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Raps  dagegen  ist  reich  an  fetten  Olen,  ebenso  Rübsen,  Hanf,  Mohn,  Lein,
Oliven  u.  s.  w.  Das  Olivenöl  (Baumöl)  preßt  man  aus  den  fleischigen  Früchten
(Oliven)  des  Olbaums.  Die  fetten  Ole  machen  bleibende  Fettflecke.  (S.  196.)

24.  Das  gefsleckte  Knabenkraut.

1.  Name.  Zu  Ehren  der  römischen  Göttin  des  Ackerbaues  (Ceres)  wurden
feierliche  Umzüge  veranstaltet,  bei  denen  die  Knaben,  die  an  der  Spitze  dieser
Umzüge  marschierten,  mit  Knabenkrautkränzen  geschmückt  waren.  Daher  der  Name
der  Pflanze.  In  manchen  Gegenden  heißt  sie  auch  noch  „Marienthräne“,  weil
nach  einer  frommen  Sage  die  schwärzlichen  Flecke  der  Blätter  durch  die  Thränen
entstanden  sind,  die  einst  die  heilige  Jungfrau  Maria  auf  sie  weinte.

2.  Die  Wurzel  entspringt  am  Grunde  des  Stengels.  Unterhalb  der  Wurzel
sitzen  die  beiden  handförmigen  Knollen.  Die  eine  sieht  welk  aus  und  fällt  durch
ihre  Runzeln  und  ihre  dunklere  Färbung  auf;  die  andre  fühlt  sich  fest  an,  ist  frisch
und  saftig  und  hell  von  Farbe.  Die  welke  ist  die  ältere  Mutterknolle.  Aus  ihr
ist  die  diesjährige  Pflanze  entstanden,  die  den  schleimigen  Inhalt  (Stärkemehl  u.  s.  w.)
als  Nahrungsstoff  verzehrt  hat.  Die  feste  Knolle  dagegen  ist  die  neugebildete,
worin  die  junge  Pflanze  des  nächsten  Jahres  schlummert.  In  der  alten,  runzligen
und  schwärzlich  gefärbten  Knolle  sah  man  früher  die  „Teufelshand“,  in  der  weiß
gefärbten  jungen  die  „Marienhand“.  Um  den  Unterschied  beider  zu  zeigen,  legte
sie  der  Kräutersammler  aufs  Wasser.  Sah  man  dann  die  schwarze  Knolle  untersinken,
  so  glaubte  man,  es  geschähe  dies  ihrer  giftigen  Säfte  wegen,  während
die  neue  Knolle  ihrer  heilsamen  Säfte  halber  vom  Wasser  getragen  würde.

3.  Die  Blüten  haben  sich  zu  einer  großen,  lockern  Ahre  zusammengedrängt;
denn  so  erregt  ihre  rote  Farbe  besser  die  Aufmerksamkeit  der  Insekten,  als  wenn
jedes  Blütchen  einzeln  für  sich  zerstreut  stände.  Einen  Stiel  hat  die  einzelne
Blüte  nicht.  Das,  was  man  dafür  halten  könnte,  ist  der  lange  Fruchtknoten.
Die  obern  5  Blütenblätter  legen  sich  wie  ein  helmartiges  Schutzdach  über  den
Honig,  der  sich  in  bem  Sporne  des  untersten,  sechsten  Blütenblattes  findet.

25.  Bestäubung  durch  Insekten.

1.  Wie  notwendig  die  Mitwirkung  der  Insekten  bei  der  Befruchtung  vieler
Pflanzen  ist,  sehen  wir  besonders  am  Knabenkraute.  Stempel  und  Staubblatt
desselben  sind  zu  einem  Körper,  der  „Griffelsäule“,  verwachsen.  Das  Staubblatt
enthält  in  2  Fächern  den  Blütenstaub.  Die  Pollenkörner  werden  aber  von  einem
klebrigen  Safte  zusammengehalten  und  bilden  in  jedem  der  beiden  Fächer  einen
wachsähnlichen  Körper.  Sie  sind  deshalb  verhindert,  auseinander  zu  stäuben,
und  können  nicht  durch  Selbstbestäubung  auf  die  Narbe  gelangen.  Es  würde
sich  daher  keine  Frucht  bilden,  wenn  nicht  der  Blütenstaub  in  andrer  Weise  auf
die  Narbe  getragen  würde.  Dies  geschieht  nämlich  durch  Insekten.

2.  Wunderbar  ist  es,  wie  nun  auch  der  ganze  Blütenbau  für  die  Insektenbestäubung
  eingerichtet  ist.  Das  unterste  Blatt  des  innern  der  beiden  Blütenblattkreise
  breitet  sich  nach  vorn  zu  einer  dreilappigen  „Honiglippe“  aus  und  ge—
währt  wegen  seiner  Breite  dem  Insekt  einen  bequemen  Anflugsplatz.  Auch  scheint
es  ihm  durch  seine  lebhaft  punktierte  Färbung  (das  „Saftmal“)  gleichsam  den
Weg  zu  dem  süßen  Mahle  im  Honigsporn  zu  zeigen.  Sobald  das  Insekt  auf  der
geräumigen  Honiglippe  Platz  genommen,  steckt  es  seinen  Rüssel  in  den  Sporn.
Dabei  stößt  es  aber  mit  dem  Kopfe  an  ein  kleines  Näpfchen  der  Griffelsäule
(das  „Schnäbelchen“),  das  bei  der  Berührung  wie  eine  elastische  Feder  zurückspringt.
  In  die  Flüssigkeit  des  Näpfchens  ragt  der  wachsähnliche  Körper  des
Staubblattes  mit  seinem  untersten  Teile  (dem  „Klebscheibchen"“)  hinein.  Sobald