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verstopft  sind,  da  muß  dem  Wasser  freie  Bahn  geschaffen  werden.  Wer  nicht
schon  im  Herbste  gedüngt  hat,  holt  jetzt  noch  das  Versäumte  nach  und  fährt  Asche,
Komposterde  oder  Jauche  auf  die  Wiesen.  Um  magere  Wiesen  kleereicher  zu
machen,  überstreut  sie  der  Landmann  mit  Mergel  oder  Kalk.  Saure  Moorwiesen
aber  überschüttet  er  mit  guter  Erde.  Sie  bringen  dann  „süße“  Gräser  hervor.
Diese  unterscheidet  man  gewöhnlich  von  den  „sauern“  (Segge,  Binsen  u.  s.  w.)
dadurch,  daß  sie  hohle  Halme  und  vorstehende  Knoten  haben.  (Die  „sauern“
Gräser  werden  vom  Vieh  nicht  gern  gefressen.)  Wo  ein  Bach  in  der  Nähe  ist,
da  lohnt  es  sich,  eine  „Rieselwiese“  anzulegen.  Eine  solche  muß  durchaus  eben
und  von  vielen  Rinnen  durchzogen  sein.  So  oft  man  es  nun  für  gut  findet,
staut  man  das  Wasser  im  Bache  auf,  so  daß  es  in  die  Rinnen  fließen  muß.

90.  Die  Sumpfdotterblume.

1.  Standort  und  Name.  Die  Sumpbfdotterblume  wächst  auf  sumpfigen
Wiesen  und  an  Gräben.  Ihren  Namen  verdankt  sie  ihrem  Standorte  (Sumpf)
und  ihrer  Blüte,  die  durch  Farbe  und  Gestalt  an  das  Eidotter  erinnert.

2.  Stengel  und  Blätter.  Drücke  den  Stengel!  Er  ist  sehr  saftreich.  Die
Blätter  sind  dick  und  ebenfalls  sehr  saftreich,  namentlich  wenn  die  Pflanze  dicht
am  Wasser  wächst.  Auch  sind  sie  sehr  groß.  Die  Dotterblume  hat  nämlich  viel
Wasser  nötig.  Damit  sie  nun  fortwährend  frisches  aufsaugen  kann,  muß  sie  das
alte  wieder  ausdunsten.  Je  größer  aber  die  Blätter,  desto  schneller  die  Verdunstung.
Zugleich  können  die  großen  Blätter  viel  Sonnenwärme  aufsaugen.  Das  ist  nötig,
da  es  im  Sumpfe  kühl  ist.  Am  Grunde  haben  die  Blätter  einen  tiefen  Einschnitt.
Dadurch  lassen  sie  leichter  Luft  und  Sonnenlicht  durch.  (S.  181.)  Die  untern  Blätter
sind  größer  und  haben  längere  Blattstiele  als  die  obern.  Vorteil:  Sie  werden  dadurch
von  den  obern  Blättern  nicht  zu  sehr  beschattet.  Der  Stengel  ist  gabelförmig  verzweigt.
  Dadurch  gewinnen  Blüten  und  Blätter  Raum  für  die  Sonne.  Der  Blattstiel
der  untern  Blätter  umfaßt  den  Stengel  an  der  Gabel  mit  einer  schützenden  Scheide.

3.  Blüte  und  Frucht.  Die  großen,  gelben,  kelchlosen  (S.  169)  Blüten  leuchten
weithin.  (Wozu?  S.  173.)  Die  Fruchthülle  hat  sich  aus  einem  einzigen  Blatte  gebildet,
  das  an  den  Rändern  zu  einer  Naht  zusammengewachsen  ist  und  den  Samen
schützend  umschließt.  Zur  Zeit  der  Reife  springt  die  Naht  auf.  Wozu?  (S.  191.)

4.  Sumpfpflanzen  meist  kahl.  Die  Sumpfdotterblume  ist  kahl.  Dies  ist
fast  bei  allen  Sumpfpflanzen  der  Fall,  während  die  Pflanzen  auf  trocknem  Boden
oft  sehr  dicht  mit  Haaren  bedeckt  sind,  wie  z.  B.  Königskerze,  Habichtskraut  u.  a.
Die  Wurzeln  der  Sumpfgewächse  können  nämlich  aus  dem  nassen  Boden  reichlich
so  viel  Nahrung  ziehen,  als  die  Pflanze  zu  ihrer  Erhaltung  bedarf.  Anders  ist
das  bei  den  Pflanzen  auf  trocknem  Boden.  Hier  fehlt  es  nicht  selten  an  dem
nötigen  Nahrungsstoffe,  so  daß  die  feinen  Wurzelhärchen  oft  vergeblich  sangen.
Dann  aber  schützen  die  Haare  die  Pflanze  oft  vor  dem  gänzlichen  Vertrocknen,
indem  sie  sich  wie  eine  Decke  über  die  Pflanze  legen  und  so  die  zu  große  Verdunstung
  verhindern.  (S.  204.)  (Wasser  in  einer  verdeckten  Schale  trocknet  langsamer
aus  als  in  einer  offenen.)  Hierdurch  erklärt  es  sich  auch,  warum  das  Vergißmeinnicht
  im  Bache  kahl,  im  Uferlande  dagegen  mit  vielen  Haaren  besetzt  ist.  (S.  198.)

LI.  Blattgrün  (Thlorophyll).

Die  grünen  Pflanzenteile  verdanken  ihre  Farbe  einem  besondern  Farbstoffe,
dem  Blattgrün.  (Zweck  des  Blattgrüns  S.  187.)  Das  Blattgrün  ist  an  sehr
kleine,  meist  linsenförmige  Körper  gebunden.  Man  nennt  sie  Blattgrünkörper.  Sie
finden  sich  in  den  Zellen  aller  Pflanzen,  mit  Ausnahme  der  Pilze  sowie  der  meisten
andern  Schmarotzer.  Bei  der  Bildung  des  Blattgrüns  ist  das  Licht  von  höchster