untern,  kleinern  nicht  ganz,  so  daß  die  Sonne  zu  allen  gelangen  kann.

4.  Schaft.  Der  Hauptblütenstiel  hat  weder  Zweige  noch  gewöhnliche  Blätter
(Laubblätter).  Nur  kleine  „Deckblätter"  finden  sich  an  ihm.  Man  nennt  einen  n  olchen
Stengel  „Schaft“.  Die  Deckblättchen  sitzen  unter  den  Blütenstielchen  wie  ein  Kragen.
Sie  haben  ihren  Namen  davon,  daß  sie  die  jungen  Blütenknospen  bedecken,  damit  diese
im  kalten  Frühjahre  nicht  erfrieren.  Auch  „Hüllblättchen“  nennt  man  sie.  (Warum?)

5.  Die  Blüte  ist  am  untern  Teile  röhrenförmig  und  hängt  herab.  Sie  schützt