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4.  Verwandlung.  Etwa  6—8  Tage  nach  dem  ersten  Ausfluge  gräbt  sich  das
Weibchen  ein  8—10  em  tiefes  Loch  in  die  Erde  und  legt  20—30  gelbe  Eier  (S.  177  a)
hinein.  4—6  Wochen  später  kriechen  aus  den  Eiern  die  anfangs  sehr  kleinen  Engerlinge
  (b—f)  hervor.  Diese  nähren  sich  von  den  zarten  Wurzeln  des  Salates,  des
Kohles,  der  Bohnen,  Kartoffeln,  des  Roggens  u.  s.  w.  und  leben  3  Jahre  in  der
Erde.  Im  September  des  dritten  Jahres  steigt  der  Engerling  60—90  cm  tief
in  die  Erde  hinab,  macht  sich  eine  glatte,  eirunde  Höhle  zurecht  und  wird  zu
einer  rötlichgelben  Puppe  (g).  Anfangs  November  hat  sich  diese  in  einen  blassen,
weichen  Maikäfer  verwandelt,  der  bis  zum  kommenden  Frühjahre  ruhig  in  seiner
Wiege  bleibt.  Bis  dahin  ist  auch  sein  Panzer  braun  und  hart  geworden.  Wenn
dann  die  Erde  weich  und  warm  genug  ist,  steigt  er  nach  oben  (h)  und  fliegt
vergnügt  zum  ersten  besten  Baume  empor.  Im  nördlichen  Teile  Deutschlands
dauert  die  Verwandlung  4  Jahre;  in  Süddeutschland,  in  Frankreich  und  der
Schweiz  wiederholen  sich  die  Hauptflüge  alle  3  Jahre,  da  hier  die  wärmere  Temperatur
  die  Verwandlung  beschleunigt.

18.  Die  Biene.

1.  Körperbau.  Arten.  Während  der  Maikäfer  den  Bäumen  schadet,  nützt
ihnen  die  Biene.  (Wodurch?  S.  175.)  Der  Kopf  ist  nur  durch  ein  dünnes  Stielchen,
worin  die  Speiseröhre  liegt,  mit  der  Brust  verbunden.  Dadurch  wird  er  frei
beweglich.  Unterkiefer  und  Unterlippe  sind  zu  einem  Rüssel  verlängert.  Mit  diesem
saugt  die  Biene  den  Honig  aus  den  Blüten.  Als  Waffe  dient  ein  Giftstachel  am
Hinterleibe.  Er  ist  hervorstreckbar,  mit  Widerhaken  versehen  und  steht  mit  einem  nadelknopfgroßen
  Giftbläschen  in  Verbindung.  In  jedem  Stocke  giebt  es  Arbeiter,  Drohnen
  und  eine  Königin.  Die  Arbeiter  sind  am  kleinsten.  Die  Drohnen  (männliche

s  Bienen)  sind  leicht  an  ihrem  dicken  Körper  zu  erkennen;  sie
haben  keinen  Stachel.  Im  Spätsommer  werden  sie  von  den
Arbeitern  als  unnütze  Brotfresser  aus  dem  Stocke  getrieben
oder  mit  dem  Stachel  getötet.  Die  Königin  versorgt  die
Brutzellen  mit  Eiern.

2.  Schwärmen.  Im  Mai,  Juni  und  Juli,  wenn  die
junge  Brut  ausgekrochen  ist,  „schwärmen“  die  Bienen.  Am
Rande  der  Waben  sind  einige  große,  tonnenförmige  Zellen
in  senkrechter  Stellung  erbaut.  (S.  179  w.)  In  jeder  entsteht
eine  Königin.  Ist  eine  solche  junge  Königin  in  ihrer  Zelle
entwickelt,  so  läßt  sie  einen  tutenden  Ton  hören.  Dann
entsteht  die  größte  Unruhe  im  Korbe.  Ein  Teil  lagert  sich  vor
dem  Flugloche.  Im  Innern  aber  wird  es  immer  unruhiger,

5nunnd  endlich  zieht  die  alte  Königin  mit  etwa  15—20000  Arbeitern
  ab.  Da,  wo  sie  sich  auf  einen  Baum  niederläßt,
setzen  sie  sich  alle  über=  und  nebeneinander  und  bilden  eine
große  schwarze  Traube.  Der  Bienenvater  holt  nun  einen
leeren  Korb  und  thut  mit  einem  Flederwische  den  „Vorschwarm“
  hinein.  In  dem  alten  Stocke  ist  inzwischen  die
junge  Königin  aus  ihrer  Zelle  gebrochen  und  führt  das  Regiment
  weiter,  bis  sie  nach  einigen  Tagen  ebenfalls  mit  einem
·  Schwarme  abzieht.  In  guten  Jahren  schwärmt  ein  Stock
Giftstachel  einer  vier=  bis  fünfmal.
“  “n“——  3.  Honig  und  Wachs.  Ensig  fliegen  die  Bienen

P.  Gilblgschen.  2.  Gonf  von  einer  Blume  zur  andern,  um  Honig,  Blütenstaub  und

der  dowiunt.  deri  Harzteile  einzusammeln.  Den  Honig  lecken  sie  mit  dem  Rüssel

 